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Vor Freude den Platz umgraben...
Vor Freude den Platz umgraben...

Nicht immer wird im Amateurfußball nach Toren überschwänglich gejubelt. Manchmal aber doch. Und so manches Kleidungsstück muss auch mal als Glücksbringer herhalten.

Jubelgesten

Der Torjubel bei Fußballspielen hat sich im Laufe der Jahre verändert. Uwe Seeler jubelte mit ausgebreiteten Armen, Gerd Müller sprang in die Höhe und ballte die Faust. Heute tritt der Torschütze die Eckfahne um oder zieht das Trikot aus. Auf den Amateurplätzen geht es nach Toren eher beschaulich zu. Wer gerade in der Nähe steht, beglückwünscht den Schützen. Ein Klaps oder eine flüchtige Umarmung. Mehr ist meistens nicht. Es gibt aber – wenn auch selten – auch mal ekstatischen Jubel. Beim Bezirksligaspiel FG 08 Mutterstadt gegen ESV Ludwigshafen war der zuletzt gleich zweimal zu sehen. Zunächst beim Führungstor der „Eisenbahner“, als alle ESV-Kicker zum Torschützen Hasan Yüceer eilten, ihn herzten und eine Jubeltraube bildeten. Und als Luca Bühler in der Nachspielzeit das Siegtor für die FG erzielte, wurde er fast erdrückten, weil neben sämtlichen Mitspielern auch die komplette Besatzung der Ersatzbank aufs Feld rannte und mitjubelte. Die Optik scheint eins zu vermitteln. In beiden Teams muss es zwischenmenschlich stimmen, sonst wären solche Gefühlsausbrüche nicht denkbar.

Aberglaube

Aberglaube spielt im Fußball eine große Rolle. Erinnert sei an den blauen Pullover von Trainer Udo Lattek oder an den Franzosen Laurent Blanc, der vor jedem gemeinsamen Länderspiel die Glatze von Torwart Fabien Barthez küsste. Viele Kicker tragen jahrelang dieselben Schienbeinschoner, ziehen zuerst den rechten Schuh an, betreten das Spielfeld zunächst mit dem linken Fuß oder laufen stets als Letzter ein. Wehe, wenn die Routine durchbrochen wird. Mitunter wird aber auch versucht, mit irgendeiner Tat die Wende herbeizuführen. So wie es Frank Schmidt, einer der Betreuer beim Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen, vor dem Heimspiel gegen Diefflen versucht hatte. Unter seinem Trainingsanzug trug Schmidt, ein glühender Fan von Borussia Mönchengladbach, ein altes Trikot der Fohlen. Weiß mit grünen und schwarzen Längsstreifen. „Mit dem Trikot gewinnen wir heute“, war Schmidt überzeugt. Am Ende reichte es für ein 2:2. Immerhin ein Punkt, denn kurz vor dem Abpfiff sah es beim Stand von 0:2 eher danach aus, als ob das Gladbach-Trikot ein Fall für den Altkleider-Container sein sollte.

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