Fußball Oberliga: Wie Stürmer Maximilian Krämer zum FC Arminia Ludwigshafen kam
Wenn am Samstag, 14 Uhr, Oberligist FC Arminia Ludwigshafen den FV Engers erwartet, dann trifft das Schlusslicht auf den Tabellenzweiten. Eine schwere Aufgabe für den FCA. Zwar sind die wichtigen Mannschaftsspieler Philip Krischa und Jhon Mosquera wieder einsatzbereit, dafür stehen hinter den Einsätzen von Sebastian Beikert (Zerrung), Leon Zinnicke (Verhärtung) und Fabian Marx, der sich bei seinem Debüt eine Oberschenkelverletzung zugezogen hat, große Fragezeichen. Kapitän Ricardo Antonaci fehlt gesperrt. Ein gutes Comeback feierte Rechtsverteidiger Malte Moos, der nach seiner Einwechslung Akzente setzte.
Ein Hoffnungsträger ist Mittelstürmer Maximilian Krämer, dem im siebten Spiel sein erstes Saisontor gelang, mit dem die Arminia aber nur kurz am zweiten Saisonsieg schnuppern durfte. „Für Max war das Tor erfreulich, eine Last ist von ihm abgefallen“, kann Coach Matteo Monetta mitfühlen. Auch der Trainer war einst Mittelstürmer und kann sich in die Lage des 1,92 Meter langen Angreifers hineinversetzen. „Ich hatte auch mal eine Saison, in der ich an den ersten sechs, sieben Spieltagen nicht getroffen habe. Ein anderes Mal hatte ich ewig neun Tore auf dem Konto, aber das zehnte wollte wochenlang nicht fallen“, berichtet der Trainer.
Keine einfache Premiere
Er stütze und unterstütze Krämer, weil dessen Bemühen erkennbar sei. „Du darfst im Spiel nicht abschalten oder hadern, die nächste Chance wird kommen. Max bleibt immer dran“, sagt Monetta. Dennoch habe er ihm im Pokalspiel in Rieschweiler, auch wegen der englischen Woche, eine Pause gegönnt und Krämer auf die Bank gesetzt. „Max hat super reagiert, kam gut 20 Minuten vor dem Ende rein und war lockerer, nicht so verkrampft wie zuvor und hat gut gespielt“, verdeutlicht der Übungsleiter. Er hielt an seiner Nummer neun fest, und drei Tage später traf Krämer in der Oberliga. Vielleicht ist der Knoten jetzt geplatzt.
Der Treffer war schwer zu erzielen wie Krämer erzählt. „Die Flanke von Sebastian Beikert kam lang auf den zweiten Pfosten. Ich habe die Torauslinie gesehen und mich instinktiv mit dem linken Fuß voraus in den Ball geworfen“, schildert der 29-jährige Stoßstürmer die Szene. In der Tat ein artistischer Treffer, der nicht jedem gelingt, schon gar nicht mit dem linken Fuß. Ein Anfang ist gemacht. Dennoch empfiehlt ihm Monetta grundsätzlich, sich öfter zum ersten Pfosten zu orientieren, „weil dort die meisten Flanken herunterkommen“.
Vom Sturm ins Mittelfeld
Maximilian Krämer ist in Maximiliansau aufgewachsen und begann als Vierjähriger mit dem Fußballspielen. „Zunächst im Sturm, später beim FSV Offenbach in der Jugend wegen meiner Robustheit im defensiven Mittelfeld“, erinnert sich der Südpfälzer. Er spielte A-Junioren-Regionalliga und wechselte in der Aktivität zum Verbandsligisten TuS Mechtersheim, wo der klassische Wandspieler in der Mitte oder auf Linksaußen auflief. „Unter Trainer Manfred Schmitt sind wir in die Oberliga zurückgekehrt, und ich habe nur einmal gefehlt“, blickt der kopfballstarke Hüne zurück, der als freigestellter Betriebsrat bei einem großen Fahrzeugbauer in Wörth arbeitet.
In der Oberliga habe man beim TuS eine super Truppe gehabt, unter anderem mit seinem dicken Kumpel Peter Klug und Kevin Selzer, die beide jetzt erneut seine Mitspieler sind. „Leider habe ich mir binnen vier Wochen die Hand und den Mittelfuß gebrochen. Nach der Genesung habe ich nicht mehr Fuß gefasst, war auch zu ungeduldig“, bereut der Angreifer, dass er sich nicht durchgebissen habe. Stationen in Zeiskam, Rülzheim und Kandel in Landes- und Verbandsliga schlossen sich an. Dort machte Krämer das, was er am liebsten macht und am besten kann: Er erzielte Tore. In Kandel beispielsweise waren es in 54 Begegnungen 27 Buden.
Transfer hinter dem Rücken
Krämer, den man sich in England in einem Kampfspiel auf tiefem Boden gut vorstellen kann, kehrte sechs Jahre nach seinem ersten Abschied nach Mechtersheim zurück. „Das Kapitel war noch nicht beendet. Ich wollte es mir selbst noch einmal beweisen“, sagt der in Landau beheimatete Fußballer. Ein Jahr bei Jahn Zeiskam folgte, in dem ihm der Klub aber zwei Wochen vor Saisonende mitgeteilt habe, den Vertrag auflösen zu wollen, nachdem Krämer ein paar Monate noch für zwei Jahre verlängert hatte. Doch es gibt ja gute Freunde. Und so fädelte Peter Klug den Transfer zur Arminia ein. „Hinter meinem Rücken“, sagt der Torjäger und lacht. Doch er habe rasch gemerkt, dass es mit dem FCA passe.
Jetzt will er der Arminia helfen, in der Liga zu bleiben. „Klar, Engers ist ein schwerer Gegner, aber schwer ist in unserer Situation jeder. Wir sind nicht bei hundertprozentiger Fitness und müssen die Rückstände im laufenden Betrieb aufarbeiten“, hat der Sturmtank erkannt. Schlimm seien die letzten 15 Minuten der ersten Hälfte am vorigen Samstag gewesen, die Arminia habe aber auch gute Phasen und müsse den Ausfall von Stammspielern wegstecken. Er sagt, er liebe die Oberliga, weil dort die Qualität hoch ist, schnell und körperbetont gespielt werde. Da ist einer wie Maximilian Krämer genau an der richtigen Stelle.