Ludwigshafen Schüler löchern Politiker

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Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft, dann kann das turbulent werden. Diese Erfahrung haben gestern Morgen sechs Kandidaten für die Bundestagswahl am 24. September bei einer Diskussion mit rund 90 Schülern der Adolf-Diesterweg-Realschule plus in Oggersheim gemacht. Zur Vorbereitung auf die Juniorwahl des Berliner Vereins „Kumulus“, an der sich die Schule seit vielen Jahren beteiligt, hatten Schüler der Klassenstufen acht bis zehn unter der Leitung von Lehrerin Silvia Berg Fragen an die Politiker vorbereitet. Thomas Schell (FDP), Torbjörn Kartes (CDU), Doris Barnett (SPD), Raik Dreher (Grüne), Max Keck (Die Linke) und Marcus Künster (AfD, im Bild von links) bemühten sich zwar um einfache Antworten, kamen aber dabei ins Schwitzen. Die teils türkischstämmigen Schüler wollten zum Beispiel wissen, wie die Bundestagskandidaten aktuell das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei bewerten und ob Muslime in Deutschland sich auf Einschränkungen im Hinblick auf ihre Glaubenspraxis einstellen müssten. Auch Bildungspolitik war ein Thema. Dass die nicht Sache des Bundes, sondern der Länder ist, damit wollten sich die Schüler im Hinblick auf den großen Sanierungsstau an den Ludwigshafener Schulen nicht so recht abspeisen lassen. Viel Gegenwind bekam beim Thema „Ehe für alle“ Marcus Künster. Der AfD-Politiker kam mit seinen Argumenten gegen gleiche Rechte für homosexuelle Paare bei den Schülern nicht recht durch. Vor allem störten sich die Jugendlichen am Begriff des Normalen. Zudem gaben sie Künster mit auf den Weg, dass es für das Wohl von Kindern vor allem wichtig sei, in einem liebevollen Umfeld aufzuwachsen. Das ist nach Ansicht der Mädchen und Jungen auch sehr gut möglich, wenn zwei Männer oder zwei Frauen, die jeweils zusammenleben, Kinder erziehen wollen. Die Juniorwahl findet in der Woche vor der Bundestagswahl statt. Die Ergebnisse werden am Wahlabend mit den Hochrechnungen bekanntgegeben.

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