Fußball Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen will Serie gegen Eisbachtal ausbauen

Teil der Arminia-Defensive: Nathaniel Esslinger (links) im Spiel beim 1. FC Kaiserslautern II.
Teil der Arminia-Defensive: Nathaniel Esslinger (links) im Spiel beim 1. FC Kaiserslautern II.

Beim Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen läuft es. Dennoch sorgt der kommende Gegner für grimmige Mienen. Ein Armine erklärt den Namen auf seinem Trikot.

Das wäre bis vor Kurzem undenkbar gewesen: Der FC Arminia entführt beim Tabellensechsten Rot-Weiß Koblenz einen Punkt und dennoch hält sich die Zufriedenheit über dieses respektable Ergebnis in Grenzen. Zwei Tage nach dieser Partie hatte der zunächst höchst ärgerliche Trainer Chris Chorrosch wieder bessere Laune. „Ich bin entspannt, kann weg vom Ergebnis gehen und mich anderen Aspekten zuwenden“, sagt der Coach. Nach einer 4:2-Führung bis in die 80. Minute sorgt ein 4:4-Endresultat natürlich nicht für Freudentänze. Am Samstag, 15 Uhr, ist gegen die Sportfreunde Eisbachtal Wiedergutmachung für die 0:2-Hinspielpleite angesagt.

Es gebe genug Positives, das zwei Tage nach dem 4:4 deutlich überwiege. „Die Effektivität ist deutlich besser geworden. Zuletzt haben wir dreimal in Folge vier Tore geschossen“, nennt Chorrosch einen Punkt. In den 20 Begegnungen zuvor sind dem FCA nie vier Treffer in einem Spiel gelungen. Ein weiteres Mosaiksteinchen, und das hängt damit eng zusammen, ist mindestens genauso wichtig. „In der Winterpause haben wir uns überlegt, wie wir uns im Offensivbereich anders präsentieren können. Wir haben am Spiel ins letzte Drittel, den Abschlüssen und an einer verstärkten Besetzung des gegnerischen Strafraums gearbeitet. Das trägt jetzt erste Früchte“, freut sich der Übungsleiter.

Neue Innenverteidigung

Dass es trotz Führung und guter Chancenauswertung nicht zu drei Zählern gereicht hat, lag auch an der personellen Situation, vor allem im Defensivbereich. Da fehlten neben dem wegen seiner Roten Karte aus der Partie gegen Karbach für ein Spiel gesperrten Wal Fall auch Rik Hiemeleers, Lukas Kebernik und Hasan Yalcinkaya. Bei Letzterem wurde ein Außenbandriss festgestellt, der den jungen Verteidiger drei, vier Wochen auf Eis legen wird. Da war Improvisation gefordert, was dazu führte, dass eine Viererkette auflief, die so noch nie zusammengespielt hat. Startelfdebütant John Mosquera und der im defensiven Mittelfeld eigentlich unverzichtbare Philip Krischa bildeten die Innenverteidigung.

Und so wurde der 28-jährige Nathaniel Esslinger zu einem ganz wichtigen Mann in der Abwehr. „Nathaniel ist ein angenehmer und bodenständiger Typ, mit dem man sich auch sehr gut über andere Themen unterhalten kann“, charakterisiert der Trainer den Außenverteidiger. Esslinger habe ein ordentliches Tempo, sei zweikampfstark und arbeite gegen den Ball richtig gut. „Verbessern kann er sich noch bei der Entscheidungsfindung mit Ball“, gibt ihm Chorrosch mit auf den Weg. Wie sehr der Coach auf Esslinger setzt, zeigt sich darin, dass der bei seinen 19 Saisonspielen 18 Mal in der Startformation stand.

Serie ausgebaut

„Es ist bitter, dass wir den Sieg noch aus der Hand gegeben haben. Wir hätten den Vorsprung besser verteidigen und die Begegnung erwachsener runterspielen müssen“, verdeutlicht Esslinger. Dennoch tue der Punkt gut, weil die Arminia trotz einer Rumpfmannschaft ihre Serie auf fünf Spiele ohne Niederlage ausgebaut habe. „Das lässt uns optimistisch in die Zukunft schauen, der Trend stimmt“, betont der Verteidiger.

Wer genau hinschaut, der entdeckt auf seinem Trikot mit der Nummer zwei die Aufschrift Manzambi. „Das ist der Name meiner Mutter, die aus der Demokratischen Republik Kongo stammte und vor rund drei Jahren gestorben ist. Ihr zu Ehren trage ich diesen Namen auf dem Trikot“, nennt Esslinger seine Beweggründe. Dass im Kader des SC Freiburg ein Johan Manzambi steht, weiß er. Doch der Schweizer gehöre nicht zur Familie, obwohl die ziemlich groß sei. „2011 war ich zuletzt in der Heimat meiner Mutter. In den nächsten zwei Jahren will ich wieder nach Afrika reisen“, erklärt Esslinger und will seine Französisch-Kenntnisse auffrischen. Sein Vater ist seit frühesten Jugendtagen so oft es geht bei Spielen von Nathaniel dabei. „Er ist mein größter Fan, aber auch mein größter Kritiker“, räumt Esslinger ein.

Der in Haßloch aufgewachsene Abwehrspieler begann bei 08 Haßloch im rechten Mittelfeld. Im zweiten B-Junioren-Jahr ging es zu Phönix Schifferstadt, wo er in der A-Jugend zum rechten Verteidiger umgeschult wurde. Er wechselte zum ASV Fußgönheim, dann zum FC Speyer 09. „Als ich ein Vollstipendium für die USA bekommen habe, bin ich für dreieinhalb Jahre nach North Carolina“, erzählt der Fußballer. Im Südosten der Staaten studierte er Business-Management, spielte in einer Universitätsmannschaft und spricht längst perfekt Englisch. Nach Abschluss des Studiums reiste er durch die USA und Mexiko. Inzwischen arbeitet er als IT-Berater im Management eines Unternehmens in Neckarsulm.

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