Ludwigshafen Sie lassen Blumen sprechen
Gemeinsam mit dem heute stellvertretenden Vorsitzenden der Sparkasse Vorderpfalz, Clemens G. Schnell, hatte der ehemalige Barmer GEK-Geschäftsführer Hundemer die Initiative vor nunmehr sieben Jahren ins Leben gerufen. „Immerhin überqueren täglich rund 40.000 Passanten den Platz. Es ging uns darum, den Berliner Platz wieder positiv zu besetzen“, erinnerte er sich an den Ursprung, der „eigentlich nur ein lockeres Gespräch“ war. Bei einem Teil der anliegenden Geschäfte und natürlich beim benachbarten Seniorenrat fand Hundemer schnell aktive Mitstreiter. So sind es hauptsächlich aktive Senioren, die einmal in der Woche als sogenannte Scouts auf dem Platz stehen, Informationen geben, aber vor allem ein offenes Ohr für die Passanten auf dem Platz haben. „Wir wären gerne mehr Ansprechpartner, aber mittlerweile sind wir offenbar eher Kummerkasten“, erzählt Gudrun Alker lachend bei einem warmen Getränk. „Die dunkle Haltestelle war immer ein Thema. Viele hätten gerne Sitzgelegenheiten am Rickey-Brunnen, und alle haben bedauert, als der Brunnen außer Betrieb war“, zählte ihre Kollegin Brigitta Scheib einige der typischen Anfragen auf. „Zu uns kommen alle Altersklassen. Und das sind sowohl Anwohner als auch Passanten“, berichteten die beiden Frauen. Sie nehmen Wünsche, Anregungen und Verbesserungsvorschläge auf und leiten sie an die entsprechenden Stellen weiter. Das habe schon einiges bewirkt. „Immerhin war der Brunnen irgendwann wieder in Betrieb.“ Doch nicht immer stelle sich der Erfolg so schnell und so einfach ein. Auf Sitzgelegenheiten und eine weitere Begrünung um den Brunnen werden die Aktiven von „Wir vom Berliner Platz“ wohl zumindest noch eine Weile vergeblich hoffen. Und hin und wieder sind die Damen und Herren, wie beispielsweise auch Birsel Akdeniz und Martha Baumgärtner, schlicht überfragt: „Wir bekommen immer wieder Fragen, wie es jetzt mit der ehemaligen ,Tortenschachtel’ oder dem ,Metropol’ weitergeht, aber da wissen wir auch nicht mehr als das, was eben in der Zeitung steht.“ Ihr Mitstreiter Gerhard Christoph, ebenfalls aus dem Seniorenrat, sieht ohnehin einen größeren Auftrag für die Initiative: „Es könnte einer der schönsten Plätze der Stadt mit einem direkten Zugang zum Rhein sein, aber im Moment ist es eher ein Stellplatz für Busse.“ Mehr Aufenthaltsqualität und natürlich Angebote für die Pendler, die im Moment ohne Halt von Straßenbahn oder Bus in Richtung S-Bahn hasten. „Es gehört schon noch etwas mehr Struktur in die unterschiedlichen Verkehrsströme“, hofft er auf Besserung, wenn mit dem „Metropol“-Bau begonnen wird. Baustart soll im Herbst 2017 sein. In zwei Jahren soll das Geschäftshaus stehen. Juergen Hundemer und Clemens G. Schnell dankten zum Abschluss allen Aktiven. „Jede beteiligte Einrichtung bringt hier ihre Erfahrung ein.“ Auch das Stadtmarketing, das die Initiative logistisch unterstützt. „Das machen wir gerne. Schließlich tun wir damit direkt etwas für Ludwigshafen“, erklärte Yann Fürst. Die Sparkasse spendete bunte Jacken, damit die Scouts schon von Weitem sichtbar sind. Und auch die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) ist mit im Boot und hilft, wo sie kann. „Nur ein paar mehr anliegende Geschäfte könnten sich noch beteiligen“, meinte Hundemer, der hofft, dass sich auch diese Gewerbetreibenden noch von der Mitarbeit überzeugen lassen. Schließlich helfe ein attraktiver Platz auch ihnen. Allerdings zieht auch der Mit-Ideengeber eine klare Grenze: „Die Themen Alkohol und Sicherheit sind Sache von Polizei und Ordnungsdienst. Außerdem versuchen wir, uns aus politischen Diskussionen herauszuhalten.“ In den monatlichen Gesprächsrunden gehe es viel mehr um kleine, einfache Verbesserungen für den Berliner Platz und damit für Ludwigshafen. Für das neue Jahr haben Hundemer und Schnell vor allem einen Wunsch: „Es wäre schön, wenn wir noch ein paar Ehrenamtliche bekommen würden.“ Nur mit ihrer Hilfe könnte das aktuell wöchentliche Beratungsangebot der Scouts weiter ausgeweitet werden.