Fußball
Schlüsselspiel im Abstiegskampf: Arminia braucht Punkte
In der Oberliga stehen noch zahlreiche Partien aus, doch das Spiel des FC Arminia Ludwigshafen am Mittwoch, 19.30 Uhr, beim FV Eppelborn hat mit Blick auf den Abstiegskampf große Bedeutung. Beide Mannschaften befinden sich punkt- und torgleich am Tabellenende. „Wir müssen anfangen zu punkten, sonst wird es sehr eng. Vor allem gegen die Mitkonkurrenten müssen Siege her“, fordert Trainer Matteo Monetta.
Der 18-köpfige Kader aus dem Spiel bei TuS Koblenz wird sich in jedem Fall ändern. Flügelstürmer Tim Amberger, den der Trainer erstmals in dieser Spielzeit für die Startformation am Mittwoch vorgesehen hatte, zog sich in Koblenz einen Rippenbruch zu und fällt vorerst aus. Außerdem ist Verteidiger Jannik Dörr erkrankt. Unabhängig davon betont Monetta, dass die Arminia bis zur Winterpause 18 bis 20 Punkte benötigt, um eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Ein ambitioniertes Ziel, angesichts der noch ausstehenden Begegnungen gegen Worms, 1. FC Kaiserslautern II und Pirmasens.
„Wir müssen uns jetzt öfter sehen, noch mehr arbeiten“, sagt der Trainer, der in dieser Woche neben den Spielen in Eppelborn und am Samstag gegen Wormatia Worms zusätzliche Trainingseinheiten für Montag, Dienstag und Freitag angesetzt hat. Bisher hat Monetta taktisch häufig variiert und das Spielsystem mehrfach angepasst. Ziel sei es, die entscheidenden Situationen in einer Partie mehrheitlich für sich zu entscheiden. Bislang war dies meist dem Gegner gelungen. Zudem dürfe das Team bei Gegentoren nicht in alte Muster verfallen, sondern müsse den Kopf oben behalten und positiv bleiben.
Eine Schlüsselrolle spielte zuletzt Kevin Selzer. Der 31-Jährige agierte in Koblenz als zentraler Mann in einer Fünferabwehrkette, eine Aufgabe, die der gebürtige Ludwigshafener problemlos ausfüllen kann. „Kevin ist einer unserer flexibelsten Spieler, kann ein Spiel lesen, ist technisch gut und kann prima Pässe spielen“, lobt Monetta den spielintelligenten Akteur mit der Rückennummer 5, der auch ein Kandidat für Standardsituationen ist und bislang ein Tor vorbereitet hat. Selzer hat bei der Arminia bereits auf dem Flügel sowie im defensiven Mittelfeld gespielt, wo er sich am wohlsten fühlt.
Kevin Selzer, der mit seiner Ehefrau Patricia und dem dreijährigen Sohn Ben in Neuhofen lebt, schätzt den kurzen Weg zum Arminia-Gelände. „Da kann man auch mal mit dem Fahrrad kommen“, sagt der Finanzbuchhalter, der Ben bereits in der Ballschule des FCA angemeldet hat. Seine Fußballkarriere begann Selzer beim VfR Friesenheim, bevor er zum SV Waldhof wechselte. Ab der U17 spielte er für den FSV Mainz 05, wo er in der A-Jugend auch als Linksverteidiger auflief, was seine Vielseitigkeit unterstreicht. Nach der Jugendzeit entschied er sich für Phönix Schifferstadt, um seiner Berufsausbildung Vorrang zu geben.
„Eine überragende Zeit habe ich beim SC Hauenstein verbracht“, erinnert sich Selzer, der dort erstmals in der Oberliga auflief und unter Trainer Sascha Hildmann Stammspieler war. „In der Saison 2014/15 hätte uns am letzten Spieltag ein Remis zum Aufstieg in die Regionalliga gereicht“, berichtet Selzer. Doch das entscheidende Spiel gegen Saar 05 Saarbrücken ging mit 0:2 verloren, und Hauenstein scheiterte in der Aufstiegsrunde an der TSG Balingen.
Auch beim TuS Mechtersheim war es für Selzer eine erfolgreiche Zeit, in der der Aufstieg in die Oberliga unter Trainer Manfred Schmitt gelang. In den vergangenen fünf Jahren war Selzer als Spielertrainer bei der FG 08 Mutterstadt aktiv, wo er gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Marco Malizia die Mannschaft kontinuierlich weiterentwickelte und in die Landesliga führte. „Das waren tolle Jahre, in denen sich zu Marco eine echte Freundschaft entwickelt hat. Auch zu vielen anderen, wie etwa Spielleiter Volker Reithermann, gibt es gute Kontakte“, berichtet Selzer.
Vor der Saison äußerte Kevin Selzer, der als reflektierter und sympathischer Zeitgenosse gilt, den Wunsch, sich noch einmal in der Oberliga zu beweisen. Mit über 150 Einsätzen in dieser Liga blickt er auf große Erfahrung zurück. „Ich bin überzeugt davon, dass wir in Eppelborn wieder in die Spur finden und dort etwas holen. Ein Sieg würde auch Druck von der Mannschaft nehmen“, betont Selzer. Dafür sei jedoch ein leidenschaftlicher Auftritt nötig, da der Gegner in derselben Ausgangslage mit vergleichbaren Argumenten agiert.