Fußball
Oberliga: Wormatia Worms verdirbt Arminia-Trainer die Wiedersehensfreude
Familienfeiern sind nun einmal so eine Sache. Häufig verlaufen sie nicht wie erhofft. Ein Mitglied der Gemeinschaft tanzt dann doch einmal aus der Reihe. „Ich bin eigentlich hierhergekommen, um ein Familientreffen zu feiern“, erklärte Arminia-Trainer Ralf Gimmy nach der 0:5 (0:4)-Niederlage. Immerhin war er in Worms auf seine ehemaligen Spieler Mert und Kaan Özkaya sowie Leo Klein getroffen. Und sein ehemaliger Kapitän Björn Weisenborn beim damaligen Verein TuS Mechtersheim hat seit vergangener Woche das Traineramt beim VfR Wormatia Worms übernommen. „Wir wussten, dass da ein Ruck durch die gegnerische Mannschaft gehen würde, und haben unsere Spieler im Vorfeld gewarnt“, erzählt Gimmy. Sechs Spiele in Serie hatten die Drachen nicht mehr gewonnen, die Abstiegsplätze waren nur noch sechs Punkte entfernt. Trainer Anouar Ddaou und der Sportliche Leiter Aydin Ay mussten deshalb gehen. Grund war auch die Unzufriedenheit in Teilen der Fans mit der Arbeit des Duos. „Wir wollten eigentlich verhindern, dass die Mannschaft und die Fans wieder zusammenfinden“, beschrieb Gimmy den Plan, der am Ende vor 664 Zuschauern jedoch nicht aufging.
Grund dafür waren die horrenden individuellen Fehler, die den Gegentoren in der ersten Halbzeit vorangingen. Beim 1:0 für Worms, das Mert Özkaya erzielte und damit zum „Partycrasher“ wurde, hatte Jhon Mosquera einen Ball unterschätzt und so den Wormsern den Weg hinter die Kette geebnet. Am Ende tanzte Mert Özkaya Kevin Urban im Tor der Arminia aus und schoss den Ball überlegt an zwei Arminia-Verteidigern vorbei, die auf der Torlinie standen (18.). Nur drei Minuten später erhöhte Niklas Meyer auf 2:0, wieder sah Mosquera schlecht aus. Und zum Ärger von Gimmy waren die Wormatia-Fans obenauf.
In Unterzahl
Auf der Gegenseite bediente Bastian Hommrich in der Mitte Yassin Memokoh, der aber im letzten Moment gestoppt wurde (31.). „Anschlusstreffer“ lautete die Ansage von der Arminiabank in Richtung Spielfeld, allein die Absicht war da, aber es fehlte vieles im letzten Drittel. „Wir waren bei unseren Zuspielen im einfach zu ungenau“, stellte Gimmy fest. Gleichzeitig gab seine Elf dem Gegner den Raum, um sein Spiel aufzuziehen. In der 36. Minute schlug Hasan Yalcinkaya am Boll vorbei, Niklas Jäger nutzte diesen Fauxpas und erhöhte eiskalt zum 3:0 (36.). Und als drei Minuten später die gesamte Arminiadefensive den Gegner gewähren ließ, war es einmal mehr Mert Özkaya, der auf 4:0 erhöhte (39.). Und nicht genug der Nackenschläge: Yakup Polat sah nach einem Foul erst die Gelbe Karte, und weil er daraufhin dem Schiedsrichter zu lautstark protestierte auch noch gleich Gelb-Rot. Da hatte Gimmy in der Kabine bestimmt eine Menge Gesprächsbedarf.
In Hälfte zwei unterbreitete Worms den Gästen immerhin ein Friedensangebot. Anstatt die Überzahl zu einem Pressing und druckvollem Angriffsspiel zu nutzen, wechselte Weisenborn kräftig durch, die Partie verflachte. In der 89. Minute belohnte sich der eingewechselte Omar Sayed nach einem Solo und einem schönen Abschluss aus einem schwierigen Winkel mit dem 5:0 (89.).
„Wir hatten eigentlich vor, uns wenigstens einen Punkt zu sichern, aber das war mit der heutigen Leistung nicht möglich“, blickte Gimmy später noch einmal auf seinen Plan zurück, den er bereits nach gut 20 Minuten beerdigen musste. Und auch wenn ihm Weisenborn und Doppeltorschütze Mert Özkaya das Wiedersehen nicht ganz so wie erwartet gestaltete hatten, saßen die zwei Trainer nach der Pressekonferenz noch ein wenig zusammen.