Ludwigshafen Segler im Blick, Musik im Ohr

Im Schatten am Wasser mit einem kühlen Bierchen lässt sich die Schwüle am Samstag beim Hafenfest der SGW gut ertragen.
Im Schatten am Wasser mit einem kühlen Bierchen lässt sich die Schwüle am Samstag beim Hafenfest der SGW gut ertragen.

«Waldsee/Otterstadt.» Der Otterstadter Altrhein ist ein Idyll und die Segelgemeinschaft Waldsee hat das Sahnestück abbekommen. Übertrieben ist die Ansicht des Vorsitzenden Jürgen Kaltenbach keineswegs. Wer sich wie beim Hafenfest am Wochenende nach der Regatta auf einer Bank mit Blick auf das Wasser niederlässt, die Segelboote leicht im Wind schaukeln sieht und entspannt der Musik zweier leidenschaftlicher Musiker lauscht, ist ganz nah dran am Paradies.

Offen zugänglich ist die Anlage der Segelgemeinschaft Waldsee (SGW), die 1967 ihr Quartier linker Hand der Rheinauenstraße bezogen hat. Bewusst will sich der Verein nicht abgrenzen. Vielmehr sollen auch Außenstehende eingeladen werden, einen Teil der Faszination des Segelsports zu erleben. Diese nutzen das Angebot gerne, wie das Hafenfest beweist. „Wir haben viel Laufkundschaft und Bürger aus den umliegenden Gemeinden, die gezielt zu uns kommen“, berichtet Jürgen Kaltenbach. Der Vorsitzende geht auf im Segelsport. Für ihn ist dieser die optimale Verbindung zwischen Sport und Natur. „Das Faszinierendste ist das Naturerlebnis als solches“, betont Kaltenbach. Das gilt nicht nur für Sonnentage. „Wir setzen uns mit allen Elementen auseinander: Wind, Sonne, Wolken, Regen“, führt der Vereinschef aus. 280 Mitglieder gehören der SGW zurzeit an. „Um die 100 sind passiv“, sagt der Vereinsvorsitzende. Die Zahl versteht er als Kompliment für die SGW, denn: „Das sind diejenigen, die aus Altersgründen nicht mehr aufs Boot gehen, aber dem Verein die Treue halten.“ So findet sich auch alljährlich beim Hafenfest eine bunte Mischung in der geselligen Runde. Um die 50 Jugendliche zählen ebenfalls dazu. „Wir haben das Hafenfest bewusst etabliert, um jährlich an den Erstbezug der Anlage zu erinnern“, informiert Kaltenbach. Ins Gedächtnis gerufen werden sollen die vielen ehrenamtlichen Stunden, Tage und Wochen, die die Mitglieder in den Aufbau des eigenen Geländes gesteckt haben. „Wir haben alles in Eigenleistung errichtet, mit Hilfe von Sponsorengeldern“, hebt Jürgen Kaltenbach hervor. Im Laufe der Zeit sei einiges dazu gekommen. 90 Wasser- und 30 Landplätze kann die SGW aktuell anbieten, dazu einige Gastliegeplätze. Sich zurücklehnen und entspannen sollen die Anwesenden beim Hafenfest in erster Linie. Der gegenseitige Austausch, auch mit geladenen Ehrengästen aus der Gemeinde, gehört da traditionell dazu. Während am Samstagsabend nach einer gelungenen Sommerregatta das eine oder andere Tänzchen zur Musik aus der Konserve gewagt werden konnte, gibt es am Sonntagvormittag einen Frühschoppen mit Musik nach hausgemachter Art. Die „Honeysuckle Twins“, Horst Komarek (Akkordeon) und Klaus Glas (Gitarre), schicken die passenden Melodien zum Einstieg in den Tag über das Gelände hinaus auf den Altrhein: passende heiße 1980er-Hits zum schwülen 2018er-Hafenfest-Sonntag. Die Segler sind alle Wetter gewohnt und tun das einzig Richtige: Sie genießen, die Segler im Blick und die Musik im Ohr.

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