Ludwigshafen
Positive Bilanz nach sechs Wochen Sommerferienprogramm
Sie habe in den vergangenen sechs Ferienwochen alle Einrichtungen und das Zeltlager an der Blies besucht, erzählt Sabine Heiligenthal, Leiterin des Bereichs Jugendförderung und Erziehungsberatung, beim Abschluss in der Jugendfreizeitstätte Ruchheim am Freitag. „Wir haben überall begeisterte Kinder, dankbare Eltern und engagierte ehrenamtliche Betreuer erlebt“, berichtete sie in ihrer Bilanz. Ein achtjähriger Junge habe sie in der Jugendfreizeitstätte Ernst Bloch in Oggersheim bewegt mit seiner Feststellung: „Das ist ja hier wie im Jugendhimmel.“
Die seit zwei Jahren eingeführte Kombination aus einem Zeltlager an der Blies und dezentralem Programm in Jugendfreizeitstätten (JFS) habe sich wieder als vorteilhaft erwiesen, stellte Heiligenthal fest. In jeweils zweiwöchigen Abschnitten haben die 13 städtischen und drei JFS freier Träger abwechselnd eine Ferienbetreuung von 9 bis 16 Uhr geboten. Eltern konnten sich dabei eine nahegelegene Einrichtung vor Ort aussuchen. Dazu kamen vier Wochen Stadtranderholung an der Blies. Dort war für berufstätige Eltern schon ab 8 Uhr eine Kinder-Betreuung möglich. „Wir versuchen, passgenaue Angebote zu machen“, erklärte Heiligenthal.
Inklusives Konzept
In bestimmten JFS habe es auch Gruppen für ältere Kinder von zehn bis 14 Jahren gegeben. Im Voraus abgefragt wurden etwaige Besonderheiten wie Unverträglichkeiten oder Beeinträchtigungen. So hätten rund 40 Kinder mit ADHS oder körperlichen und geistigen Behinderungen eingebunden werden können, aber auch zehn Kinder aus der Ukraine und fünf Kinder aus der Flüchtlingsunterkunft in Mundenheim. „Es kommen hier ganz unterschiedliche Kinder zusammen. Das klappt ohne größere Konflikte“, freute sich Heiligenthal. Für die Ferienbetreuung wird eine Gebühr fällig, die für Geschwisterkinder gestaffelt und für Empfänger sozialer Leistungen stark reduziert ist.
Der Abschluss des Ferienprogramms hat am Freitagmittag in der JFS in Ruchheim stattgefunden. Dort waren in den letzten beiden Ferienwochen rund 20 Kinder zu Gast, die neben diversen Ausflügen auch gemalt, gebastelt und in der Holzwerkstatt Strandstühle aus Holz zusammengebaut haben, wie Einrichtungsleiter Manuel Schweimler an einigen Exemplaren demonstrierte. „Die Resonanz von den Eltern war sehr gut. Der persönliche Kontakt schafft Verbindung und Vertrauen auch bei anderen Fragen“, hat er beobachtet. „Das dezentrale System ist ein Gewinn für den Stadtteil, die Kinder sind glücklich, die Eltern zufrieden“, hat Ruchheims Ortsvorsteher Dennis Schmidt (CDU) bei seiner persönlichen Stippvisite in der JFS beobachtet.
Heiligenthal vergaß nicht zu verdeutlichen, dass die Zahl der teilnehmenden Kinder im Ferienprogramm abhänge von der Anzahl der ehrenamtlichen Betreuer. Vor der Pandemie seien 80 Betreuer auf 800 Kinder gekommen. Während Corona habe sich die Zahl nahezu halbiert auf 430. Dieses Jahr habe die Zahl der Ehrenamtlichen wieder bei 50 gelegen. „Wir freuen uns über jeden, der als Betreuer mitmachen will“, wirbt sie um Unterstützung. Mitbringen müssten Interessenten vor allem Spaß an der Arbeit mit Kindern.
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