Fußball
Oberliga: Welchen Plan die Arminia gegen den 1. FCK II hat
„Ich war fünf Jahre in Kaiserslautern, teils auch im Nachwuchsleistungszentrum“, sagt der heutige Arminia-Trainer Chris Chorrosch. Der Südwestauswahlspieler war im Lauterer Internat untergebracht und lebte für den Fußball. „Mein Wunsch war, Profi zu werden. Dem habe ich alles untergeordnet und viele Opfer gebracht“, blickt der 35-Jährige zurück. Tobias Sippel, Daniel Halfar oder Sascha Kotysch waren seine Mitspieler, Gunther Metz, Michael Dusek oder Alois Schwartz die Trainer. Chorrosch spielte Junioren-Bundesliga, traf dabei unter anderem auf Thomas Müller, Toni Kroos und Holger Badstuber von Bayern München. Mit den A-Junioren des FCK unterlag er im Halbfinale dem späteren Meister Bayern Leverkusen.
In der Jugend-Nationalmannschaft, deren Trikot der ehemalige Spieler des Ludwigshafener SC siebenmal trug, waren unter anderem die Bender-Zwillinge Sven und Lars, Kevin Trapp und Marko Marin seine Mitspieler. „Es war eine superschöne Zeit“, erinnert sich Chorrosch. Bis er sich im zweiten Jahr bei den A-Junioren einen Kreuzbandriss zuzog, der ihn trotz eines späteren Anlaufs im Regionalligateam nie mehr den Anschluss finden ließ. Eine hoffnungsvolle Karriere endete im Profibereich, noch bevor sie richtig begonnen hatte. Der Mittelfeldspieler kehrte in den Amateurfußball und zum LSC zurück, wo er seine Laufbahn auch beendete.
Wiedersehen mit Bugera
Bei den Rot-Weißen trainierte der Verkaufsleiter in einem Einzelhandelsunternehmen zuletzt fünf Jahre lang erfolgreich die A-Junioren des LSC in der Regionalliga. In dieser Zeit kreuzte Chorrosch auch mit dem Nachwuchs des 1. FC Kaiserslautern die Klingen, der damals von Alexander Bugera trainiert wurde. Und wenn am Freitag um 15 Uhr das Oberligaspiel der Arminia gegen den Tabellenzweiten FCK II angepfiffen wird, dann treffen Chorrosch und Bugera an der Linie erneut aufeinander. „Wir sind uns damals über den Weg gelaufen, und ich freue mich sehr auf das Wiedersehen“, sagt der Übungsleiter der Rheingönheimer. Ansonsten sei aber keiner mehr aus dieser Zeit dort.
Den Westpfälzern bringt Chorrosch großen Respekt entgegen: „Das ist mit Pirmasens die beste Mannschaft in der Liga. Eine sehr junge Formation mit extrem hoher Qualität, vor allem im letzten Drittel. Zudem sucht man immer die spielerische Lösung.“ Vor allem auf den flinken Shawn Blum, der mit 16 Treffern souverän die Torschützenliste der Liga anführt, müssen die Arminen aufpassen. „Er hat eine so hohe Qualität, dass wir versuchen wollen, ihn im gefährlichen Bereich zu doppeln“, verdeutlicht der 35-jährige Coach. Die Abwehr des 1. FCK sei nicht ganz so stark wie die Offensive. Auswärts ist das Team in sieben Begegnungen nur einmal ohne Gegentreffer geblieben.
Arminia in Personalnot
Das Doppeln von Blum, das Vorhaben, defensiv gut zu stehen, oder die Hoffnung, dass sich der FCA weiter stabilisiert, ist die eine Seite. Das Umsetzen von all dem steht aber auf einem ganz anderen Blatt. Stichwort: Personalnot, vor allem in der Abwehr. „Als wir gestartet sind, hatten wir jede Position doppelt besetzt. Dabei war in der Abwehr der langzeitverletzte Verteidiger Björn Weisenborn gar nicht mit eingerechnet. Doch von den anderen acht bleiben mir am Samstag nur Wal Fall, Hasan Yalcinkaya und Jannik Dörr“, klagt Chorrosch. Lukas Hartlieb, Rik Hiemeleers und Robert Langer sind verletzt, Nathaniel Esslinger zumindest angeschlagen und Lukas Kebernik ebenso erkrankt wie die offensiv orientierten Giuliano Cultrera und Jamie Tahedl.
Da ist es gut, dass Bastian Hommrich nach seiner Schambeinentzündung wieder fit ist und vielleicht gar von Beginn an spielt. Bei TuS Koblenz wurde er eingewechselt und traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich. „Vielleicht unterschätzt uns der FCK“, hofft Chorrosch. In der vorigen Runde haben das die Gäste nicht gemacht und der Arminia eine schmerzliche 3:8-Heimniederlage zugefügt. Um die schlechte Bilanz gegen die Teams aus der ersten Tabellenhälfte – sieben Niederlagen in sieben Spielen – zu verbessern, braucht die Arminia Glück und einen absoluten Sahnetag.