Fußball Oberliga: Warum sich der Arminia-Trainer vor dem Saisonauftakt wie im Paradies fühlt

Einziger Ausfall: Ohne den verletzten Bastian Hommrich (vorn) fährt die Arminia ins Saarland.
Einziger Ausfall: Ohne den verletzten Bastian Hommrich (vorn) fährt die Arminia ins Saarland.

Der FC Arminia Ludwigshafen startet beim SV Auersmacher in die Oberligasaison. FCA-Trainer Chris Chorrosch lernt ein neues Gefühl kennen, das Team hat einen neuen Kapitän.

Der FC Arminia Ludwigshafen startet bereits am Freitag, 19.30 Uhr, mit einem Auswärtsspiel beim SV Auersmacher in seine 14. Oberligasaison. Es wird eine herausfordernde Runde gegen viele stark eingeschätzte Widersacher. Zu diesen Topteams zählt der SV Auersmacher nicht, denn die Saarländer sind nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber den Mitkonkurrenten TuS Mechtersheim und Viktoria Herxheim in der Oberliga geblieben. Entscheidend war der 4:0-Sieg am vorletzten Spieltag im Heimspiel gegen den FC Karbach, der jetzt FC Emmelshausen-Karbach heißt.

Rückblende: Am 19. April war der FCA, der zuvor in neun Partien 25 von 27 möglichen Punkten geholt hatte, Gastgeber von Auersmacher. Die Arminia trat mit dem letzten Aufgebot an, hatte nur noch zwei Oberligaspieler auf der notdürftig aufgefüllten Ersatzbank sitzen. Trotzdem führten die Schwarz-Weißen nach Toren von Nico Pantano und Steffen Straub schmeichelhaft 2:0. Auersmacher drängte, verkürzte und schaffte in den Nachspielzeit das hoch verdiente 2:2. Die Gäste feierten den Punktgewinn wie eine Meisterschaft. Nicht zu Unrecht, denn dieser Zähler war letztlich ausschlaggebend für den späten Klassenverbleib.

Ein Verteidiger geht

„Dort haben wir 1:1 gespielt. Es waren zwei hart umkämpfte Spiele. Wir benötigen am Freitag auf Naturrasen mehr Ideen und Lösungen, als in der vorigen Spielzeit“, fordert Trainer Chris Chorrosch. Die Rheingönheimer sind jetzt seit fünf Spielen gegen die Saarländer sieglos. Die Mannschaft habe in den vergangenen Wochen in der Vorbereitung sehr engagiert gearbeitet, der Fitnesszustand sei gut. „In dieser Woche haben wir den Fokus auf die Spritzigkeit gelegt“, informiert der Coach. Nicht mehr zum Kader zählt Verteidiger Pascal Nicklis, der sich dem VfR Frankenthal (A-Klasse Rhein-Pfalz) angeschlossen hat.

Das letzte Testspiel bei Verbandsliga-Aufsteiger Bienwald Kandel hat der FCA nach Toren von Maximilian Krämer und Tim Amberger 2:0 gewonnen, zuvor gab es eine 2:4-Niederlage gegen den ambitionierten hessischen Oberligisten Rot-Weiß Walldorf. „Alle haben prima mitgezogen, die Mannschaft zeichnet derzeit eine große Geschlossenheit aus“, hat der 36-jährige Chorrosch festgestellt. Die Stimmung sei sehr gut, auch weil viel miteinander kommuniziert werde. „Junge Spieler sind mit älteren im Austausch, alteingesessenen Spieler geben neu verpflichteten Akteuren Ratschläge“, beschreibt der Trainer das aktuelle Miteinander.

Neuer Kapitän steht fest

Geklärt ist mittlerweile auch die Frage nach dem neuen Kapitän und Nachfolger von Nico Pantano, dessen Aufgaben und Führungsverantwortung auf mehrere Schultern verteilt wird. Künftig wird der 30 Jahre alte Ricardo Antonaci die Spielführerbinde tragen. „Ricardo ist eine Persönlichkeit und hat in seiner Entwicklung einen großen Schritt nach vorne gemacht. Er ist ein Führungsspieler, der sich auch sehr um die jungen Akteure kümmert“, beschreibt der Coach den neuen Kapitän. Zum inneren Zirkel der Führungskräfte zählen weiterhin Wal Fall, Lukas Hartlieb und Kevin Urban.

Fehlen wird in Auersmacher Flügelstürmer Bastian Hommrich, der weiter an seiner langwierigen Schambeinentzündung laboriert. „Sonst sind alle an Bord und fit, ich habe die Qual der Wahl“, spricht Chorrosch über paradiesische Zustände. Die haben nichts mehr gemein mit der Personalnot vor der letzten Begegnung mit Auersmacher, als sich das Team von selbst stellte. Damals saß der Trainer, der sagt, er habe für den Freitag ein Grundgerüst schon im Kopf, für mögliche Notfälle sogar selbst noch auf der Bank.

Inzwischen gibt es auch Positionen, die hart umkämpft sind, weil Chorrosch aus mehreren Optionen auswählen kann. Zum Beispiel in der Innenverteidigung. Da stehen Fall, Hartlieb, Jhon Mosquera und Hasan Yalcinkaya zur Verfügung. „Hasan ist derzeit ein bisschen hintendran, aber auch so fällt die Entscheidung schwer“, räumt der Coach ein. Ein weiteres Beispiel ist das zentrale Mittelfeld im 4-4-2-System, wo Philip Krischa, Yakup Polat und Leon Zinnicke einsatzbereit sind. Auf außen dürfte am gesetzten Steffen Straub kein Weg vorbeigehen. In der Außenverteidigung deutet vieles auf das Duo Antonaci und Malte Moos hin. Und dennoch gibt es noch etliche nicht genannte Spieler, die ebenso auflaufen könnten – himmlische Verhältnisse für den Trainer.

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