Ludwigshafen
Praktikum statt Ferien: Schüler schnuppern bei BASF rein
„Normalerweise läuft bei uns keine Musik“, erklärt Ausbilder Simon Enkler. Auch Mobiltelefone seien auf den Arbeitstischen eigentlich Tabu. Das Berufsorientierungspraktikum in der Metall- und Elektrotechnik ist eine Ausnahme. Rund 1000 Schüler hatten 2024 die Möglichkeit, Praktika zur Berufsorientierung in der Arbeitswelt eines Chemieunternehmens zu machen.
Ob und wie viele davon mittlerweile auch bei der BASF gelandet sind, wusste Tamara Rettig vom Ausbildungsmarketing nicht. „Wir dürfen solche Daten aus Datenschutzgründen leider nicht erfassen.“ Es komme aber im Auswahlverfahren häufiger vor, dass Bewerber auf ihr Praktikum im Unternehmen verweisen. Eventuell haben sich auch die 13 Schüler, die aktuell ein Praktikum bei der BASF machen, deshalb für die Tätigkeit in den Osterferien entschieden und Skistock oder Badehose gegen Bohrmaschine und Lötkolben getauscht.
Praktikanten bauen Lautsprecher
„Die jungen Leute sollen in die Bereiche Elektro und Metall hineinschnuppern, um festzustellen, welcher davon eher für sie passt“, erklärt Enkler. Er kümmerte sich mit seiner Kollegin Simone Baier um den Metallbereich, während Peter Pasternack die Auszubildenden der Elektrotechnik betreut. Hilfe erhielten die Drei von Auszubildenden aus dem zweiten Lehrjahr. „Die haben zu den Schülern einen ganz anderen Draht“, sagt Pasternack.
Oberste Prämisse ist aber: „Es soll Spaß machen.“ Deshalb werden die Praktikanten auch nicht mit Inhalten überfrachtet, sondern erhalten die Grundinformationen in Elektrotechnik und Metallverarbeitung, mit der sie ihr Werkstück in der Praktikumszeit beenden können. „Die Werkstücke werden alle fertig“, versprechen die Ausbilder. „Zur Not setzen wir uns noch selbst dran.“ Immerhin sei es eine kleine Trophäe der Grund für die musikalische Arbeitsuntermalung. Gebaut wird ein kleiner Lautsprecher, der sich über Bluetooth mit dem Mobiltelefon verbindet. „Deshalb sind auch Smartphones ausnahmsweise erlaubt. Schließlich muss man ja testen, ob die Verbindung funktioniert.“
„Man merkt, wo Interessen und Fähigkeiten liegen“
Erdacht wurden die Lautsprecher von einer Ausbildungsklasse. Pasternack habe lediglich die Entwürfe verfeinert. Ahmed Akan und Catharina Tritsch sind angehende Anlagenmechaniker im zweiten Lehrjahr und waren als Berater unterwegs. „Manchmal geben wir Tipps, wenn wir sehen, dass etwas falsch läuft, manchmal kommen die Leute auch zu uns und stellen Fragen“, erklärt Akan. „Aber zur Ausbildung selbst kamen eigentlich bislang keine Fragen“, wundert sich Tritsch. Möglicherweise, weil die Entscheidung ohnehin bereits getroffen war – wie bei Jayden Renner. Der 15-Jährige besucht die zehnte Klasse der IGS Gartenstadt und sieht sich im Bereich Elektronik. „Dafür interessiere ich mich schon immer“, sagt er. Beworben hat er sich noch nicht. „Ich will nach der Schule erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr machen.“ Aber was er im Anschluss machen will, steht fest.
Auch dafür eigne sich ein Schülerpraktikum. „Man merkt spätestens nach zwei, drei Tagen, wo die Interessen und Fähigkeiten liegen“, erklärt Enkler. Seine Kollegin Baier freut sich, wenn sich auch junge Frauen für diesen Bereich der Arbeitswelt entscheiden.
Im Mai, Juli und August stehen wieder Plätze für Berufspraktika zur Verfügung. Die Anmeldung erfolgt online unter on.basf.com/ausbildung-aktuelles.