Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Talent landet beim FC Arminia Ludwigshafen im kalten Wasser

Fühlt sich bei der Arminia wohl: Neuzugang Hasan Yalcinkaya.
Fühlt sich bei der Arminia wohl: Neuzugang Hasan Yalcinkaya.

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen ist auf Rang 14 zurückgefallen. In den restlichen fünf Partien bis zur Winterpause müssen Punkte her, um nicht auf einem Abstiegsplatz zu landen. Ein junger Neuzugang erhält reichlich Spielzeit.

Am Samstag um 15.30 Uhr wird die Partie beim Tabellenzehnten FV Engers angepfiffen. Der Gegner hat drei Punkte mehr gesammelt als die Arminia und führt das Feld der akut abstiegsbedrohten Teams an. „Das ist eine Mannschaft, die vieles spielerisch lösen will. Engers hat einen wendigen und schnellen Stoßstürmer und zwei erfahrene Innenverteidiger“, spricht Arminias Coach Chris Chorrosch über die Korsettstangen der Gastgeber. Der FVE habe einige kuriose Ergebnisse zu verzeichnen und sei so in den Tabellenkeller abgerutscht.

Gespielt wird auf einem Naturrasen, der vermutlich tief sein wird, weshalb vor allem kämpferische Tugenden gefragt sein dürften. Die Rheingönheimer haben gute Erinnerungen an die bisherigen Partien in Engers. Neben drei Unentschieden gab es in der Serie 2018/19 einen 3:2-Sieg. Wie lange das her ist, zeigt ein Blick auf die damaligen Torschützen: Jannik Styblo, Gianluca Mantel und Yigzaw Tesfagaber. Ein weiterer Sieg, den die neue Generation einfahren soll, würde der Arminia guttun. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit einem deutlich größeren Kader als zuletzt anreisen werden“, sagt Chorrosch mit Blick auf den voll einsatzfähigen Bastian Hommrich sowie die für Teileinsätze infrage kommenden Tim Amberger und Robert Langer.

Neun Spiele in Folge

Zu der neuen, jungen Generation zählt Hasan Yalcinkaya. Der Abwehrspieler spielte zuletzt neunmal in Folge und stand dabei achtmal in der Startformation. Damit hat er sich den Status des Stammspielers erkämpft. „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Einsätzen. Als junger Spieler muss man auch mal akzeptieren, nicht zu spielen oder auf der Bank zu sitzen“, sagt Yalcinkaya. Den Lapsus, der gegen Pirmasens zu einem Gegentor geführt hat, hat der Linksfuß längst abgehakt. „Ein paar Minuten lang geht einem der Fehler durch den Kopf, aber man darf sich nicht runterziehen lassen. Meine Mitspieler haben mich aufgebaut, und dann muss man auch schon wieder nach vorne schauen“, verdeutlicht der 19-Jährige.

Hasan Yalcinkaya ist in Ludwigshafen geboren und in der Gartenstadt aufgewachsen, nur einen Steinwurf vom Gelände des Ludwigshafener SC entfernt. Klar, dass der kleine Yasin wie sein älterer Bruder Furkan beim LSC mit dem Kicken begann. „Ich habe zehn Jahre lang linker Verteidiger gespielt, bis mich Chris Chorrosch, der damals die A-Junioren trainiert hat, zum Innenverteidiger umgeschult hat“, erzählt der Abwehrspieler. Den ersten Kontakt zum FCA knüpfte der damalige Coach Andreas Brill. Der Transfer wurde perfekt gemacht. „Der LSC ist mein Heimatverein, und als ich gegangen bin, ist die eine oder andere Träne geflossen“, sagt Yalcinkaya.

Marcelo als Vorbild

Beim LSC spielte er gemeinsam mit Jannik Dörr und über zehn Jahre lang mit Adnan Rizvanovic, die jetzt auch bei der Arminia seine Mitspieler sind. „Es war schon ein Vorteil, dass ich die beiden kannte. Beim FCA bin ich sehr gut aufgenommen worden, und es gefällt mir prima. Der Teamgeist wird großgeschrieben, und ich fühle mich wohl“, verdeutlicht Yalcinkaya, der wie alle neu verpflichteten Akteure zwei Jahre gebunden ist. Das primäre Ziel sei, nicht abzusteigen, was aufgrund der Qualität gelingen sollte. „Wir können mithalten, müssen aber effektiver werden und die Zahl der individuellen Fehler reduzieren“, betont der Abwehrspieler.

Yalcinkaya, der in Kürze seine Ausbildung zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement abschließt und inzwischen in Oppau wohnt, hat die deutsche und türkische Staatsangehörigkeit. Die Familie stammt aus Sivas in Zentralanatolien. „Ich bin Fan von Sivasspor, aber noch mehr von Fenerbahce Istanbul“, nennt er seine Lieblingsvereine aus der Süper Lig. Yalcinkayas Vorbilder sind der früher bei Real Madrid spielende Marcelo, ein Linksverteidiger, und Weltfußballer Cristiano Ronaldo, „wegen seiner Mentalität“.

„Eigentlich wollte ich Hasan behutsam heranführen. Er war in der Vorbereitung gut, dann aber im Urlaub und musste nach der Rückkehr ins kalte Wasser springen“, berichtet Chorrosch, der weiter auf die Jungen setzt. Der Linksfuß sei in jeder Übungseinheit, trainiere stark und sei ehrgeizig. Er habe eine gute Technik, sei zweikampf- und kopfballstark. „Er muss Situationen noch schneller erkennen, lernen, wann er Druck machen muss und wann er ins Dribbling gehen kann“, empfiehlt der Trainer. Das käme aber mit größerer Erfahrung. Chorrosch bezeichnet seine Nummer 3 als angenehm im Umgang, ruhig, sachlich, loyal und wissbegierig. Und er sichert ihm zu: „Hasan wird seine Spielzeit bekommen.“

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