Ludwigshafen
Projekt will Kindern Handball näherbringen
Spielende Kinder in der Schulturnhalle? Eigentlich nichts Besonderes. Im Projekt „Sportsfreunde“ geht es aber genau darum. Auch beim dritten Projekt-Camp in der Oggersheimer Langgewannschule schnupperten 16 Kinder zwischen acht und 13 Jahren teilweise zum ersten Mal in den Handballsport. Kinder, die auf Grund ihrer religiösen, kulturellen oder sozialen Herkunft, wenn überhaupt dann nur schwer den Weg in die Vereine finden.
Die Hauptarbeit von Olaf Steffens als Einrichtungsleiter der Spielwohnung Oggersheim und Oliver Fischer vom Jugendhilfeverein war am Nachmittag getan. „Heute Vormittag hatten wir unterschiedliche Gruppen und haben verschiedene Grundübungen mit den Kindern gemacht. Heute Nachmittag geht es als Höhepunkt nur noch um das Spiel“, erklärte Fischer. Anna Isselhard aus dem Trainerteam des HLZ Friesenheim-Hochdorf überwachte dabei zumindest die Grundregeln des Handballspiels, denn bis auf zwei Kinder, die bereits beim TV Edigheim Kontakt hatten, waren in der Sporthalle vornehmlich Handball-Laien unterwegs.
Schnelldurchlauf bei der Technik
„Im Prinzip haben wir mit allen einen Schnelldurchlauf der Grundtechniken gemacht“, erklärte Isselhard, die im HLZ normalerweise im Kinderhandball bis zur E-Jugend betreut und damit in den Altersklassen keine großen Unterschiede zum besonderen Handball Camp machen musste. Das dauerte rund sechs Stunden inklusive einer gemeinsamen Mittagspause. „Das erste Camp ging noch über drei Tage, aber wir haben letztes Jahr gemerkt, dass ein Tag zum Schnuppern für die Kinder optimal ist“, erklärte Fischer, warum aus der im Vorjahr erneut ausgezahlten Fördersumme noch Geld für ein weiteres Camp vorhanden war.
Das war fast so reichhaltig wie immer. Fast, denn zur Kooperation gehören eigentlich auch die Eulen Ludwigshafen. „Von denen war normalerweise immer ein Spieler hier mit dabei“, berichtete Fischer. Am Freitag nicht. Die Spieler konzentrierten sich auf das eigene Spiel am Abend. „Aber wir werden gemeinsam mit den Kindern bei einem Spiel der Eulen zu Gast sein“, erklärte er. Dabei geht es auch für die TSG generell darum, Jugendliche für Sport zu begeistern, die normalerweise nicht so sehr mit Vereinssport in Kontakt kommen. Verbunden mit der Hoffnung, dass der ein oder andere dabei ist, der den Ball lieber in eine Hand nimmt, anstatt ihn zu kicken. Allerdings räumte Fischer ein, dass dies nur ein Teilerfolg sei. „Den Kindern fehlt oft ein Verein in ihrem unmittelbaren Umfeld.“ Denn dass Kinder aus Oggersheim zwei bis drei Mal in der Woche nach Mundenheim oder Friesenheim fahren sei eher die Ausnahme. Wobei sich sicher auch die TG Oggersheim über begeisterten Handballnachwuchs aus der Langgewannschule freuen würde.
Das Projekt Sportsfreunde ist eine Kooperation zwischen Spielwohnung Oggersheim, dem Verein für Jugendhilfe und der TSG Friesenheim.