Bezirksliga intern
Schneider schafft nach langer Flaute Doppelpack für die FG Mutterstadt
Am vergangenen Sonntag gegen Haßloch fiel die Rolle des Spielentscheiders einem zu, der wie kaum ein anderer für die FG 08 steht. Die Rede ist von Simon Schneider. Der in Mutterstadt aufgewachsene, heute dort wieder lebende Stürmer, der selbstredend ein Eigengewächs ist und sich mit dem Verein identifiziert, stand im Heimspiel gegen 08 Haßloch im Mittelpunkt. Der dynamische, enorm schnelle Flügel- und Konterspieler, der immer alles gibt und sich verausgabt, besticht mit Einsatz, Wille und Laufbereitschaft – weniger mit einem kaltschnäuzigen Abschluss.
Doch beim 2:0-Sieg gegen die Haßlocher traf Schneider sogar doppelt und war umjubelter Mann des Tages. Es waren seine ersten beiden Saisontore. „Da wurde es mal Zeit. Dass ich zwei Treffer in einer Partie erzielt habe, ist schon ein paar Jahre her. Im letzten Spiel des Jahres zu treffen, hat super gepasst“, freut sich der schlaksige Angreifer. Er habe gelernt, geduldig zu bleiben. Auch wenn mal eine große Chance vergeben wird.
Zu großer Ehrgeiz nach Verletzung
„Anfangs stand ich regelmäßig im Team“, spielt Schneider auf sieben Startelfeinsätze an den ersten acht Spieltagen an. Danach zog er sich eine Muskelverletzung zu. Kaum genesen begann er gegen den TuS Mechtersheim II einen Tick zu früh. In der 36. Minute wurde er eingewechselt und saß eine halbe Stunde später wieder auf der Bank, weil die Verletzung aufgebrochen war. „Da war mein Ehrgeiz zu groß. Im Nachhinein ist man aber immer klüger“, erklärt Schneider. Jetzt ist er wieder topfit und wertvoller denn je, wie am Sonntag gegen Haßloch zu sehen war. „Simon läuft unglaublich viel, macht weite Wege und stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Er stellt Eigeninteressen hinten an, ist enorm wichtig und eine Stütze des Teams“, lobt Selzer.
Der 26 Jahre alte Schneider, der ein Neffe des Mutterstadter Bürgermeisters Heinz-Dieter Schneider ist, und als Unternehmensberater bei einer Tochtergesellschaft der BASF arbeitet, ist sich auch nicht zu schade, mal in der Reservemannschaft auszuhelfen. Das spricht für seine Einstellung zum Verein. „Das Tempo ist der Hauptunterschied zwischen Bezirksliga und B-Klasse. Dort habe ich übrigens in zwei Einsätzen jeweils getroffen“, merkt der Stürmer an. Bei der „Ersten“ läuft es bislang prima, was nur eine Niederlage in 19 Begegnungen belegt. „Wir hatten zuvor die Topteams SV Geinsheim und TuS Knittelsheim klar geschlagen, mussten dann unter der Woche zum jungen, hungrigen VfR Frankenthal. Da waren wir fällig“, blickt der Stürmer zurück.
Trainer Malizia überrascht von starker Hinrunde
„Eine Abwehr aufzureißen, ist neben seiner Geschwindigkeit eine der Stärken von Simon. Auf ihn kann man immer zählen. Er ist ein 08er durch und durch“, verdeutlicht Malizia. Vor der Saison habe der Coach nicht daran gedacht, dass es so gut laufen könne. Die Mannschaft könne wegen der Breite des Kaders Ausfälle wegstecken und werde nicht nervös. Sieben Mal hat Mutterstadt nach einem Rückstand noch gepunktet und zudem die beste Abwehr der Liga. Geht da noch mehr? Schneider formuliert es so: „In der Rückrunde benötigen wir einen guten Start und Kontinuität. Dann kann auch der zweite Platz ein realistisches Ziel sein.“