Ludwigshafen Runter vom Thron, hin zum Volk
. Den Königssaal im Heidelberger Schloss kennt die Öffentlichkeit nur von Bildern oder Touristenführungen. Der Zutritt zu diesem geschichtsträchtigen Raum ist dem gewöhnlichen Publikum im Alltag verwehrt. Bei besonderen Anlässen allerdings öffnen sich die Türen. 2010, 2012 und 2014 war dies bei der Verleihung des Sport Awards der Metropolregion Rhein-Neckar der Fall gewesen. 300 geladene Gäste würdigten die Leistungen der Athleten. Diese geschlossene Veranstaltung gehört nun der Vergangenheit an. Denn vorige Woche wurde ein neues Konzept vorgestellt. Diesmal wird der Sport Award in der Heidelberger Stadthalle am Montag, 21, November, also einem typischen Partytag, wie ein Montag das nunmal ist, stattfinden und für alle Interessierten offen sein. „In der Vergangenheit war es nicht möglich, als weitläufiger Verwandter oder als ein guter Freund eines Preisträgers an der Veranstaltung teilzunehmen. Das wollten wir unbedingt ändern“, erklärte Frank Schlageter, Mitglied des Projektteams. Wer schlappe 69 Euro auf den Tisch blättern will, kann, mag, bekommt dafür dann Stars hautnah zu sehen, feines Essen, leckere Cocktails – und den Kater am nächsten Morgen im Büro inklusive. Bis zu 900 Leute passen in die Stadthalle. Löblich: Es wird keine sogenannte VIP-Zone geben. Mittendrin statt nur dabei sozusagen. Das neue Konzept kam nicht ganz unerwartet. Denn die BASF als großer Unterstützer des Sport Awards ist nicht mehr als Geldgeber dabei. Das Chemieunternehmen hat den Sport Award mitiniiert und 2010 sowie 2012 finanziell sowie durch Übernahme des Projektmanagements unterstützt. „2014 wurde das Projektmanagement bereits von einem anderen Unternehmen übernommen, und die monetäre Förderung auf deutlich mehr Schultern verteilt“, teilte das Unternehmen auf Nachfrage mit und ergänzte: „Es ist der BASF wichtig, innovative Projekte wie den Sport Award Rhein-Neckar konzeptionell und finanziell anzuschieben, um dann nach Erreichung der Selbstständigkeit neue Projekte anzugehen.“ Der Sport Award hat sich – mehr oder weniger – etabliert. Er soll nun zu einer festen Größe mit einem neuen Anstrich werden. Sprich weg vom elitären Geklotze hin zum volksnahen Abend. „Für uns Sportler ist es so auch einfacher, Kontakte zu anderen Sportlern zu knüpfen“, sagte Pascal Kirchenbauer vom Handball-Zweitligisten TSG Friesenheim. Nicht nur die Location wurde gewechselt. Auch die Kategorien der zu ehrenden Sportler wurden auf den Prüfstand gestellt. „Das war ein Kritikpunkt der letzten Veranstaltungen. Das haben wir uns zu Herzen genommen. Wir haben deshalb die Kategorien überarbeitet“, betonte Stefanie Wirth, Geschäftsführerin der Sportregion Rhein-Neckar. Eggert Voscherau, Vater der Metropolregion Rhein Neckar, wird dies freuen. Der hatte 2012 zu einer Schelte ausgeholt. „Wir können uns den Kleinpatriotismus in der Region nicht leisten. Zusammenhalt ist angesagt. Dieser Prozess ist kein 100-Meter-Lauf, sondern ein Marathon bergauf, dessen Startschuss gerade gefallen ist“, sagte Voscherau damals. Es war wohl ein Fehlstart. Der neue Startschuss fällt nun am 21. November.