Ludwigshafen Pausen und Bewegung etabliert

Managt seit Herbst das Ärztenetzwerk Go-Lu: Michaela Steiert.
Managt seit Herbst das Ärztenetzwerk Go-Lu: Michaela Steiert.

Auf den großen Kaffeebechern, die Michaela Steiert ihren neuen Kollegen vor ein paar Monaten zum Einstand geschenkt hat, steht in schön geschwungenen Lettern das Wort „Pause“. „Es ist mir wichtig, dass meine Mitarbeiter nicht hektisch neben der Arbeit eine Kleinigkeit essen, sondern bewusst eine Pause einlegen“, erklärt die neue Go-Lu-Prokuristin die Geste. Die Gesundheit ihres Teams liegt ihr am Herzen. Daher gibt es neben der „Pausenpflicht“ bei dem Ärztenetzwerk nun auch ein betriebliches Gesundheitsmanagement in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse sowie ein regelmäßiges Betriebssportangebot: Einmal wöchentlich können die Beschäftigten unter Anleitung um die Parkinsel walken. „Irgendwann“, so hofft Steiert, „sind wir dann vielleicht fit genug, um bei einem Firmenlauf mitzumachen.“ Die 51-Jährige jedenfalls macht den Eindruck, dass sie von diesem Ziel nicht allzu weit entfernt ist. Das liegt vermutlich nicht nur an regelmäßiger Bewegung als Ausgleich zum langen Sitzen am Schreibtisch, sondern auch an gesunder Ernährung. Für den Go-Lu-Gast hat Steiert jedenfalls den Tisch nicht mit Keksen und Kaffee gedeckt. Vielmehr gibt es gesunde Vollkorn-Häppchen mit Gemüse und Frischkäse sowie Mineralwasser. Steierts charmanter fränkischer Akzent unterstreicht ihr Selbstbewusstsein und ihre Tatkraft: „Ich bin hier bei der Go-Lu am richtigen Platz, weil ich es kann“, sagt sie selbstsicher. Die Kauffrau und Fachwirtin war bereits in Franken für ein großes Ärztenetzwerk tätig. Dass sie ein erfahrenes Organisationstalent ist, hat sie zudem bei der Erziehung ihrer mittlerweile erwachsenen Drillinge bewiesen. „Ich habe meine drei Töchter mit Excel-Listen großgezogen“, berichtet die Geschäftsführerin schmunzelnd. Die Mädchen kommen im Alltag inzwischen ganz gut ohne die Mama zurecht, sodass die 51-Jährige jetzt noch mal beruflich Gas geben kann. Ihre Aufgabe beim Ärztenetzwerk bringt Steiert unter dem Stichwort Koordination auf den Punkt. Sie verknüpfe die Interessen von Ärzten, Patienten und Krankenkassen. Durch die Go-Lu seien die niedergelassenen Mediziner in der Region gegenüber den Kassen stark vertreten. „Am Ende soll immer eine optimale Versorgung für den Patienten herauskommen“, fasst sie zusammen. Welche und wie viele Ärzte in der Region und unter dem Dach der Go-Lu versammelt sind, darüber hat sich Michaela Steiert auf einer großen Wandkarte im Büroflur einen guten Überblick verschafft. Mit kleinen Fähnchen hat sie die Standorte der Praxen markiert. Hier ist auch für den Besucher auf einen Blick gut erkennbar, dass die Praxisdichte in der Ludwigshafener Innenstadt sehr hoch ist. In Rheingönheim dagegen lässt die Versorgung sehr zu wünschen übrig. Als neuen Wohnort hat sich die 51-Jährige das Rheindorf Altrip ausgesucht. Auch den Hemshof hatte sie zunächst als mögliche neue Heimat auf dem Schirm. Aber die Ludwigshafener Altstadt konnte bei Michaela Steiert nicht punkten. „Ich wollte unbedingt ans Wasser“, beschreibt sie ihre Motive für die ländliche Wohnortwahl. Außerdem gefällt es ihr ganz gut, dass zwischen ihrem Büro am Rheinufer und dem neuen Zuhause ein paar Kilometer Abstand sind. Inzwischen ist sie aus einer kleinen in eine etwas größere Wohnung im gleichen Haus gewechselt, weil es ihr dort auch nach einigen Monaten noch sehr gut gefällt. Ziemlich beeindruckt ist die Fränkin davon, dass eine große Weinschorle in der Pfalz aus deutlich mehr Wein als Wasser besteht. Einem guten Tropfen seien die Menschen in ihrer bayerischen Heimat auch nicht abgeneigt, erzählt sie schmunzelnd. Aber vor den stattlichen Dubbegläsern, die hierzulande bei Festen üblich sind, muss die 51-jährige bisher (noch) kapitulieren.

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