Schifferstadt
Polizei Schifferstadt: Höhere Aufklärungsquote
„Es ist fast schon Tradition, dass ich vermelden kann, dass nichts Spektakuläres war. Das ist eine gute Nachricht“, sagt Kai Giertzsch. Der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Schifferstadt lächelt etwas verschmitzt, als er beginnt, die polizeiliche Kriminalstatistik der PI Schifferstadt für das Jahr 2025 zu erläutern.
„Nichts Spektakuläres“, das klingt vordergründig nicht gerade prickelnd. Für die Polizei ist es aber durchweg positiv. Seit dem Ende der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen liegt die Zahl der Straftaten im Dienstgebiet der PI bei rund 4000. Die Beamten der PI Schifferstadt sind für rund 90.000 Menschen im mittleren Rhein-Pfalz-Kreis zuständig. Das Dienstgebiet umfasst neben Schifferstadt die Gemeinden Böhl-Iggelheim, Mutterstadt, Limburgerhof, die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim sowie die Verbandsgemeinde Rheinauen (ohne die Ortsgemeinde Otterstadt).
Häufigkeitsziffer guter Indikator
Ein genauerer Indikator, dass es im Zuständigkeitsbereich der PI gut aussieht, ist die sogenannte Häufigkeitsziffer. Sie kennzeichnet die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner. Im Bund liegt diese laut Giertzsch bei 7042, in Rheinland-Pfalz bei 5427 und in Schifferstadt bei 4561. „Selbstverständlich sind wir hier nicht ohne Kriminalität“, sagt Giertzsch. Aber ein krimineller Brennpunkt ist das Dienstgebiet der PI eben auch nicht.
Giertzsch sagt: „Weniger Kriminalität wäre uns noch lieber. Aber wo Menschen zusammenleben, da passieren eben auch Verbrechen.“ Erfreulich ist aus seiner Sicht auch, dass die Aufklärungsquote seit 2022 kontinuierlich gestiegen ist. 62,9 Prozent betrug sie im vergangenen Jahr. 2022 waren es 58,6 Prozent. Auffällig ist beim Blick auf die Statistik, dass nur noch etwa die Hälfte der Straftaten im Bereich der PI auch von Giertzsch und den etwa 80 Kolleginnen und Kollegen bearbeitet werden müssen. Vieles sei mittlerweile nach Ludwigshafen zum Polizeipräsidium Rheinpfalz ausgelagert worden.
„Keine Entwicklungen, die Sorgen machen“
Grundsätzlich betont Giertzsch: „Es gibt bei uns keine Kriminalitätsentwicklungen, die Sorgen machen.“ Gleichwohl zeigt bei einigen Straftatbeständen die Kurve in der Grafik nach oben im Vergleich zu 2024. Zum Beispiel bei „Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“. 951 waren es im Jahr 2025, 904 2024. In diese Gruppe fallen Delikte wie Körperverletzung, Bedrohung, aber auch Nötigung und Stalking.
Auch Beamte der PI Schifferstadt waren im vergangenen Jahr Opfer von Gewalt. 24 Fälle von Widerstand stehen in der Statistik. Gemeint ist hier körperlicher Widerstand. Fünfmal sind die Beamten beleidigt worden.
87 Drogendelikte und 24 Verstöße gegen das Waffengesetz habe es gegeben. Trotz der Teillegalisierung von Cannabis sei kein spürbarer Rückgang bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu verzeichnen.
Mehr Wohnungseinbrüche
„Angezogen“ hat dagegen laut Giertzsch die Zahl der Wohnungseinbrüche. 72 habe es im vergangenen Jahr gegeben. Die Aufklärungsquote liege hier bei 12,5 Prozent. Bei dieser Zahl sei die Polizei wahrscheinlich genauso enttäuscht wie die Menschen im Dienstbereich. Allerdings müsse man berücksichtigen, dass man vom mittleren Rhein-Pfalz-Kreis aus nach der Tat schnell auf einer Autobahn und wenige Stunden später Hunderte Kilometer vom Tatort entfernt sei. „Das macht es schwierig, solche Fälle aufzuklären.“ Giertzschs Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Dennis Hook, verweist in dem Zusammenhang auf die Präventionsangebote der Polizei, zum Beispiel die Grundschutzberatung.
Leicht angestiegen ist im vergangenen Jahr die Anzahl der Verkehrsunfälle, die die Beamten der PI aufgenommen haben. 1997 waren es. 2025 waren es 1914. Bei 220 Unfällen sind Menschen zu Schaden gekommen (2024: 208). Das Positive: Getötet wurde bei diesen Unfällen niemand. Eine sogenannte Unfallhäufungsstelle, also zum Beispiel eine Kreuzung, an der es überdurchschnittlich häufig zu Unfällen kommt, gebe es nicht, sagt Kai Giertzsch.
Tatverdächtige in der Regel männlich
Die meisten Tatverdächtigen waren männlich – 76,8 Prozent. Von 1930 ermittelten Tatverdächtigen handelten laut Polizei 85 Prozent alleine. 44 Prozent waren bereits vorher schon mal polizeilich in Erscheinung getreten. Sieben Prozent der Verdächtigen waren betrunken, sechs Prozent waren Konsumenten harter Drogen.
Auch im Bereich Verkehrsunfallbekämpfung waren Giertzsch und Co. im vergangenen Jahr wieder aktiv. 3436 polizeiliche Maßnahmen habe es gegeben. Das heißt, es wurden Verstöße gegen die Gurtpflicht oder das Telefonieren mit dem Handy geahndet. 47 Strafanzeigen wegen Alkoholdelikten am Steuer habe es gegeben, 38-mal habe man solche Trunkenheitsfahrten verhindert. 700 Temposünder sind der Polizei bei Kontrollen ins Netz gegangen.
Meiste Straftaten in Schifferstadt
Pro Woche gibt es laut Giertzsch im Schnitt einen Alkohol- oder Drogenverstoß, zwei Verstöße gegen die Gurtpflicht. Pro Tag fallen etwa zweieinhalb Mängelberichte an Autos an. Dazu gehört zum Beispiel, wenn das Licht am Auto nicht funktioniert, kein Warndreieck mitgeführt wird, oder das Haltbarkeitsdatum am Verbandskasten abgelaufen ist. „Es ist eine Arbeit, die schnell untergeht, aber wichtig ist“, betont Kai Giertzsch.
Die meisten Straftaten sind übrigens in Schifferstadt passiert. 1303 Delikte sind in der Rettichmetropole verzeichnet worden. Das hat laut Kai Giertzsch aber auch einen einfachen Hintergrund: „Hier wohnen einfach mehr Menschen.“ Die wenigsten Straftaten hat es mit 54 in Rödersheim-Gronau gegeben.