Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberligist Arminia Ludwigshafen enttäuscht gegen Ahrweiler

Arminias Flügelstürmer Bastian Hommrich (links) im Duell mit Ahrweilers Muzafer Ivkovic.
Arminias Flügelstürmer Bastian Hommrich (links) im Duell mit Ahrweilers Muzafer Ivkovic.

Die Generalprobe vor dem Pokal-Halbfinale gegen Regionalligist Wormatia Worms am Mittwoch geriet zur Blamage. Oberligist FC Arminia Ludwigshafen enttäuschte im ersten Spiel der Abstiegsrunde gegen Ahrweiler BC auf der ganzen Linie und verlor nach einer blutleeren Darbietung 0:3 (0:0). Das Positive: Es kann nur besser werden.

Arminia-Trainer Andreas Brill ist ein freundlicher, umgänglicher und angenehmer Zeitgenosse. Ein Analytiker, der nach außen hin souverän und kontrolliert auftritt. Trotzdem kann er an der Seitenlinie auch mal richtig laut und emotional werden. Wie etwa am Samstag im Spiel gegen Ahrweiler, als Yakup Polat auf dem Flügel angespielt wurde und der Schiedsrichter-Assistent zum Unverständnis Brills sein Fähnchen hob. „Yakup stand nie und nimmer im Abseits“, urteilte der Coach auf seinen Ausbruch an der Linie angesprochen nach dem Spiel. In der Tat sah es so aus, als hätte der Trainer richtig gelegen. Ist eine Partie beendet, kann Brill in der Regel schnell zur Tagesordnung übergehen, ist verbindlich und beantwortet Fragen professionell, egal wie die Begegnung ausgegangen ist.

Brill vermisst FCA-Tugenden

Nach dem miserablen Auftritt seiner Mannschaft gegen Aufsteiger Ahrweiler BC war der Ablauf anders. Der Übungsleiter verzichtete auf den sonst üblichen Kreis in der Spielfeldmitte und schickte seine Mannschaft sofort in die Kabine. Später erklärte er dies mit zu besprechenden organisatorischen Dingen und der ungemütlichen Kälte. Egal wie, sein Gesicht sprach Bände. Dem 37-Jährigen sah man seine grenzenlose Enttäuschung an. Es brodelte sichtlich in ihm, Brill war fassungslos über die dünne Leistung seiner Mannschaft. „Da hat heute alles, aber auch alles gefehlt. Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten, Spielfreude Siegeswille. Tugenden, die uns stark gemacht haben“, sagte der Trainer mit versteinerter Miene.

Was die Sache noch verschlimmert: Der Aufsteiger aus dem Norden von Rheinland-Pfalz zählte eher zu den schwächeren Gegnern in dieser Saison, agierte hausbacken und brauchte lange, um zu merken, dass die Arminia einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Irgendwann ist es auch dem Neuling gedämmert, frei nach dem Motto „hoppla, wir können hier ja gewinnen“. Und plötzlich wurde diese athletische und körperlich starke Mannschaft mit etlichen Akteuren, die mindestens 1,85 Meter groß sind, mutiger und ging Mitte der zweiten Halbzeit in Führung. Bei der Arminia wurden die Mängel im Zweikampfverhalten noch eklatanter, die Fehlpässe zahlreicher und die Offensivaktionen weniger. Am Ende hieß es 0:3.

Vor dem Spiel hatte Brill noch angekündigt, „dass der Fokus auf dem Ahrweiler-Spiel liegt“. Ein Satz, der sich als Wunschdenken entpuppte, denn das Pokalspiel gegen den höherklassigen Nachbarn aus der Regionalliga war wohl mehr präsent als gedacht. „Nein, das glaube ich nicht, jeder wollte gewinnen und sich Selbstvertrauen holen“, sagte Innenverteidiger Lukas Hartlieb, der zum zweiten Mal in dieser Saison die Kapitänsbinde trug, weil Nico Pantano und Fabian Herchenhan auf der Bank Platz nahmen. Hartlieb war neben dem an allen Gegentoren schuldlosen Torwart Kevin Urban der einzige Armine, der Normalform brachte. Der zentrale Verteidiger war zweikampfstärkster Spieler des FCA und erstickte im ersten Durchgang etlicher Angriffsbemühungen der Gäste im Keim.

Spiel lässt viele Fragen offen

„Vielleicht hätten wir das 0:0 über die Runden bringen sollen, wenn man sieht, dass vorne nichts geht“, überlegte Hartlieb. Angesichts von nur einer klaren Torchance im zweiten Abschnitt durchaus berechtigt. Gegen Worms müsse sich das Team in allen Bereichen steigern. So sieht es auch der Coach, dem erstmals seit Langem wieder 20 Akteure zur Verfügung standen. Die Bank war mit neun Auswechselspielern voll besetzt. „Dieses Spiel hinterlässt viele Fragezeichen. Wir brauchen mehr Bewegung ohne Ball, mehr Biss und Lauffreude“, forderte der Coach nach dem schlechtesten Saisonspiel der Arminia.

Einen positiven Aspekt hatte die Partie trotzdem. Die Wormser Spione dürften sich ziemlich ratlos auf dem Heimweg gemacht haben. Erkenntnisse werden sie kaum gewonnen haben. Eines dürfte aber auch ihnen klar sein: Die Wormatia wird am Mittwoch auf eine hoch motivierte und ernstzunehmende Arminia treffen. Denn nach wie vor gilt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.

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