Ludwigshafen Rückkehr ins Rampenlicht

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Mannheim

. Die Auszeit tat Svenja Huber gut. Die Mannheimerin hat den Heimaturlaub genutzt, um vom Handball abzuschalten. Sie war für eine kurze Zeit in der Stadt, weil ihre Mutter Geburtstag hatte. Es war der erste Besuch, nachdem Huber mit ihrem Verein, dem Thüringer HC, Deutsche Meisterin geworden war und sich mit der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft im Dezember in Kroatien und Ungarn qualifiziert hatte. Es ist eine Rückkehr in ihre Heimat. In Mannheim wurde sie geboren, dort ging sie ins Ludwig-Frank-Gymnasium, der heutigen Eliteschule des Sports mit Schwerpunkt Handball, dort erlebte sie mit dem frühen Tod ihres Vaters den Verlust eines Familienmitgliedes. „Die Region ist meine Heimat“, sagt Svenja Huber. Als sie für die Ketscher Bären spielte, feierte sie am 14. Oktober 2006 in Verl gegen die Niederlande ihr Debüt in der Nationalmannschaft. Dazwischen gehörte sie lange Zeit nicht mehr der Bundesauswahl an. Doch nur drei Monate nach ihrem Wechsel von Koblenz nach Erfurt wurde die Soziologie-Studentin von Bundestrainer Heine Jensen für zwei Länderspiele gegen Rumänien berufen. Die Rückkehr verlief vielversprechend. Jensen berief Huber, die bei der SG Heddesheim ihre Karriere begann und bei der TSG Ketsch, DJK/MJC Trier und Koblenz fortsetzte, auch für die beiden EM-Qualispiele gegen Mazedonien. Dort löste die Mannschaft das EM-Ticket. Nun gehört sie zum festen Stamm der DHB-Auswahl und war beim Auftakt der EM-Vorbereitung am Dienstagabend gegen die Schweiz mit sieben Toren erfolgreichste Werferin. Svenja Hubers Wechsel zum Thüringer HC – das ist der FC Bayern München im Frauen-Handball – verlief schon abenteuerlich. Die slowakische Nationalspielerin Lydia Jakubisova zog sich einen Kreuzbandriss zu. Huber war zu diesem Zeitpunkt Kapitänin und Leistungsträgerin in Koblenz – mit 55 Toren in elf Spielen. Thüringen ließ nicht locker, weil Koblenz bei der ersten Anfrage noch blockte. Schließlich ließ sie Koblenz gehen. Huber fuhr mit einer Sporttasche nach Erfurt. Sie hatte noch nicht mal eine Unterkunft, aber einen Vertrag bis 30. Juni 2015. Zum Glück kannte sie Nadja Nadgornaja, mit der sie schon in Trier zusammenspielte. Die junge Nationalspielerin, die zu diesem Zeitpunkt bei der WM war, hatte ihr einen Schlüssel hinterlegt. „Die Möglichkeit für solch einen Wechsel bekommt man nicht jeden Tag. Das war meine einzige Chance hochzukommen“, meinte Huber. Sie war mit dem Trainerwechsel in Koblenz nicht einverstanden. Ildiko Barna wurde durch Christoph Barthel ersetzt. „Ich kenne Ildiko seit ich 14 bin.“ Huber kann die vergangenen Monate immer noch nicht so richtig begreifen. „Es ist einfach super, was mit mir sportlich in den vergangenen Monaten passiert ist.“ Sie sei im besten Handballeralter und dürfe sich noch einmal auf dem internationalen Parkett zeigen. Champions League und im Dezember die Europameisterschaft stehen an. Das wird stressig, deshalb genoss Huber die sportliche Auszeit in Mannheim.

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