Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Robin Egelhof: „Es ging darum, überhaupt aufzustehen“

Ist zum TuS Dansenberg zurückgekehrt und hat seinen Vertrag bis 2022 verlängert: Robin Egelhof.
Ist zum TuS Dansenberg zurückgekehrt und hat seinen Vertrag bis 2022 verlängert: Robin Egelhof. Foto: TuS Dansenberg/Frei

Robin Egelhof spielte für den TV Hochdorf und Bundesligist Eulen Ludwigshafen. Doch eine plötzliche Depression zwang ihn zu einer mehrmonatigen Pause. Nun spricht der 22 Jahre alte Ex-Jugend-Nationalspieler offen über die schwere Phase.

Wer Ihnen auf dem Handballfeld zuschaut sieht, Sie leben diesen Sport. War das schon immer so?
Nicht ganz. Als Junge war ich bei den Fußballern in Trippstadt, jedenfalls bis zur Handball-WM 2007. Diese Spiele, was da an Stimmung auch rüberkam, das war einfach klasse. Als Deutschland auch noch Weltmeister wurde, hat es mich gepackt. Mein Bruder und ich haben uns dann beim TuS angemeldet. Ganz fremd war Handball in unserer Familie ohnehin nicht, mein Vater hatte früher auch Handball gespielt.

Der Handballboom war damals überall zu spüren, viele sind aber wieder abgesprungen. Sie nicht.
Dieser Sport ist einfach großartig, ist attraktiv, kurzweilig und auch für den Zuschauer bieten die schnellen Spielsequenzen viel Spannung. Außerdem ist es eine sehr technische Sportart, da bringt einem alleine körperliche Stärke, Größe oder Schnelligkeit nichts, wenn man die falschen Entscheidungen trifft oder den freien Mitspieler nicht sieht.

In Ihrer Aufzählung fehlt die gewisse Härte, die dem Sport anhaftet.
Das stimmt auf jeden Fall. Wenn es so richtig zur Sache geht, genau das macht mir Spaß.

Verletzungen lassen grüßen, Sie hat es schon einige Male erwischt.
Fuß gebrochen, Schulter ausgekugelt mit anschließender Operation und ein ziemlich komplizierter Trümmerbruch im Schlüsselbein. Da ist immer noch die Platte drin, die kommt nach der Saison raus.

Mal ehrlich, verliert man da nicht die Lust am Sport?
Durch die Verletzung ist man ja erst einmal raus, muss pausieren. Bei mir ist es tatsächlich so, dass mir nach längerer Zwangspause was fehlt, sei es das Auspowern auf dem Feld oder das Zusammensein mit der Mannschaft.

Motivieren oder zum Weitermachen animieren muss Sie also niemand?
Nein, mein sportlicher Ehrgeiz bleibt ja nicht wegen einer Verletzung am Boden liegen und die Lust auf Bewegung auch nicht.

Es waren bei Ihnen ja nicht nur Brüche, die Ihnen eine Auszeit verordnet haben. Aufgrund einer depressiven Phase waren Sie mehrere Monate nicht auf dem Feld. Was hat Sie zurückgebracht?
Während meiner Behandlung war der Handball überhaupt kein Thema, da ging es eher darum, es zu schaffen, morgens überhaupt aufzustehen und wieder Spaß am Leben zu bekommen. Hier waren natürlich meine Familie, vor allem mein Bruder, und enge Freunde ganz wichtig. Als es mir dann nach und nach besser ging, kam der Drang nach Bewegung und Handball irgendwann von alleine wieder. Beim TuS war ich groß geworden, da kannte ich auch nach meiner Spielzeit in Zweibrücken, Hochdorf und bei den Eulen die Gemeinschaft noch gut. In der Mannschaft waren teils die Jungs, mit denen ich in der Jugend angefangen hatte und auch noch einige Spieler, zu denen man als Jugendspieler hochgeschaut hatte. Der Weg zurück auf das Handballfeld hat sich von daher sehr gut angefühlt.

Kann man sagen, das Miteinander in der Mannschaft ist Ihre große Motivation?
Auf jeden Fall. Beim Handball ist ein gut eingestimmtes Team die Voraussetzung, um erfolgreich zu sein. Als Mannschaftssportler gibt einem das Miteinander in der Mannschaft ganz viel.

Nun stehen Sie fast täglich in der Halle, auch weil Sie neben ihrem Training selbst längst als Trainer arbeiten. Trainieren Sie Jungs oder Mädels?
Ich trainiere die zweite Mannschaft der D-Jugend beim TuS, da spielen sowohl Mädels als auch Jungs.

D-Jugend, das sind die 12- und 13-Jährigen? Muss in dem Alter der Trainer auch schon mal den Motivator geben?
Eigentlich nicht, es gibt auch keine großen Unterschiede zwischen den Jungs und Mädels, die sind alle voll dabei.

Dann noch eine letzte Frage: Vor dem Handball war der Fußball, was könnte denn noch kommen?
Basketball reizt mich schon. Hier spiele ich in der Freizeit mit Kumpels ganz gerne. Der Sport ist ähnlich wie beim Handball technisch anspruchsvoll, schnell und kurzweilig. Jedoch ist hier der körperliche Kontakt etwas geringer. Genau das aber würde mir fehlen.

Zur Person

Robin Egelhof

Der 22 Jahre alte ehemalige Jugend-Nationalspieler wohnt im westpfälzischen Stelzenberg. Egelhof studiert Soziale Arbeit. Er spielte beim TuS Dansenberg in der Jugend, ging dann zum SV 64 Zweibrücken und von dort zum TV Hochdorf. Er hinterließ einen sehr guten Eindruck, sodass Bundesligist Eulen Ludwigshafen ihn verpflichtete. Doch dort brach er wegen einer depressiven Phase plötzlich seine Zelte ab und wurde lange behandelt. Seit Frühjahr 2018 ist er wieder beim Drittligisten Dansenberg, hat sich bis 2022 gebunden. In Dansenberg trainiert er die zweite Mannschaft der D-Jugend.

Trifft für den TuS und fühlt sich wohl: Robin Egelhof.
Trifft für den TuS und fühlt sich wohl: Robin Egelhof. Foto: TuS Dansenberg/Frei
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