Ludwigshafen Praxisunterricht erfolgreich gemeistert

In elf Wochen haben sie durch geschicktes Investieren in 175 vorgegebene Wertpapiere aus fiktiven 50.000 Euro Startkapital 56.371,89 Euro gemacht. Das hat Marc Messmer, Daniel Kossack, Valentin Spieß und Martin Büttner den Sieg im „32. Planspiel Börse“ der Sparkasse Vorderpfalz gebracht.
Die Finanzmärkte genau beobachten, Analystenmeinungen lesen, die Wirtschaftsnachrichten aufmerksam verfolgen, das eigene Depot breit aufstellen, aber auch ein Quäntchen Glück haben: Das sind die Zutaten für den Sieg der vier Zehntklässler beim interaktiven Börsenspiel gewesen. Ausgestattet mit 50.000 Euro investierten die Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums (CBG) meist zwischen 7000 und 10.000 Euro in eine Aktie, so dass das Depot fünf bis sechs Werte umfasste. „Wenn wir das Gefühl hatten, dass eine Aktie ausgereizt war oder keinen Gewinn gebracht hat, haben wir sie wieder verkauft“, schildert Valentin Spieß (14) die Strategie der „FantaFour“, so lautet der Name des Siegerteams. Dabei hatten die Jungs gleich am Anfang Glück mit steigenden Werten und setzten sich an die Spitze der 72 teilnehmenden Teams. Zum Ende hin wurde es aber noch richtig spannend. „Da lagen nur 200 Euro Unterschied zwischen den besten Gruppen“, erzählt Teamleiter Daniel Kossack (14). Doch die „FantaFour“ verkauften alle Werte, kurz bevor der DAX just in der Finalwoche einbrach, während die anderen ihre Aktien im Depot hielten. Ein gutes Bauchgefühl und Glück gehabt! So konnten die vier ihre Kursgewinne sicher nach Hause bringen und siegten mit knapp 1000 Euro Unterschied vor der zweitplatzierten Spielgruppe von der Edith-Stein-Realschule in Otterstadt. Für ihren Sieg erhielten die vier ein Preisgeld von 500 Euro. Das soll in einen neuen PC, ein neues Möbelstück oder schlicht aufs Sparbuch fließen, denn über ein eigenes Depot verfügen die Schüler nicht – noch nicht. Auch sehen sie ihre berufliche Zukunft trotz des Erfolgs im Planspiel nicht an der Börse. „Eher nicht“, meint Martin Büttner (15), und die anderen nicken bestätigend. Das Investieren sei eher wie ein Glücksspiel. Aber wer weiß – bei der im Februar anstehenden Leistungskurs-Wahl wollen zwei der vier Mathematik nehmen. „Euer erster Platz ist eine super Leistung und macht anderen Schülern Mut, sich an solchen Wettbewerben zu beteiligen“, gratulierte CBG-Schulleiter Ulf Boeckmann dem Siegerteam. Sparkassen-Vorstandsmitglied Elke Rottmüller zollte den Gymnasiasten ebenfalls Respekt: Es erfordere eine intensive Auseinandersetzung mit den Unternehmenswerten, Branchenentwicklungen und dem aktuellen Wirtschaftsgeschehen, um in Zeiten unruhiger Finanzmärkte und volatiler Börsenkurse seinen Depotwert innerhalb von elf Wochen um über zwölf Prozent zu steigern. Umso mehr, als die Schüler sich selbstständig eingearbeitet haben, wie Sozialkundelehrer Harald Rudel berichtete. „Die ökonomische Bildung soll auch an Gymnasien im Vordergrund stehen. Es ist schön, wenn die Schüler durch solche Wettbewerbe auch praktisch Teilbereiche der Wirtschaft kennenlernen können“, meint Rudel. Für den schnellen Austausch über die beste Strategie haben die „FantaFour“ eigens eine WhatsApp-Gruppe gegründet, berichtet Marc Messmer (14). Diese besteht noch, denn auch beim nächsten Börsenspiel, das im Oktober startet, möchten die siegreichen Jung-Börsenmakler wieder an den Start gehen. (rad)