Ludwigshafen Rekordmarke neben Kartoffelacker geknackt

Placeholder-Image

MUTTERSTADT. Der neuseeländische Kugelstoß-Rekord ist am Wochenende in Mutterstadt – mitten auf der Wiese neben dem Kartoffelacker – gebrochen worden. Tom Walsh, Dritter bei der Hallen-Weltmeisterschaft, stieß die Kugel beim Werfertag von Phoenix Mutterstadt am Samstag so weit. Anstatt harter Dollars gab es zur Belohnung eine gute Flasche Pfälzer Wein und eine Medaille. Natürlich durfte auch der Eintrag ins „Goldene Buch“ der Gemeinde nicht fehlen.

Der 23 Jahre alte Drehstoßtechniker präsentierte sich in Rekordlaune: Ozeanienrekord, neuseeländischer Rekord und Platzbestleistung. Die lag immerhin bis zum Wochenende auch bei 21,19 Meter, aufgestellt vor zwei Jahren vom Olympiadritten 2012, Reese Hoffa aus den USA. Schon beim Einstoßen zeigte der 121-Kilogramm-Mann Walsh, dass das Training in Mannheim mit seinem Heimtrainer Dale Stevenson im Trainingscamp von Khali Alqawati gut angeschlagen hat. 21,68 Meter wurden hier inoffiziell gemessen. Walsh legte eine glänzende Serie hin: Nach seinen 21,50 Meter im ersten Versuch ließ er 20,90 Meter, 20,34 Meter und 20,59 Meter folgen. Mit dem fünften Versuch begann der Regen und heftige Böen fegten über die Anlage. Der Neuseeländer wollte nichts mehr riskieren, beide Durchgänge waren ungültig. Nichtsdestotrotz strahlte der 1,85 Meter lange Neuseeländer. „Wenn ich bei der WM so einen Tag erwische, dann ist alles möglich, ein Platz unter den ersten Drei drin“, unterstrich Walsh, der bereits fünf neuseeländische Meistertitel, eine Bronzemedaille bei der Hallen-Weltmeisterschaft und eine Silbermedaille von den Commonwealth Games gewann. Seit Mitte Juni bereitet sich der 23-Jährige in Begleitung seiner Ehefrau in der Metropolregion Rhein-Neckar auf seine internationalen Aufgaben vor. Diese hatte am Samstag allerdings Besseres vor und verpasste so den Top-Wettkampf ihres Gatten. Walsh ist jedoch nicht zum ersten Mal in Deutschland, schon vor vier Jahren war er bei der Junioren-Gala in Mannheim am Start. Über die samstägliche Prämie, die Flasche Wein, hat sich Walsh durchaus gefreut. Doch es gebe nichts über ein ordentliches „german beer“, wie er lachend meinte. Bis 8. August ist Walsh noch in Deutschland, ehe er nach Japan reisen und dort auf die komplette neuseeländische Leichtathletik-Nationalmannschaft treffen wird. Im kommenden Jahr übrigens werden die Neuseeländer voraussichtlich mit rund 30 Athleten ihre Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro in Mannheim machen, kündigte Alqawati an. Die Verantwortlichen von Phoenix Mutterstadt hatten alles dafür getan, dass es ihrem neuseeländischen Star in Mutterstadt an nichts fehlte. Nur die Zuschauer ließen dann doch zu wünschen übrig. 20, 30 Fans hatten sich auf Bierbänken rund um die Kugelstoßanlage versammelt. „Die üblichen Verdächtigen“, sagte Gerhard Zachrau, zweiter Vorsitzende von Phoenix Mutterstadt, etwas enttäuscht über die Resonanz.

x