Fußball Oberliga: Wen der FC Arminia Ludwigshafen gegen TuS Koblenz einsetzt
Der FC Arminia Ludwigshafen hat seine Serie ungeschlagener Spiele auf zwölf ausgedehnt. Am Samstag (14 Uhr, Südweststadion) wartet aber der nächste dicke Brocken auf die Rheingönheimer: Zu Gast ist der Tabellenvierte TuS Koblenz. Mit sechs Zählern Rückstand auf den Ranglistenzweiten 1. FC Kaiserslautern II ist die Vizemeisterschaft, mit der die Teilnahme an der Aufstiegsrunde verbunden ist, nur noch theoretisch erreichbar. „Der TuS ist aus der Regionalliga abgestiegen und will dorthin zurück. Von den finanziellen Möglichkeiten, der Struktur und den guten Einzelspielern muss diese Liga für die Koblenzer auch das Ziel sein“, sagt Arminia-Coach Chris Chorrosch.
Im Hinspiel hat sich der FCA gut verkauft und nur 1:2 verloren. Den von Michael Stahl trainierten Koblenzern ging im Saisonverlauf allerdings die Konstanz ab, um ganz oben dabei zu sein. „Das ist eine spielstarke Mannschaft, die auch die nötige Robustheit mitbringt“, weiß Chorrosch. Dem Trainer kommt es weniger auf die Serie an, eher darauf, wieder eine gute Leistung zu zeigen. Gelingt dies, dürfte am Ende eine Platzierung zwischen den Rängen sechs und acht herausspringen. „Das hätte vor der Saison jeder unterschrieben“, ist der Trainer sicher. Ob die Arminia wieder mit einer Dreier-/Fünferkette agiert, lässt der Übungsleiter offen. In Pirmasens hatte diese Ausrichtung für große defensive Stabilität gesorgt.
Kader wächst wieder
Verzichten müssen die Einheimischen definitiv auf ihren Kapitän Nico Pantano, dessen Zerrung wieder aufgebrochen ist. Dafür hat der genesene Innenverteidiger Hasan Yalcinkaya im Spiel der zweiten Garnitur gegen Weisenheim 90 Minuten Spielpraxis gesammelt und überzeugt, auch wenn man ihm die lange Pause noch etwas angemerkt hat. Er wird wohl ebenso auf der Bank sitzen wie Jannik Dörr. In der Partie der Reserve haben die ebenfalls aushelfende Stürmer Adnan Rizvanovic und Noah Maier mit zusammen drei Treffern erheblich zum 4:0-Sieg beigetragen. „Gegen Koblenz werden wir 16 bis 17 Akteure zur Verfügung haben“, freut sich Chorrosch über ausreichend Alternativen.
Nicht zu diesem Kreis zählt Tim Amberger, der mit 37 Jahren älteste Spieler im Kader. „Ich hatte lange mit einem Knochenödem und einem Haarriss im Fuß zu kämpfen. Dann habe ich mir einen Fingerbruch zugezogen, der verdrahtet werden musste“, erklärt der Flügelstürmer. Dies sind Gründe dafür, warum für Amberger in dieser Runde nur vier Kurzeinsätze notiert sind. Das Karriereende soll dies aber nicht bedeuten. „Ich möchte noch nicht aufhören, glaube, dass ich noch etwas bewegen kann“, erklärt der Mann mit der Rückennummer 8. Sein Trainer sieht das ähnlich: „Wenn Tim in der Endphase eines Spiels eingewechselt wird, herrscht beim Gegner Alarm. Mit seiner Dynamik, Wucht und Beidfüßigkeit kann er entscheidende Akzente setzen.“
Kontinuität ist gefragt
Außerdem tue der Typ Tim Amberger der Mannschaft gut, sei wichtig für die Kabine und auf dem Trainingsplatz. Ein Pluspunkt ist auch seine riesige Erfahrung. Der Außenstürmer ist der letzte Akteur aus der Aufstiegsmannschaft 2011, der noch das schwarz-weiße Trikot trägt. Sonst ist nur noch der damalige Keeper und heutige Torwarttrainer Michael Hauk bei der Arminia. 201 Oberligaspiele hat Amberger für die Arminen bestritten, in denen er 42 Treffer erzielte. Der Kaufmännische Angestellte ist nach Nico Pantano (246) der Spieler mit den meisten Einsätzen, worauf er zurecht ein bisschen stolz ist. Zum zweiten Aufstieg 2018 steuerte er in 30 Begegnungen 18 Treffer bei.
Tim Amberger, Vater des dreieinhalbjährigen Lukas, war über viele Jahre bei den Gegnern in der Oberliga gefürchtet. Mit Kumpel Kai Müller verstand er sich blind, legte dem wuseligen Mittelstürmer unzählige Treffer auf, viele nach demselben Muster. Die kurzen Abstecher zu TuS Mechtersheim und TuS Altrip sind eher zu vernachlässigen. Sein Verein ist und war immer die Arminia. „Die Familie meines Vaters kommt aus Rheingönheim, das verstärkt die Beziehung zum Klub“, erklärt der Fußballer.
Seit März 2024 arbeitet Amberger bei „Absolute Teamsport Rhein-Pfalz“, dessen Geschäftsführer der frühere Arminia-Coach Marco Laping ist. Die Firma ist unter anderem Ansprechpartner für Vereinsverantwortliche, die sich um die Ausrüstung ihrer Clubs kümmern. Egal ob das Trikots, Schuhe, Bälle oder Trainingsmaterialien sind. Mit der Arbeitsweise des aktuellen FCA-Trainers Chorrosch kann sich der Angreifer identifizieren. „Anfangs musste sich alles erst einmal finden. Längst ist aber eine positive Entwicklung festzustellen, zumal sich die drei Coaches einig sind. Wichtig ist, dass diese Konstellation über einen längeren Zeitraum bestand hat“, sagt Amberger und wünscht sich, im letzten Saisonspiel auf der Bank zu sitzen.