Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Rheingönheim: Bezirkssportanlage soll komplett saniert werden

Ein Blick auf die Anlage in Rheingönheim.
Ein Blick auf die Anlage in Rheingönheim.

Es ist eine große Chance für den Sport in Rheingönheim: Wenn die aktuelle Bewerbung der Stadt bei einem Förderprogramm angenommen wird, rückt eine Komplett-Sanierung der Bezirkssportanlage in Rheingönheim in greifbare Nähe. Sie ist die Heimat des Fußball-Oberligisten FC Arminia.

Der Sportausschuss hatte das Projekt bereits in einer Sitzung vor den Sommerferien empfohlen, der Stadtrat am 24. September seine einstimmige Zustimmung für die Teilnahme im Bundesprogramm erteilt. Dass der Ortsbeirat nun als Letztes über das Vorhaben informiert werden sollte, sorgte bei einigen Mitgliedern für kritische Kommentare. In der Sitzung am Mittwoch bat Gabriele Bindert, Leiterin des Bereichs Grünflächen, dafür um Nachsicht. Corona habe die Sitzungstermine durcheinander gewirbelt, die Beschlussfassung im Rat sei nötig gewesen, um keine Frist für den Förderantrag zu versäumen. Derzeit geht man von Kosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro aus. Bei einer Teilnahme am Bundesprogramm könnten bis zu 90 Prozent davon gefördert werden.

Anlage hat schon oft Probleme gemacht

Das sei eine Riesenchance für die Sanierung der Bezirkssportanlage, hieß es am Mittwoch. „Das ist ein Knaller, was wir hier planen dürfen“, sagte Bindert euphorisch. Die Sportanlage habe in den vergangenen Jahren schon oft Probleme gemacht, der Rasenplatz sei oft unbespielbar gewesen. Ursache sei, dass der Sportplatz der 1977 eingeweihten Anlage nicht nach heutigen Vorgaben gebaut wurde, nämlich ohne Drainage, erläuterte Thomas Gerling, städtischer Bereichsleiter für Sport. Im Boden unter den Sportplätzen befinden sich teilweise wasserundurchlässige Schichten. Bisherige Maßnahmen seien nur Flickwerk gewesen und hätten kaum etwas gebracht.

Rundlaufbahn soll wegfallen

Wie Bindert sagte, ist eine Komplettsanierung der Sportanlage geplant. Nach Einbau einer Drainage soll der künftig mit Kunstrasen hergestellte Platz räumlich etwas verschoben werden. Möglich wird dies, weil das Rund der Laufbahn direkt um den Platz wegfallen soll. Die Bahn wird heute nicht mehr benutzt und ist überflüssig. Dafür soll es an der hinteren Platzseite eine neue Einhundertmeter-Laufbahn und eine Weitsprunggrube für den Schulsport geben. Durch die Verschiebung des Rasenplatzes ergibt sich ein größerer Zwischenraum bis zum heutigen Tennenplatz (Hartplatz). Diese Fläche soll mit Naturrasen ausgestattet und für verschiedene Zwecke genutzt werden: vom Balltraining für die Jugend bis hin zu Veranstaltungen.

Hier könne sich der Verein auch eigene Wünsche erfüllen wie ein Volleyballfeld oder einen Bouleplatz, meinte Bindert. In der Planung sei dies nicht darstellbar. Der anschließende, ebenfalls sanierungsbedürftige Tennenplatz ist durch einen Zaun räumlich stark eingeengt. „Hinter den Toren sind keine Auslaufflächen mehr, der Platz erfüllt nicht die Norm und ist daher nicht förderfähig“, bedauerte Bindert. Auch der Hartplatz soll bei der Sanierung einen modernen Kunstrasenbelag erhalten. Bei der Entscheidung über die Beläge – Natur-, Hybrid- oder Kunstrasen – sei die Nutzung betrachtet worden. Naturrasen habe eine Nutzungsdauer von 600 Stunden im Jahr, Kunstrasen von mindestens 1800 Stunden. Angesichts der hohen Beanspruchung durch den Verein – Bindert nannte hier 2800 Jahresstunden – sei Kunstrasen besser geeignet.

Kein Granulat

Vorgesehen ist ein Belag ohne umweltschädliche Granulatfüllung, der aber bewässert werden muss. Das nötige Regenwasser soll in einem Betonbehälter am südlichen Geländeende gesammelt werden. Vorgesehen ist ebenso eine neue Beleuchtungsanlage für beide Plätze mit modernen LED. Auch die Umzäunung der Anlage soll erneuert werden. „Wir sind in der Online-Anmeldung zum Bundesprogramm bis 31. Oktober“, informierte Gerling. Für den Erfolg der Bewerbung rechnet sich der Bereichsleiter gute Chancen aus.

Gesammelte Argumente dafür seien die Nutzung für den Schulsport der Mozartschule, die stark gestiegene Einwohnerzahl des Stadtteils mit dem Neubaugebiet und der Verein FC Arminia mit 250 Erwachsenen und 250 jugendlichen Mitgliedern, zählte Gerling auf. „Wir sind glücklich, dass das angegangen wird“, formulierte SPD-Ortsbeirat Peter Niedhammer eine Meinung, die alle Mitglieder teilten.

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