Fußball Oberliga: Warum der FC Arminia Ludwigshafen am Ende auf Platz neun steht
Fußball-Oberligist FC Arminia Ludwigshafen kann auf eine unter dem Strich gute Saison 2024/25 zurückblicken. Aus dem Abstiegskampf hat sich der FCA früh verabschiedet und überzeugte vor allem zu Beginn der Rückserie fußballerisch. Klammert man die Spielzeiten aus, die im Zeichen der Corona-Pandemie standen und in denen es eine geteilte Liga mit Auf- und Abstiegsrunden gab, haben die Schwarz-Weißen mit dem neunten Tabellenplatz die beste Platzierung seit der Saison 2013/14 erreicht. Damals belegte die Arminia unter Trainer Thomas Fichtner Rang vier.
„Ich finde, wir können sehr zufrieden sein, sowohl mit der Platzierung, als auch mit der Entwicklung. Vor der Saison hätte jeder einen einstelligen Tabellenplatz unterschrieben“, sagt Trainer Chris Chorrosch. Man habe gesehen, dass die junge, neu zusammengestellte Mannschaft Zeit benötigt, anfangs der eine oder andere Fehler zu viel gemacht wurde. Acht neue Kräfte waren vor der Spielzeit gekommen, keiner von ihnen war älter als 21 Jahre. „In der Rückserie haben wir prima umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, freut sich der Coach. Die Vorgaben sahen vor, weniger über das Zentrum, mehr über die Flügel nach vorne zu spielen. Mehr Abschlüsse nach Flanken zu haben, ebenso einen besser besetzten Strafraum.
Ab März geht es aufwärts
All dies ging ab März auf. Die jungen Spieler bekamen genügend Einsatzzeiten, zeitweise spielte der FCA wie im Rausch. 4:0 gewann das Team in Morlautern, jeweils 5:1 gegen Eisbachtal und Eppelborn, 6:1 in Idar-Oberstein. „Die Umstellung auf ein System mit Doppelspitze hat gegriffen, außerdem waren wir unglaublich effektiv“, verdeutlicht der Coach. Ein Paradebeispiel für diese neue Effektivität war der Wandel von Giuliano Cultrera. Der 23-jährige Angreifer, oft als Chancentod verschrien, traf plötzlich fast nach Belieben. Am Ende war er mit elf Saisontreffern der zweitbeste Torschütze und bereitete zudem sechs Tore vor.
Ein Schlüsselerlebnis war der 4:3-Sieg gegen den FC Karbach, als Kapitän und Führungsspieler Nico Pantano, dessen Abgang eine große Lücke reißt, in der letzten Sekunde der Nachspielzeit mit einer herrlichen Direktabnahme in Unterzahl das Siegtor erzielte. Insgesamt blieb der FCA in zwölf Partien in Folge ungeschlagen, schnupperte zeitweise an Platz sechs und war wochenlang Zweiter der Rückrundentabelle. „Ich war davon überzeugt, dass wir in der zweiten Saisonhälfte mehr Punkte holen werden als zuvor“, betont der 36-jährige Chorrosch. Am Ende hatten die Schwarz-Weißen elf Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze 16 und 17. Mit 67 Treffern schossen die Rheingönheimer die sechstmeisten Tore.
„Kräftezehrende Runde“
Chorrosch, den seine Co-Trainer Robert Toth und Nico Elias sowie Torwarttrainer Michael Hauk wirkungsvoll unterstützen, beschreibt seine Philosophie als „lösungsorientierten Ballbesitzfußball“. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Arminia die Serie mit sieben sieglosen Spielen beendete, die letzten vier Partien verlor. „Da haben wir der personellen Situation und einer kräftezehrenden Runde Tribut gezollt“, spielt der Übungsleiter auf viele Ausfälle an. Teilweise saßen nur zwei oder drei einsatzfähige Auswechselspieler auf der Bank, mitunter der Coach selbst. Dies machte sich immer mehr bemerkbar, zudem traf der FCA in den letzten sechs Spielen auf fünf Mannschaften, die unter den ersten Sieben der Abschlusstabelle zu finden sind.
Die Arminen setzten 29 Akteure ein, von denen nur der neu verpflichtete Philip Krischa alle 34 Begegnungen absolvierte, zudem immer in der Startformation stand. „Philip kenne ich seit vielen Jahren. Er kam aus der Verbandsliga und hat direkt eingeschlagen. Ein Volltreffer“, sagt der Trainer über den 22-jährigen ballsicheren Aufbauspieler. Krischa habe sehr konstant agiert und in keinem Spiel enttäuscht. Bei ihm wisse man, was man bekomme. 33-mal ist Ricardo Antonaci (30) aufgelaufen. „Ricardo einer der besten Rechtsverteidiger der Liga, auch weil er viel Offensivdrang entwickelt“, lobt Chorrosch den auch im Mittelfeld einsetzbaren Antonaci. Dieser schoss zwei Tore und bereitete sechs Treffer vor.
Ebenfalls auf 33 Einsätze kommt Noah Maier (20), der mit zwölf Treffern bester Torschütze des FCA war und zudem sieben Vorlagen lieferte. „In der Rückrunde hatte er ein verbessertes Anlaufverhalten an den Tag gelegt und weniger Ballverluste“, konstatiert der Coach. 32 Partie bestritt der 30 Jahre alte Linksaußen Steffen Straub. „Steffen performt so gut wie immer. Wenn er Vertrauen spürt, sich wohlfühlt und Spaß hat, ist er kaum zu halten“, weiß Chorrosch. Zehn Treffer und 15 Torvorbereitungen (die meisten vor Pantano mit elf) sind eindrucksvolle Zahlen und unterstreichen den großen Wert des Leistungsträgers.
