Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Park-Geschichten: Mit dem Sohn an einem Ort der Kindheit

Der Wasserspielplatz ist im Sommer das Highlight im Luisenpark und die tobenden Kinder sind gar nicht mehr wegzubekommen.
Der Wasserspielplatz ist im Sommer das Highlight im Luisenpark und die tobenden Kinder sind gar nicht mehr wegzubekommen.

Durch Kinderaugen wird die Welt neu entdeckt – auch an Orten wie dem Luisenpark. Doch welche Spielplätze sind für welches Alter geeignet? Finden Erwachsene auch Erholung?

Im Sandkasten schließt man schnell Freundschaften. Vor allem, wenn man als Papa jegliches Spielzeug vergessen hat. Dann greift der einjährige Sohn zur fremden Schaufel und buddelt drauf los. Während die Kleinkinder unter sich klären, wem nun was gehört, wird aus einem verlegenen Sorry ein Gespräch mit den Bilderbucheltern, die einen Bollerwagen voll Spielkram, Snacks, Decken, Sonnencreme, wasserfesten Windeln und Wechselklamotten dabei haben.

Ein Ausflug zum Luisenpark mit Kindern will gut vorbereitet sein. Dann werden auch die sechs Spielplätze für alle Altersklassen zum Erlebnis. Moritz Hofherr hat keine Dauerkarte, aber die grüne Freizeitoase Mannheims einmal im Jahr zu besuchen, ist für ihn Pflicht. „Es gibt eine große Auswahl, man kann aber auch einfach mal die Decke ausbreiten und ein Picknick machen“, sagt der junge Vater, nachdem er mit der zweijährigen Tochter im Schatten des Fernmeldeturms auf dem Abenteuerspielplatz Mini-Car gefahren ist und ein paar Sprünge auf dem Trampolin gewagt hat.

Wasserspielplatz für ältere Kinder

Vor einem Jahr war das noch undenkbar. Da hieß es auf der grünen Wiese krabbeln und erste Schritte versuchen oder am Zwergenspielplatz unter Kiefern- und Kastanienbäumen im Sand spielen und am kleinen Holzparcours balancieren. „Je nach Alter gibt es ganz andere Schwerpunkte und Ziele“, sagt er. Auch die Verweilzeiten ändern sich. Im Wasserspielplatz planschen die älteren Kinder. An einem heißen Sommersamstag das Highlight, für die Tochter aber noch ungeeignet wie Rutschturm und Kletterparcours.

Im Schatten der Bäume haben Gabi und Bob ein wachsames Auge auf ihre beiden Enkel. Die Großeltern aus Ilvesheim haben zwar nicht die Bundesgartenschau 1975 erlebt, kennen den Luisenpark aber seit den 1980er-Jahren. „Wir waren schon mit unseren Kindern hier und haben seit Jahrzehnten eine Dauerkarte“, sagt Gabi und muss schnell den Liegestuhl verlassen, um den Fünfjährigen Nachwuchs einzufangen, der den kleinen Wasserlauf entlang Richtung Pumpstation unterwegs ist.

Auch Erwachsene sind entspannt

Ob Matschspielplatz mit Bagger, Steinen und jeder Menge Schlamm, ob Freizeitwiese, Barfußpfad und Dschungelbrücken oder Burgspielplatz für Ritterspiele. Die Spielplätze haben sich mit den Jahren zwar optisch gewandelt. Die Route, die sie als Eltern und nun als Oma und Opa laufen, sei meist die Gleiche. „Die Vorlieben ändern sich, alle zwei Jahre gibt es Sprünge bei den Kindern. Erst versucht man, sie zu begeistern. Dann stellt sich eher die Frage: Wie kriegt man sie wieder weg?“, fragt Bob und lacht. Vor allem am Wasserspielplatz werde das schwierig.

Dass die Spielplätze so weit auseinander liegen, findet der gebürtige Amerikaner gut. „So kommen viele Schritte zusammen, so bleibt man jung“, betont er. Die meisten Eltern und Großeltern wirken entspannt. Eine Oma zieht lässig zwei total groggy wirkende Kids im Bollerwagen hinter sich her, auf einer Wiese wird der erste Geburtstag gefeiert und die gute Lage gleich zum Wickeln genutzt. „Es verläuft sich, man findet Ruhe und Action, es ist eigentlich nie zu voll. Und man kann ohnehin gar nicht alles an einem Tag schaffen, bei so vielen Angeboten“, sagt Hofherr.

Etwas schattiger ist es am Matschspielplatz. Wechselklamotten sollten nicht vergessen werden.
Etwas schattiger ist es am Matschspielplatz. Wechselklamotten sollten nicht vergessen werden.

Sonst zieht die allgegenwärtige Park-Idylle unbemerkt vorbei. Größere Kinder schaukeln auf der Freizeitwiese, Störche setzen zur Landung an, die Halsbandsittiche zwitschern und die gelben Dächer der Gondolettas lugen hervor. Man spürt, wie sich einst die eigenen Eltern gefühlt haben müssen, als man den Park gar nicht mehr verlassen wollte. Bob kennt da einen Trick: „Der Burgspielplatz ist immer unser Abschluss. Aber wenn die Enkel total fertig im Bollerwagen sitzen, versuche ich sie daran vorbeischmuggeln.“ Irgendwann endet schließlich auch der schönste Tag im Luisenpark.

Die Serie

Der Luisenpark ist die bekannteste Grünanlage in der Region. In diesem Jahr feiert sie 50. Jubiläum. Zu diesem Anlass gehen wir für Sie auf die Suche nach „Park-Geschichten“.

Weitere Teile der Serie lesen Sie hier:

Wie ein Pfälzer den Herzogenriedpark prägte

Ein grünes Paradies mit Geschichte

Luisenpark kurios: Reicher Gast, Pinguin ohne Kopf, Schildkröte im Zug, Junge mit Boot

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