Fußball Pokalfinale zwischen Südwest Ludwigshafen und Schwarz-Weiß Frankenthal

Favorit in Finale: Ediz Sari und der SV Südwest Ludwigshafen.
Favorit in Finale: Ediz Sari und der SV Südwest Ludwigshafen.

Das Pokalfinale im Fußballkreis Rhein-Pfalz ist möglicherweise gar nicht so einseitig wie erwartet. Ein ehemaliger Profi ist daran nicht ganz unschuldig.

Im Pokalendspiel des Fußballkreises Rhein-Pfalz stehen sich am Mittwoch, 18.30 Uhr, auf dem Gelände des SV Ruchheim der SV Südwest Ludwigshafen, vorzeitig Meister der A-Klasse, und Schwarz-Weiß Frankenthal gegenüber. Nach dem sich der Titelgewinn schon über Monate abgezeichnet hat, ist es seit Sonntag amtlich: Der SV Südwest gewann seine Partie gegen Arminia Ludwigshafen 6:1, während Heßheim in Ruchheim nicht über ein 1:1 hinauskam. Südwest-Coach Ediz Sari konnte es sich sogar erlauben, den einen oder anderen Akteur für das Pokalfinale zu schonen. Der 26-köpfige Kader gibt das allemal her. Julien Jubin, der lange mit einem Kreuzbandriss ausgefallen war, stand erstmals seit 18 Monaten in der Startformation.

Regelmäßige Rotation ist gelebte Praxis beim SV Südwest. „In der Hinserie hatten wir viele Verletzte, da hat sich das Team fast von selbst aufgestellt. Seit der Winterpause sieht es besser aus. Da habe ich manchmal schwere Entscheidungen zu treffen“, erklärt Sari, der seine Mannschaft für Mittwoch schon im Kopf hat. Sicher nicht dabei sein werden der spielstarke Geri Hasa nach einem Riss der Achillessehne und der an einer Oberschenkelblessur laborierende Talha Demirhan. Beim ebenfalls lädierten Spielgestalter Piero Adragna ist ein Einsatz offen. Aber auch ohne sie hat der Meister eine exzellent besetzte Elf.

Nur einmal laut geworden

Mit der ist der Übungsleiter hoch zufrieden. „In der gesamten Saison bin ich nur einmal laut geworden, weil ich mich geärgert hatte“, berichtet Sari. Das war in der Halbzeitpause des Pokalsemifinals in Beindersheim. Da stand es nach pomadigem Auftritt 1:1. Südwest riss sich zusammen und siegte 4:2. „Im Pokal kann man einen Fehltritt nicht korrigieren“, gibt der Trainer zu bedenken. Jetzt werde seine Mannschaft alles raushauen, um das Double aus Meisterschaft und Pokal zu gewinnen. Dass dies kein Selbstläufer gibt, zeigt das Punktspiel gegen Schwarz-Weiß am 9. März. Das 1:1 war die einzige Partie im Jahr 2025, welche Südwest nicht gewinnen konnten.

Schwarz-Weiß Frankenthal hat seit der Winterpause einen prominenten Spielertrainer: Danny Blum, ehemaliger Profi, der in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist. „Eigentlich wollte ich überwiegend Trainer sein, aber weil personell Not am Mann ist, helfen ich mitunter aus und tue etwas für meine Fitness“, sagt der 34-Jährige, der in der Innenverteidigung spielt. Von dort aus wolle er das Geschehen lenken und Ruhe ins Spiel bringen. Am Sonntag reichte es gegen Bobenheim-Roxheim wegen extremem Chancenwucher und trotz einer 1:0-Führung nur zu einem 2:2. „Das muss man cleverer runterspielen“, moniert Blum.

Erfahrung im DFB-Pokal

Der Trainer implementierte ein neues Spielsystem mit mehr Ballbesitz, das die namhaft besetzte Mannschaft erst verinnerlichen musste. „In der Vorbereitung sah es ganz gut aus, dann erfasste uns eine Grippewelle inklusiver zweiwöchiger Trainingspause“, informiert Blum. Im März folgten acht Spiele mit kleinem Kader, was Kraft kostete. Teilweise halfen Akteure aus der Reserve und von den Alten Herren aus. Jetzt hat sich die Lage normalisiert. Der Coach sieht dem Finale mit großer Vorfreude entgegen. „Ist doch toll, wenn man sich mit den Besten messen kann. In einem Spiel ist immer alles drin“, ist der Trainer optimistisch.

Pokalpartien haben generell einen Reiz, vor allem, wenn man im Endspiel steht. Nicht im Kreispokal, gemeint ist das DFB-Pokalfinale in Berlin. Das erlebte Danny Blum 2017, als er für Eintracht Frankfurt spielte. Gegen Borussia Dortmund kam er in der 79. Minute für den Mexikaner Marco Fabian. „Wir haben 1:2 verloren, aber es war ein einmaliges Erlebnis“ erinnert sich der Frankenthaler. Im Jahr darauf war die Eintracht wieder im Endspiel und siegte 3:1 gegen Bayern München. Da saß Blum aber nur auf der Tribüne. „Frankfurt war meine erfolgreichste und lehrreichste Zeit“, blickt er zurück. Auch die Jahre beim VfL Bochum seien super gewesen.

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