Ludwigshafen Protest gegen Fällung von Kastanie
Wegen eines Bauvorhabens in Friesenheim könnte eine Kastanie an der Ecke Ruthen-/Eckermannstraße gefällt werden. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) tritt für den Erhalt des Baums ein. Die BASF Bauen und Wohnen prüft nun als Bauherr, ob die Kastanie erhalten werden kann.
Konkret geht es um ein Grundstück, das zwischen der Eckermann- und der Herrenwaldstraße an die Ruthenstraße grenzt. Dort befand sich bis November 2014 ein Gebäude der BASF-Wohnbaugesellschaft Luwoge. Das Haus wurde abgerissen, weil die Bausubstanz schlecht war und eine Sanierung unwirtschaftlich gewesen wäre, sagte eine Sprecherin der BASF Bauen und Wohnen, der Nachfolgerin der Luwoge. Das Wohnbauunternehmen will nun an dieser Stelle einen Neubau errichten. 20 Wohnungen und 500 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen sind geplant. Ein entsprechender Bauantrag wurde bei der Stadtverwaltung eingereicht. Der BUND befürchtet nun, dass eine Gruppe älterer Kastanien, die teils mehrere Jahrzehnte alt seien, dem Bauprojekt zum Opfer fallen könnten. Die Kreisgruppenvorsitzende Ingrid Frühauf gibt zu bedenken: „Die Bäume sind prägend für den Innenbereich zwischen der Eckermann- und der Herrenwaldstraße.“ Die Kastanien seien auch für das Kleinklima bedeutsam, da sie Sauerstoff erzeugen, Schatten spenden und Feinstaub binden. Abgesehen von ihrer ökologischen Bedeutung erhöhten die Kastanien auch den Wohnwert der angrenzenden Gebäude. Gerade in einer Industriestadt wie Ludwigshafen sollten die großen Wohnbaugesellschaften wie die BASF Bauen und Wohnen ihre Verantwortung wahrnehmen und alte Baumbestände erhalten, fordert Frühauf. Neupflanzungen seien nie ein gleichwertiger Ersatz, da sie Jahrzehnte brauchen, bis sie ihre ökologische und ihre ästhetische Wirkung voll entfalten. Das Wohnbauunternehmen nimmt die Kritik ernst, verweist aber darauf, dass von vier Kastanien lediglich eine möglicherweise gefällt werden müsse. Für diesen Baum wäre eine Ersatzpflanzung vorgesehen. Doch ob tatsächlich die Motorsäge an die Kastanie angelegt wird, sei derzeit noch offen. Zum einen müsste die Stadtverwaltung dafür grünes Licht geben. Zum anderen prüft die BASF Bauen und Wohnen nach Anwohnerprotesten, ob der fragliche Baum stehenbleiben kann. „Wenn das mit einer Umplanung beim Neubau möglich ist, dann machen wir das“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Sie geht davon aus, dass die Architekten bis zur Ortsbeiratssitzung am kommenden Dienstag ihre Prüfung abgeschlossen haben. Klar sei aber auch, dass neuer Wohnraum in Friesenheim sehr nachgefragt sei und dafür auch Stellplätze vorgehalten werden müssen. Die Wohnbaugesellschaft versuche dabei, so viel Grün wie möglich zu erhalten. Bei den Hohenzollernhöfen in Friesenheim sei dies etwa gelungen. Die Umweltschützer vom BUND hingegen bemängeln, dass zum wiederholten Mal in Ludwigshafen bei Baumaßnahmen nachlässig mit alten Bäumen umgegangen werde. Ein besonders gravierender Eingriff sei beispielsweise die Fällung einer der ältesten Platanen der Stadt für die Bebauung am Rheinufer Süd gewesen. Auch im Friesenheimer Aschanti-Dorf sollten für neue Garagen alte Bäume fallen (wir berichteten). BUND-Chefin Frühauf fordert von der Stadt eine Baumschutzsatzung. |mix