Ludwigshafen „Ruhe kann ich gut aushalten“
«Mutterstadt.» Bildergeschichten zum Nachdenken möchte die Mutterstadter Künstlerin Petra Helm in ihrer ersten Ausstellung präsentieren. Unter dem Titel „Von der Harmonie aus Chaos & Ordnung 2“ werden die 35 Werke auf drei Etagen des Mutterstadter Rathauses zu sehen sein. Vernissage ist am Freitag, 8. September, um 19 Uhr im Mutterstadter Rathaus.
Petra Helms Bilder erzählen eine Geschichte. Welche, das findet der Betrachter der Bilder am besten selber heraus, denn wenn man bei der Künstlerin nachbohrt, dann lächelt sie nur geheimnisvoll. Sie hält nichts davon, anderen ihre Motivation beim Malen zu erklären oder die Bilder zu interpretieren. So können die Gedanken beim Gang durch die Ausstellung frei schweifen. „Eine Bildergeschichte zum Nachdenken in drei Ebenen“ ist der Untertitel der Ausstellung. Drei Ebenen in zweifacher Hinsicht: Zum einen sind die Werke auf die drei Etagen des Rathauses verteilt, zum anderen gibt es drei thematische Ebenen. Im Erdgeschoss hängen Bilder, die Landschaften aus der Pfalz in verschiedenen Jahreszeiten zeigen: Kirschblüte im Frühling, ein Roggenfeld im Sommer, Birken mit Herbstlaub, Weinberge im Schnee. Es sind farbenfrohe, gegenständliche Bilder. Einen Stock höher bleibt es farbig, wird aber abstrakt. Es überwiegen Kompositionen aus unterschiedlichen Formen, die Bilder haben fantasievolle Namen wie „Regenbogenrolle“, „Organics“, „Little Earth“ und „Chaos & Ordnung“. Auf der dritten Ebene rückt der Mensch in den Mittelpunkt: „Seelenbilder“ heißen die Werke. Da sind Menschen in eher unwirklichen Szenen zu sehen: auf einem Pferd oder im Vogelkäfig oder beim Schweinehüten. „Ich will nichts dazu sagen, ich habe meinen Part getan“, sagt Petra Helm. Das Konzept der drei Ebenen der Ausstellung hat sie im Kopf, seit sie vor dreieinhalb Jahren mit dem Malen dafür begann. Gemalt hat Petra Helm schon früher, mal mehr und mal weniger intensiv. Erst als Kind, dann mit Ende 20, als sie eine große Tüte mit Ölfarben geschenkt bekam. 1998 hat sich die gelernte Hauswirtschaftsleiterin als Einrahmerin mit ihrem Geschäft am Wasserturm in Mutterstadt selbstständig gemacht. Da habe sie dann auf eine andere Weise mit ihrer Leidenschaft, der Malerei, umgehen können. Sie habe eine große Vielfalt von Bildern gesehen. Kreativ sei Petra Helm schon immer gewesen, erzählt sie, habe immer gern mit den Händen gearbeitet, egal ob sie einen Teig knetet, handarbeitet oder eben malt. 2009 hat sie selbst wieder mit dem Malen begonnen. Zunächst in Kursen. Das sei aber nicht wirklich ihr Ding gewesen. „Ich habe mich dann zurückgezogen, um meinen eigenen Stil zu finden. Zu Hause konnte ich alles fließen lassen“, sagt sie. „Ich hatte ja das Bedürfnis, da war etwas in mir, was raus wollte. Da brauchte ich keine Vorgaben.“ Auch heute malt sie am liebsten mit Ölfarben. Petra Helm sieht sich auch gern Bilder an, sie liebt Museumsbesuche und ist gern in der Natur. „Ich kann Ruhe gut aushalten und tue auch gerne mal nichts, aber natürlich nicht ausschließlich“, erklärt sie. Für die Künstlerin wird ihre erste Ausstellung im Mutterstadter Rathaus spannend. Sie hat die Bilder noch nie alle zusammen in dieser Reihenfolge betrachtet. Selbst beim Aufhängen hat sie sie mit weißen Tüchern verhüllt und wird die Gesamtkomposition erst bei der Vernissage sehen. „Ich freue mich schon darauf, sie als Einheit zu sehen“, sagt sie. Die Ausstellung im Rathaus ist bis zum 13. Oktober während der Öffnungszeiten zu sehen.