HANDBALL Oberliga: VTV-Frauen im Pfalzderby gegen Haßloch ohne Glück
Zum Saisonauftakt in der Handballoberliga unterlagen die Damen der VTV Mundenheim gegen die TSG Haßloch mit 18:19 (3:10). Nach dem ersten Durchgang hatte es noch nicht nach der Zitterpartie ausgesehen. Letztlich siegten die Gäste nicht unverdient, aber auch ein wenig glücklich.
Linda Götz hatte sich zehn Sekunden vor dem Ende den Ball geschnappt, sah eine Lücke, die ansonsten niemand wahrgenommen hatte. Auch nicht das insgesamt gute Schiedsrichtergespann Heiko Messemer und Michael Reichling. Auch aus ihrer Sicht stand die TSG-Abwehr in Position, sie werteten den letzten Versuch der Mundenheimerin daher als Stürmerfoul und beendeten damit die beeindruckende Aufholjagd der Gastgeberinnen im zweiten Durchgang. Kritik von VTV-Trainer Andreas Schwarz gab es für die vielleicht ein wenig übermotivierte Aktion seiner Spielerin nicht. Im Gegenteil: „Wir brauchen Spielerinnen, die in einer solchen Situation die Verantwortung übernehmen.“
Offensive nicht vorhanden
Er wunderte sich selbst ein bisschen, dass es überhaupt noch einmal zu dieser Situation kommen konnte. Darauf hatte nach dem ersten Durchgang noch nichts hingedeutet. Nur drei Tore gelangen den Gastgeberinnen, darunter die einzige VTV-Führung (1:0, 1. durch Marlies Mader) und ein verwandelter Siebenmeter von Esther Adam – die Offensive der Gastgeberinnen war praktisch nicht vorhanden. Allein über die Außenpositionen verzeichneten die VTV in den ersten 30 Minuten acht Fehlversuche, zwei verworfene Siebenmeter komplettierten die verheerende Halbzeitbilanz.
Das sah TSG-Trainer Marc-Robin Eisel naturgemäß völlig anders: „Ich glaube nicht, dass es in der Oberliga schon einmal eine Halbzeit mit nur drei Gegentoren gegeben hat“, war er mit der Deckungsarbeit und Torhüterin Lisa-Marie Herzig zufrieden. „Viel besser kann man ein Abwehrkonzept nicht umsetzen.“ Mit nur zehn Treffern in Abschnitt eins haderte aber auch er. „Das ist für unsere Verhältnisse nicht so gut.“ Hier war er sich mit seinem Gegenüber Schwarz einig, lobte ebenfalls die VTV-Defensive. In der lag denn auch der Schlüssel für Halbzeit zwei.
Aufholjagd in Hälfte zwei
Und in einem Weckruf. „Die zweite Hälfte war so, wie ich es mir vorgestellt habe“, kommentierte Andreas Schwarz. Schon nach sechs Minuten hatte Nele Graf (6:13) den dritten VTV-Treffer im zweiten Durchgang erzielt „Es ist das Phänomen, dass nach so einer ersten Hälfte jede Spielerin einen Schritt weniger macht“, beschrieb Eisel, was sich ab der 40. Minute abspielte. Tor um Tor kamen die Mundenheimerinnen heran, hatten beim 13:14 (48.) tatsächlich wieder den Anschluss hergestellt. Allein der Ausgleich gelang nicht mehr. Haßloch legte immer wieder vor, Lucie Krein und Mona Illy führten klug Regie, erspielten immer wieder Wurfchancen und gingen auch als Torschützinnen voran. Die Entscheidung erzielte letztlich Anne Wild mit dem 17:19 96 Sekunden vor Schluss. Luna Bohn gelang im Gegenzug nur noch der Anschluss. Genau 70 Sekunden waren da noch zu spielen. Letztlich zu wenig für die Gastgeber.
Andreas Schwarz war trotzdem nicht unzufrieden: „Wenn wir an der Leistung aus der zweiten Hälfte anknüpfen können, müssen wir uns vor keiner Mannschaft in dieser Liga verstecken.“ Sieger Marc-Robin Eisele sah ebenfalls noch Luft nach oben. „Wir haben uns im Angriff über 60 Minuten schwer getan. Und wir müssen lernen, dass eine klare Führung zur Halbzeit nicht reicht.“