Ludwigshafen Phönix Schifferstadt in der Krise

«SCHIFFERSTADT.» Unvermutet ist Fußball-Landesligist Phönix Schifferstadt in eine handfeste Krise geraten. Die 0:5-Niederlage in Altleiningen war der bisherige Tiefpunkt. Deshalb wächst der Druck vor dem Heimspiel am Sonntag, 15 Uhr, gegen den VfR Grünstadt.
Rückblende: Ende September gewinnt Aufsteiger Phönix Schifferstadt 1:0 in Herxheim, ist ungeschlagen und führt die Tabelle mit drei Zählern Vorsprung an. Das Team erhält viel Lob, von Durchmarsch ist die Rede. Doch dann kommt kein goldener, sondern ein rabenschwarzer Oktober mit fünf Spielen ohne Sieg und einem eklatanten Formabfall. Eine Auswärtsniederlage beim starken Mitaufsteiger Gau-Odernheim (1:3) kann passieren, Punktverluste gegen die Abstiegskandidaten Oppau (2:2) und Offenbach (1:1) sind Warnschüsse, eine verspielte 3:0-Führung gegen Rülzheim (3:3) tut weh. Jetzt die bittere Pleite in Altleiningen. „Der Gegner war stark. Das muss man anerkennen. Aber wir haben uns kampflos ergeben und ohne Herz gespielt“, kritisiert Trainer Ediz Sari. Solche Auftritte kenne er von seiner Mannschaft nicht. Der Verlauf des Rülzheim-Spiels habe dem Team wohl einen Knacks gegeben. „Ich weiß nicht, was passiert ist, mache mir Gedanken, ob ich etwas übersehen habe“, überlegt der Coach. Wie sehr Sari die aktuelle Situation mitnimmt, belegt eine kleine Geschichte. Der Trainer hatte seine Frau anfangs der Woche zu einem gemeinsamen Frühstück eingeladen. Das Gespräch zwischen Kaffee und Brötchen verlief einseitig. Nach einer Weile habe die Gattin die Geistesabwesenheit ihres einsilbigen Ehemannes zum Thema gemacht. „Du hörst mir gar nicht zu“, gibt Sari die Reaktion seiner besseren Hälfte preis. Hält man sich an Fakten, fällt die Gegentorflut auf. Acht Treffer steckte Phönix in den ersten sieben Partien ein, 14 waren es in den fünf Spielen danach. „Lucas hat sich riesig auf sein erstes Landesligaspiel gefreut, aber die Mannschaft hat ihn im Stich gelassen“, kritisiert Sari. Mit Lukas ist Reservetorhüter Kempter (20) gemeint, der am Fünferpack in Altleiningen unschuldig gewesen sei. Ein Grund für die fehlende Stabilität sei das Fehlen des abgewanderten Innenverteidigers Gökhan Dogan. „Ihn haben wir bisher nicht ersetzen können. Er hat viel geredet auf dem Platz, war permanent am Team dran“, verdeutlicht der Coach. Seinen Platz hat Pietro Berrafato eingenommen, der aber deshalb als ordnende Hand im Mittelfeld fehlt. „Ich werde die Mannschaft in die richtige Spur zurückführen. Wir müssen und werden wieder besser Fußball spielen“, ist Sari optimistisch.