Fußball
Oberliga: Neuzugang verhilft Arminia zum Sieg gegen Herxheim
Das Aufatmen rund um den Kunstrasen in Rheingönheim war fast greifbar. Der FC Arminia Ludwigshafen hat mit dem 2:0 (0:0)-Sieg über Oberliga-Aufsteiger SV Viktoria Herxheim wieder einen Erfolg eingefahren. Dieser war nach der Talfahrt in den vergangenen Wochen notwendig, um den Kontakt zum Mittelfeld der Tabelle nicht zu verlieren.
Nur einer war nach dem Abpfiff ziemlich bedient: „Das ist ein typisches 0:0-Spiel. Das dürfen wir nicht verlieren“, haderte Viktoria-Trainer Ralf Schmitt mit der Niederlage. „Wir hatten im Vorfeld genau darüber gesprochen, über Standards und die Gefährlichkeit von Marco Metzger“, stellte er fest. Mit der Verpflichtung des erfahrenen Ex-Profis hatte Ludwigshafens Sportdirektor Markus Impertro anscheinend alles richtig gemacht. Der 32-Jährige gab der Arminia-Defensive Stabilität und eröffnete ein ums andere Mal mit klugen Pässen den Spielaufbau.
Fehler in der Offensive
Die Krux am Freitagabend vor rund 250 Zuschauern lag aber im Offensivspiel der Gastgeber. Gegen kompakt verteidigende Herxheimer fehlte es an Ideen. Und auch das Stellungsspiel war in vielen Situationen alles andere als ideal. So blieben im Mittelfeld häufig viele Räume unbesetzt, weil die Offensivlinie der Ludwigshafener viel zu hoch stand. „Das war nicht so optimal“, gab Arminia-Trainer Chris Chorrosch nach der Begegnung zu.
Beide Mannschaften taten sich schwer, gute Tormöglichkeiten zu kreieren. Herxheim hatte die starke linke Arminenseite mit Steffen Straub lange gut im Griff. Und über die Mitte fand FC-Kapitän Nico Pantano selten seine Offensivkollegen. Herxheim versuchte es mit Kontern, aber der Defensivbund der Arminia, immer wieder von Metzger lautstark dirigiert, war auf der Hut. Und wenn einmal ein Abschluss der Gäste kam, war Schlussmann Kevin Urban zur Stelle.
Führung nach Standard
Wenig überraschend war also der Umstand, dass die Führung der Arminia nach einem Standard fiel. Beim Eckball von Ricardo Antonaci gingen Metzger und der zur Pause eingewechselte Noah Meier zum Ball. Letztlich war es der Routinier, der das Spielgerät unhaltbar für Herxheims Torhüter Kai Anschütz ins Netz beförderte (77.). Den Gästen gingen zu diesem Zeitpunkt auch aufgrund ihres laufintensiven Spiels ein wenig die Kräfte aus. Hinzu kam auch eine gewisse Hektik. Dieser dürfte auch das Foul von Fabian Clever geschuldet sein, dessen Walter-Frosch-Gedächtnisgrätsche gegen Straub deutlich zu spät kam. Mit der Roten Karte (87.) erwies er seiner Mannschaft einen Bärendienst, Herxheim entglitt damit die Chance auf einen möglichen Ausgleich in der Schlussphase. Die Gäste warfen noch einmal alles nach vorne und erspielten sich ein paar Abschlussmöglichkeiten. Wirklich gefährlich wurde der Aufsteiger aber nicht mehr. Die Viktoria kassierte in der Nachspielzeit das 0:2, weil Pantano den davoneilenden Straub nicht aus den Augen verlor und der Pass im richtigen Moment kam. Der Außenangreifer behielt vor Anschütz die Nerven und vollendete trocken ins kurze Eck (90.+2).
„Das war jetzt auch wichtig, dass wir das Spiel gewinnen. Auch so ein letztlich vielleicht dreckiger Sieg tut uns gut“, stellte Chorrosch nach dem Abpfiff fest. Und sein Gegenüber Schmitt schüttelte auch später noch enttäuscht den Kopf über den verlorenen Punkt. Für die Arminia geht es bereits am Mittwoch weiter. Dann wartet im Viertelfinale des Verbandspokals Landesligist SV Hermersberg. Mit einem Sieg im Rücken dürfte die Fahrt deutlich leichter fallen.