Ludwigshafen Prince der Prinz von Fußgönheim
LUDWIGSHAFEN (thl). So wird es für den Fußball-Verbandsligisten Ludwigshafener SC unmöglich in der Liga zu bleiben. In den ersten 30 Minuten wurden die Gäste vom ASV Fußgönheim an die Wand gespielt und unterlagen am Ende 1:6 (0:3).
Der dreifache Fußgönheimer Torschütze Prince Jubin verzichtete auf triumphale Gesten. Nach dem Abpfiff ging er auf seinen Bruder Julien vom LSC zu. Ein paar kurze Worte, ein Klaps, ein Handschlag – dann ging der LSC-Stürmer in die Kabine, während Prince noch mit der Mannschaft auf dem Platz feierte. „Das war eine sehr gute Leistung von uns. Heute hat alles gepasst“, sagte der Fußgönheimer Torjäger, der sein Konto auf elf Treffer aufstockte. Ob er seinen Bruder habe trösten können? „Nein, nach einem solchen Ergebnis nicht. Aber er hat wenigstens ein Tor gemacht.“ Der gut zwei Jahre ältere Julien suchte erst gar nicht nach billigen Ausflüchten. „Fußgönheim war klar stärker und hat guten Fußball gespielt. Meinem Bruder kann ich zu seinem Dreierpack und zum Sieg nur gratulieren“, sagte er. Die Gastgeber erwiesen sich als ungemein effizient. Von ihren ersten sechs Chancen nutzten sie fünf, profitierten dabei aber von teils krassen Patzern in der Defensive der Hochfelder, die sich zunächst wie ein Hühnerhaufen präsentierte. „Unsere Abwehr war zu Beginn gar nicht wach, hat sich unglaubliche Stellungsfehler geleistet“, klagte LSC-Trainer Toni De Simone. Die Verunsicherung bei den Gästen nach zuletzt schlechten Ergebnissen war greifbar. „Wir hätten nur herankommen können, wenn wir eine der beiden Chancen vor der Pause genutzt hätten“, sagte der Coach. Sportchef Jakob Brunn war völlig enttäuscht: „Das Resultat spricht für sich. Wir haben keine Einstellung gefunden und wie ein Absteiger gespielt.“ Fußgönheim hatte in allen Belangen Vorteile. Der ASV attackierte früh, war dynamischer und reifer. Die Gastgeber hatten eine bessere Körpersprache, waren zielstrebiger, spielerisch und individuell stärker. Hinzu kam eine Abschlussstärke, die zu vielen sehenswerten Toren führte. Beim ASV wird sich gegenseitig permanent mit Worten geholfen. Benjamin Bischoff geht als lautstarker Führungsspieler verbal und mit Leistung voran. ASV-Trainer Jan Kamuf, der seine Mannschaft unter der Woche sehr gut trainieren sah, war angetan: „Wir waren fußballerisch gut, vor dem Tor des Gegners eiskalt und haben dem LSC wenig gestattet. Nur das Gegentor regt mich auf.“ Nach zwei mageren Auftritten vor eigenem Publikum hat der ASV in die Spur gefunden. „Das war ein ganz anderes Auftreten, auch weil wir schon vorne angegriffen haben. Nach dem 3:0 haben wir einen Gang zurückgeschaltet“, sagte Innenverteidiger Niko Matios. So spielten sie ASV Fußgönheim: Knödler - Stiller (44. Rhannam), Bischoff, Matios, David Braun - Kesselring (46. Euler), Sorg, Myftari, Demirhan (80. Juric) - Prince Jubin, Sanli Ludwigshafener SC: Kuntz - Loch (66. Syuleyman), Zühlsdorff, Corell, Coskun - Sahin - Hauptmann (85. Odermatt), Erik Rehhäußer, Chorrosch, Julien Jubin - Jens Rehhäußer (76. Mitov).