Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen wieder mit alten Fehlern

Doppeltorschütze: Adnan Rizvanovic (Mitte) hat es gleich mit Ivan Smiljanic (links) und Pascal Nicklis zu tun.
Doppeltorschütze: Adnan Rizvanovic (Mitte) hat es gleich mit Ivan Smiljanic (links) und Pascal Nicklis zu tun.

Der FC Arminia Ludwigshafen kassiert im Oberligaderby beim VfR Wormatia Worms eine unnötige Niederlage. Mehrere Faktoren sind dafür die Ursache.

Die Spieler des FC Arminia Ludwigshafen ließen sich teilweise nach dem Abpfiff einfach auf den Rasen fallen. Die 2:4 (1:1)-Niederlage war ein Rückschlag nach den zum Teil guten Ergebnissen in den vergangenen Wochen gewesen. Kapitän Nico Pantano vertrat in der anschließenden Pressekonferenz Trainer Christ Chorrosch. „Wir haben eine junge Mannschaft. Vielleicht sind einige mit der besonderen Atmosphäre in Worms nicht ganz zurechtgekommen“, erklärte er. Dass an diesem Tag mehr drin gewesen war für die Gäste aus dem Ortsteil Rheingönheim, war auch dem Kapitän klar. „Mit ein wenig Glück holen wir hier einen Punkt - oder sogar mehr.“

Danach hatte es in den ersten zehn Minuten ausgesehen, als der Gast schnell die Initiative in der mit 833 Zuschauern gefüllten EWR-Arena übernahm. Steffen Straub kam nach Vorlage von Noah Maier zum Abschluss, der aber übers Tor ging (3.). In einen Rückpass von Adnan Rizvanovic spritze der Wormser Neuzugang Mert Özkaya zum Schrecken der Armina-Defensive und lief allein auf Torhüter Robin Schneider zu, dem er mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck keine Chance ließ (11.). Das 1:0 raubte der Arminia das Selbstbewusstsein, das sich das Chorrosch-Team in den vergangenen Partien mühsam aufgebaut hatte.

Zwischenzeitliches 2:2

Es dauerte zehn Minuten, bis der Gast wieder ins Spiel fand. Hasan Yalcinkaya setzte einen Kopfball nach einer Ecke über das Tor (20.). Aber auch Worms fand nicht ins Spiel, die drei Niederlagen aus den vergangenen drei Spielen hatten Spuren hinterlassen. Die Gastgeber wirkten alles andere als sattelfest. Nach einem von Salvatore Antonaci inszenierten Angriff fand ein Zuspiel von Jannik Dörr Stürmer Rizvanovic, der zum 1:1 ausglich (31.) und somit seinen Fehler ausbügelte. Worms taumelte, aber Ludwigshafen gelang es trotz mehr Spielkontrolle nicht, daraus Kapital zu schlagen.

Nach der Pause dann wieder ein Moment der Unachtsamkeit in Ludwigshafens Abwehr: Erijon Shaqiri vollendete unbewacht am langen Pfosten zum 2:1 (56.). Aber die Arminia kam dank Rizvanovic und der Mithilfe von VfR-Torhüter Luca Pedretti zurück. Einen Abschluss von Pantano wehrte der Torhüter nach vorne ab und Rizvanovic traf zum 2:2 (68.).

Zahnlose Offensive

Allerdings blieb die Arminen-Offensive anschließend zahnlos. Das lag auch daran, dass Worms die gefährliche linke Arminen-Seite mit Steffen Straub mithilfe der Doppelsechs immer wieder unterstützte. So fehlten am Ende die wichtigen Flanken. Andererseits entwickelte sich das Spiel am Ende mit weiten Schlägen von beiden Seiten eher unkontrolliert. Der Arminia fehlte in dieser Phase die Präsenz im Mittelfeld. Beide Teams spielten auf Sieg, der entscheidende Fehler unterlief dem Gast. VfR-Rechtsverteidiger Moritz Gotthardt ließ zwei Gegner aussteigen und fand mit seiner Flanke am Fünfmeterraum Stürmer Jan Dahlke, der nur den Kopf hinhalten musste - 3:2 (81.). In der Nachspielzeit, als die Arminia alles nach vorn warf, erzielte Luca Manganiello das 4:2 (90.+3). Für Pantano, der selbst eine gute Chance zum zwischenzeitlichen 1:2 ausgelassen hatte, wäre ein Remis im Bereich des möglichen gewesen. Dafür hätte Ludwigshafen aber die Fehler in der Defensive minimieren und die Qualität der Abschlüsse verbessern müssen.

Die Niederlage kommt zudem zur Unzeit. Mit zumindest einem Punktgewinn hätte sich die der FC Arminia Ludwigshafen ein wenig Selbstvertrauen für die anstehenden Begegnungen bewahren können. Die zwei nächsten Partien haben es in sich: Erst geht es gegen Tabellenführer FK Pirmasens, anschließend wartet der bärenstarke 1. FC Kaiserslautern II. Den Rheingönheimern bläst der kalte Herbstwind ins Gesicht.

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