Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ruchheim: Ortsvorsteher Dennis Schmidt setzt sich weiter für Absicherung der L 525 ein

Auf der L 525 zwischen Ruchheim und Fußgönheim gab es schon mehrere schwere Unfälle.
Auf der L 525 zwischen Ruchheim und Fußgönheim gab es schon mehrere schwere Unfälle.

Es war eine Überraschung: Mit 54,5 Prozent der Stimmen ist ein junger CDU-Politiker vor gut einem Jahr zum Ruchheimer Ortsvorsteher gewählt worden. Der 27-jährige Dennis Schmidt berichtet, welche Themen ihn besonders umtreiben und warum noch nicht ganz klar ist, wann Ruchheim Jubiläum feiert.

Wie war das erste Jahr als Ortsvorsteher?
Es war spannend. Es gab viele neue Herausforderungen, aber auch viel Freude, viele schöne Termine. Es war ein spannendes erstes Jahr mit vielen ersten Malen: die erste Eröffnung der Kerwe, der erste Neujahrsempfang.

Was ist Ihr Eindruck: Kann man als Ortsvorsteher wirklich viel bewegen oder ist es eher ein repräsentativer Job?
Man kann Themen bei der Stadtverwaltung fokussieren und damit voranbringen. Ich habe aber auch gelernt, dass die Stadtverwaltung ein großer Tanker ist. Schnell Projekte durchzubringen, ist faktisch unmöglich. Aber einiges wurde dennoch umgesetzt, etwa der Fußweg am Sportplatz. Ansonsten konnten wir unter anderem Änderungen von Parkverboten durchsetzen. Das sind oft kleine Sachen, die aber für die Anwohner von größerer Bedeutung sind.

Was ist Ihre Taktik in Sachen Stadtverwaltung? Wie kommt man weiter?
Mit einem offenen und fairen Dialog. Ich bin niemand, der Probleme über Hinterkanäle löst, sondern direkt mit den jeweiligen Ansprechpartnern. Aber dann ist auch eine gewisse Hartnäckigkeit wichtig. Immer mal wieder nach dem Sachstand fragen, nachtelefonieren, nach ein paar Wochen eine Erinnerungs-E-Mail schreiben. Es gibt einige Projekte, die bei mir auf Wiedervorlage liegen.

Welche zum Beispiel?
Immer mal wieder Thema ist die Verschmutzung durch Hundekot. Ein ganz großes Thema ist außerdem die Absicherung und der Ausbau der L 525 von Ruchheim nach Fußgönheim. Ich stehe aktuell wieder in Kontakt mit Ortsbürgermeister Schubert aus Fußgönheim, damit wir dieses Projekt weiter voranbringen. Es ist ja eine Sache des Landesbetriebs Mobilität (LBM). Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass man mit diesen wenigen Maßnahmen meint, die Strecke sei jetzt gesichert und keinen weiteren Planungsbedarf sieht.

Der LBM scheint nicht vorzuhaben, in nächster Zeit an der Strecke noch etwas zu ändern. Wo sehen Sie da noch Möglichkeiten?
Wir sollten uns mit einzelnen neuinstallierten Pfosten und einem Tempo-70-Schild nicht abwimmeln lassen. Ich hätte zumindest gerne einen Vorort-Termin zusammen mit Ludwigshafen und den zuständigen Ansprechpartnern beim LBM, um nochmal die Situation anzuschauen. Es geht in einem allerersten Schritt ja nur um Leitplanken. Der Ausbau wäre der zweite Schritt. Eine wirkliche Absicherung der Kurven- und Brückenbereiche sehe ich bislang nicht gegeben.

Ein weiteres Thema, das Sie schon von Ihrer Vorgängerin übernommen haben, ist die Sanierung des Gemeinschaftshauses. Da soll es im kommenden Jahr losgehen.
Durch die Corona-Pandemie ist es ruhiger geworden im Stadtteil, was nicht heißt, dass unsere Vereine weniger leisten. Aber der Fokus liegt derzeit nicht so stark auf dem Thema Gemeinschaftshaus. Da dort derzeit praktisch kein Publikumsverkehr ist, hoffen wir, dass der Baubeginn vorgezogen werden kann.

Sie haben gesagt, dass es durch Corona ruhiger geworden ist. Ich habe generell das Gefühl: Richtige Aufregerthemen gibt es in Ruchheim nicht – im Vergleich zu vor einigen Monaten und Jahren. Man denke an den Adler-Streit und die Diskussionen um den Fußweg zu Amazon.
Ich denke, das liegt an der sehr guten Zusammenarbeit aller Parteien im Ortsbeirat. Wir haben sehr viele Anträge, die einstimmig durchgehen. Und selbst wenn mal diskutiert wird, sind wir uns in der Sache einig. So war es auch beim Thema L 525. Ja, es ist ruhiger geworden. Die großen Themen sind weg, aber wir haben noch vereinzelt Baustellen.

Gutes Stichwort: Was macht eigentlich die Bauruine am Erfurter Ring?
Die Bauruine wird weiterentwickelt. Ich habe gerade dieser Tage die zuständige Firma kontaktiert und sie in die nächste Ortsbeiratssitzung eingeladen. Ich würde mich freuen, wenn sie kommt und den Ortsbeirat informiert.

Im nächsten Jahr soll es wieder eine Kerwe geben. 2021 steht auch eine andere große Feierlichkeit an: Ruchheim wird 1250 Jahre alt.
Das war unser Wissensstand, ja.

Das heißt?
Bei den Recherchen des Stadtarchivs hat sich wohl herausgestellt, dass Ruchheim vermutlich etwas jünger ist, als man bis dato annahm. Das wird noch von der Stadtverwaltung geprüft. Wir warten ab, haben aber schon einen Alternativplan. Wir feiern trotzdem, weil wir ziemlich sicher sagen können, dass das Ruchheimer Schloss 300 Jahre alt wird.

In Ruchheim gibt es also immer einen Grund zum Feiern.
Genau.

Was haben Sie aus Ihrem ersten Jahr führ Ihr zweites Jahr gelernt?
Dass vieles mit Ruhe und Gelassenheit aber einer gewissen Hartnäckigkeit funktioniert. Lieber einmal mehr durchatmen als immer mit dem Kopf durch die Wand.

Zur Sache

Vergangenes Jahr kamen vier Ortsvorsteher neu ins Amt: Andreas Rennig (Gartenstadt), Sylvia Weiler (Oggersheim), Dennis Schmidt (Ruchheim) und Frank Meier (Oppau). Nach einem Jahr fragen wir alle, wie es ihnen bisher ergangen ist.

Dennis Schmidt am Ruchheimer Schloss.
Dennis Schmidt am Ruchheimer Schloss.
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