Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Siedlung Notwende: Neuer Bebauungsplan

Die Notwende wurde ab dem Jahr 1930 als Werkssiedlung der BASF errichtet
Die Notwende wurde ab dem Jahr 1930 als Werkssiedlung der BASF errichtet

Die Siedlung Notwende nordöstlich von Oggersheim soll einen neuen Bebauungsplan erhalten. Damit sollen weiterer Wildwuchs und unerwünschte Versiegelung von Flächen gebremst werden, wie die Stadtverwaltung bei der Vorstellung des Vorhabens im Ortsbeirat Oggersheim informiert hat.

Die Notwende wurde ab dem Jahr 1930 als Werkssiedlung der BASF errichtet und galt 1935 als größte Werkssiedlung Deutschlands. Ähnlich dem Konzept der sogenannten „Gartenstädte“ aus jener Zeit zeichnete sich das Gebiet durch relativ große Grundstückszuschnitte für die Siedler aus, um den Bewohnern aus ärmeren Schichten die Möglichkeit zu geben, durch den Anbau von Obst und Gemüse auf dem Grundstück sowie der Haltung von Hühnern und Hasen zur eigenen Versorgung mit Lebensmitteln beizutragen. Der gewählte Name Notwende bezog sich damals auf die Abwendung der Wohnungsnot.

Aus dem Jahr 1968

Der bisher für die Notwende geltende Bebauungsplan stamme noch aus dem Jahr 1968, erläuterte Anke Münzner vom Fachbereich Stadtplanung. Wie sie sagte, hat eine Stellplatzerhebung im Jahr 2013 ergeben, dass viele Vorgärten gegen die Vorschrift des Bebauungsplans zu Stellplätzen umgewandelt worden seien. Auf den Grundstücken habe es über die Jahre viele Um-, Anbauten und Erweiterungen gegeben.

Aktuell gebe es immer mehr Anfragen nach Erweiterungen oder Abrissen und Neubauten von Häusern. Ein Problem seien dabei die engen Straßen in der Siedlung und die Versiegelung der Böden bei immer größerer Wohndichte. Diesen Entwicklungen wolle der neue Bebauungsplan mit maßvollen Änderungen entgegenwirken, machte sie klar.

Kaum Vorschriften fürs „Baufenster“

„Genehmigtes hat Bestandsschutz“, betonte Stadtplaner Hanno Babelotzky, zuständig für Städtebau der nördlichen Stadtteile. Der alte Bebauungsplan habe wenige Regelungen für die Bebauung gehabt. Für das „Baufenster“, die zum Bauen verfügbare Fläche, habe es kaum Vorschriften gegeben. So seien in der Siedlung viele „Nebenanlagen“, Gartenhäuser und anderes dazu gekommen. Viele ehemalige Vorgärten seien in Schottergärten oder Stellplätze verwandelt und der Boden versiegelt worden. „Wir versuchen das mit dem neuen Bebauungsplan zu erschweren“, nannte Babelotzky das Ziel.

Nach der Information des Oggersheimer Ortsbeirats soll der neue Bebauungsplan als nächstes dem Bau- und Grundstücksausschuss vorgestellt werden.

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