Fußball
Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen will Heimserie ausbauen
Bisher wechselten sich beim FC Arminia Ludwigshafen Auswärtsniederlage und Heimsieg ab. Wird diese Regelmäßigkeit beibehalten, können die Rheingönheimer am Samstag, 14.30 Uhr, gegen Rot-Weiß Koblenz den dritten Erfolg vor eigenem Publikum feiern. Doch Vorsicht, der Vorjahressechste ist gut in diese Saison gestartet und belegt Platz vier, punktgleich mit dem Tabellenzweiten. Aktuell stehen die Rot-Weißen vier Punkte vor der Arminia und auch vor dem traditionsreichen Nachbarn TuS Koblenz, sind also die Nummer eins in der drittgrößten Stadt von Rheinland-Pfalz.
„Das wird ein schwieriges Spiel, weil der Gegner über eine enorme Körperlichkeit verfügt, diszipliniert agiert und viel über die Flügel kommt, wo die Außenstürmer die Eins-gegen-eins-Duelle suchen“, berichtet Trainer Chris Chorrosch von seinen Beobachtungen. Bemerkenswert: Die Koblenzer haben im Schnitt genau ein Gegentor pro Spiel bekommen, besser ist nur Spitzenreiter FK Pirmasens. „Ja, wir werden sicher nicht Chancen in Hülle und Fülle bekommen. Umso wichtiger ist es, vor des Gegners Tor effektiver zu werden“, fordert der Coach. Als Beispiel nennt er den letzten Gegner Karbach, der fast nur mit langen Bällen agiert habe, aber enorm effizient war.
Torquote verbessert
Vielleicht kann ja Mittelstürmer Noah Maier für Abhilfe sorgen. Der Angreifer ist am Sonntag 20 Jahre alt geworden, hat die letzten drei Treffer der Schwarz-Weißen erzielt und verspricht für den Samstag das nächste Tor. Drei Treffer in 199 Einsatzminuten sind nicht so schlecht und bedeuten eine prozentuale Steigerung gegenüber der vergangenen Runde, als er in 31 Saisonspielen siebenmal traf. „In der vorigen Saison war Matteo Monetta vor mir. Und es war auch irgendwo verständlich, dass Trainer Andreas Brill im Abstiegskampf auf Erfahrung gesetzt hat“, sagt Maier, der in der Rückserie nicht mehr so erfolgreich war wie in der Hinrunde.
Dass der lange Schlaks bei inzwischen 36 Oberligaspielen nur einmal über 90 Minuten auf dem Feld stand, ist seiner Jugend geschuldet und der Tatsache, dass nahezu alle Trainer ligenunabhängig eher Stürmer auswechseln, als einen Abwehrblock auseinanderzureißen. „Ich kann jetzt wieder häufiger trainieren und hoffe, mir einen Stammplatz erarbeiten zu können“, betont der Angreifer. Bislang deutete sich eine Art Jobsharing mit dem neu verpflichteten Adnan Rizvanovic an, der ebenfalls ein zentraler Stürmer, aber ein anderer Spielertyp ist. „Ich kenne Adnan von der gemeinsamen Zeit in der A-Jugend des LSC. Ich bin mit ihm befreundet und wir verstehen uns trotz der Konkurrenzsituation gut“, versichert der 20-Jährige.
Mit Auto zum Training
Noah Maier, der aus Schriesheim stammt, spielte in der Jugend für den ortsansässigen SV, war dann kurz in Kirchheim, ehe er zurückkehrte. Danach ging es zur TSG Weinheim und dann zum LSC. „Begonnen habe ich im Mittelfeld, erst in den letzten drei Jugendjahren bin ich in den Sturm gerückt“, berichtet Maier. Bei der Arminia fühlt er sich wohl. „Ich bin zu 100 Prozent zufrieden, hier passt alles. Sportlich ebenso wie menschlich“, freut sich der Mann mit der Rückennummer 14. Die habe er in Kirchheim und danach immer mal wieder getragen. Da die 14 bei der Arminia frei war, griff der Fan des SV Waldhof im Vorjahr zu. Hin und wieder ist er mit seinem Vater Besucher von Partien des Drittligisten.
Sein Vater war auch sein erster Trainer. „Er unterstützt mich und schaut bei meinen Spielen zu“, sagt Maier. Für den Junior, der sein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Wiedereingliederungsstelle im Talhof Schriesheim absolviert, hat sich etwas geändert. Er kommt nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Bus, S-Bahn, Straßenbahn und E-Scooter zum Training, sondern mit dem Auto. Sportlich den nächsten Schritt zu machen, mal Regionalliga zu spielen, hat er immer noch im Hinterkopf. Alternativ will er im April 2025, wenn seine Tätigkeit in Schriesheim endet, eine Ausbildung beginnen.
Sein aktueller Trainer hat ihn bereits beim LSC in der Jugend trainiert. „Der Coach hat sich weiterentwickelt, ist ein super Motivator und agiert ausgesprochen souverän“, verdeutlicht Maier. Chorrosch sagt, er sei felsenfest davon überzeugt, dass sich Maier in der Oberliga durchsetzen wird. „Noah hat alle drei Tore als Einwechselspieler erzielt. Im Moment kommt ihm zugute, dass er kommt, wenn der Gegner müde wird. Da machen sich seine Gefährlichkeit und sein Torriecher bemerkbar“, erläutert der Coach. Verbessern könne der Zentrumsstürmer die Arbeit gegen den Ball und das Festmachen desselben, wenn er mit dem Rücken zum Tor stehe.
Arminia mit Arbeitssieg im Verbandspokal
Oberligist FC Arminia Ludwigshafen ist mit einem 2:0 (0:0)-Sieg beim Verbandsligisten VfB Bodenheim ins Achtelfinale des Verbandspokals eingezogen. „Es war ein Charaktertest für die Mannschaft, den sie mit einer überragenden Einstellung bestanden hat“, sagt Trainer Chris Chorrosch, der auf personelle Experimente verzichtet hatte und die aktuelle Stammformation nominiert hatte. Die Arminia habe sehr konzentriert agiert, defensiv fast nichts zugelassen und die Partie deutlicher dominiert als erwartet. „Unser Thema bleibt aber die Chancenverwertung, die fehlende Kaltschnäuzigkeit“, verdeutlicht der Coach. Allerdings war auch Pech dabei, was drei Aluminiumtreffer und Bälle, die Bodenheim auf oder kurz vor der Linie klärte, belegen. Das Führungstor gelang Kapitän Nico Pantano mit einer feinen Einzelleistung (70.). Die Erleichterung über sein erstes Saisontor sei spürbar gewesen. Für die Entscheidung sorgte Giuliano Cultrera auf Flanke von Nathaniel Esslinger (84.). „Es war ein souveräner Auftritt und eines der besten Spiele seit ich hier bin“, freute sich Chorrosch.