Ludwigshafen Rund 500 Gäste bei Gedenkfeier für BASF-Todesopfer
Rund 500 Gäste sind am frühen Sonntagabend in die katholische Kirche St. Martin in Oppau gekommen. In einer ökumenischen Gedenkfeier stand die Trauer um die mittlerweile vier Todesopfer der Explosion bei der BASF am 17. Oktober im Mittelpunkt. Mit dem Gottesdienst wollten die Theologen Trost spenden.
Die bohrende Frage nach dem „Warum“ bleibe. Anne Henning, Beauftragte der evangelischen Landeskirche für Notfallseelsorge, hat gestern Abend die zentrale Frage zusammengefasst, die die Anwesenden noch immer bewegt. Eingeladen zur gemeinsamen Trauerfeier hatten die evangelische Dekanin und der katholische Dekan, Barbara Kohlstruck und Alban Meißner. Innenminister Roger Lewentz kam für das Land, die Stadtspitze war mit Oberbürgermeisterin Eva Lohse sowie den Dezernenten Klaus Dillinger und Dieter Feid vertreten. Für die BASF waren unter anderem der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller und Werkleiter Uwe Liebelt in der Kirche. Dort waren zudem viele Feuerwehrleute in Uniform zu sehen. „Bei Augenzeugen haben sich Bilder in den Kopf gesetzt, die schwer zu ertragen sind“, sagte Henning. Zusammen mit den Dekanen führte sie durch den Gottesdienst, der nach dem Unglück Trost spenden soll. „Wie konnte Gott das zulassen?“ Das ist eine Frage, die sich Menschen angesichts des Unglücks stellen. Die Theologen, unter ihnen auch Ayhan Aidinli als Vertreter der muslimischen Gemeinden, gaben keine einfachen Antworten. Abwechselnd mit Patrick Stöbener, Beauftragter für Polizeiseelsorge im Bistum Speyer, Susanne Seinsoth, evangelische Pfarrerin von Oppau, und Reinhard Herzog, stellvertretender Leiter der Notfallseelsorge Ludwigshafen, lasen die Pfarrer Worte aus der Bibel, die, so sagte Henning, „Menschen seit über 2000 Jahren tragen“. In den Fürbitten betete die versammelte Gemeinde für die Familien der bei dem Unglück gestorbenen Menschen, für die Verletzten und ihre Angehörigen, für Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte sowie die Anwohner. Dank sprachen die Anwesenden der Feuerwehr, Polizei und den Rettungskräften, Notfallseelsorgern sowie Verantwortlichen der Stadt aus. Beate Ehle, Bereichsleiterin der BASF für Gesundheit, Umwelt und Sicherheit, betonte, dass sei „tief getroffen“ sei und formulierte einen Dank an Gott: „Wir sind dankbar, dass der Schaden nicht noch größer war, dankbar, dass so schnell Hilfe da war.“ Feuerwehr Peter Friedrich sagte: Bei aller Professionalität sei jeder, der vor Ort im Einsatz war, auch ein Mensch, der „nun mit den Bildern im Kopf und den Erinnerungen zurechtkommen“ müsse. Für die vier Verstorbenen wurden zudem Kerzen entzündet.