Ludwigshafen Riesengaudi im Zwergenland
«Dannstadt-Schauernheim.» Wenn der Zwerg zu groß und der Riese zu klein ist, dann sind Schwierigkeiten programmiert. Zugleich eröffnen sich auch neue Perspektiven. Und genau darum dreht sich das Stück „Riesling und Zwerglinde“, das das Dornerei-Theater vergangenen Freitag im Dannstadter Kulturhof Schrittmacher aufgeführt hat. Anlass war das 25-jährigen Bestehen der Einrichtung.
Die Gemeindebücherei Dannstadt hatte zu dem Stück nach dem Bilderbuch von Karl-Heinz Appelmann Kinder ab vier Jahren eingeladen. Etwa 30 sind mit Eltern, Geschwistern und Freunden gekommen und lauschten der Geschichte vom Riesenpaar Baumlang und Frederiese, die endlich Nachwuchs bekommen. Das Riesenbaby ist aber sehr klein. Da er so winzig ist, nennen ihn seine Eltern Riesling. Mit der Zeit schwindet die Hoffnung, dass der Kleine noch richtig groß wird. In der Schule erklärt ihm dann Oberlehrer Lulatsch auch gleich den Feind: die Zwerge. „Die sind an allem schuld“, wiederholt Riesling dann auch artig. Sie durchlöchern die Berge der Riesen mit ihren Löchern und sorgten für Stolperfallen. In ihren Höhlen sitzen derweil Lieschen und Knirps mit ihrer jungen Zwergentochter. Doch die ist schon ein paar Köpfe größer als ihre Eltern und will einfach nicht aufhören zu wachsen. Während alle anderen Kinder lernen, Gänge zu buddeln, bleibt sie immer öfter stecken. Doch die Löcher müssen gebuddelt werden, um die Riesen zu ärgern. Die reißen nämlich immer unschuldige Bäume aus - und „sind an allem schuld“. Als Riesling und Zwerglinde sich begegnen, mögen sie sich zunächst gar nicht, sind aber gleichzeitig auch fasziniert, da sie gleich groß sind. Sie freunden sich an und gehen zum Spielen ganz weit weg, um keinen Ärger zu bekommen. Beide erkennen mit der Zeit, dass die anderen doch gar nicht so schlecht sind, wie die anderen behaupten. Sie überstehen zusammen ein Unwetter und sorgen dafür, dass die Familien sich versöhnen. Am Ende wird ein großes Fest mit Riesenbockwurst und Zwergengemüse gefeiert. Die kleinen und großen Zuhörer lauschten gebannt, als Eleen und Markus Dorner die Stoffpuppen sprechen lassen. Eigentlich spielen sie mit Holzpuppen, doch diese wären bei den Riesen einfach viel zu schwer geworden, erklärte Eleen Dorner. Entworfen und gestaltet hat die Zwergen- und Riesenfiguren die Künstlerin Mechtild Nienaber. Das „Dornerei-Theater mit Puppen“ ist seit 15 Jahren fester Bestandteil des Kulturangebots im Mußbacher Herrenhof in Neustadt. Mit ihren Stücken gehen die beiden durch Deutschland und die angrenzenden Länder auf Tournee. Markus Dorner ist zudem Leiter des Museums für Puppentheater-Kultur der Stadt Bad Kreuznach und Regisseur für Marionettentheater.