Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen vor wichtigem Kellerderby

Philip Krischa (hinten) im Duell mit FCK-Spieler Ben Reinheimer.
Philip Krischa (hinten) im Duell mit FCK-Spieler Ben Reinheimer.

Nach guten Vorstellungen ohne Lohn steht der FC Arminia Ludwigshafen im Oberliga-Kellerduell gegen Eisbachtal unter Druck. Ein junger Defensivallrounder soll dem Klub helfen.

Nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen (1:2 in Karbach, 1:3 in Engers) ist Oberligist FC Arminia Ludwigshafen auf den 15. Tabellenplatz zurückgefallen. Dieser bedeutet den Abstieg, wenn man unterstellt, dass der TSV Schott Mainz aus der Regionalliga absteigt. Nur wenn der Oberliga-Vizemeister aufsteigt, bleibt der 15. in der Oberliga. Dass die Sportfreunde Eisbachtal, die am Samstag (16 Uhr) beim FCA antreten, mit einem Punkt mehr auf dem Konto Rang 13 belegen, zeigt die große Bedeutung, die diesem Kellerduell zukommt.

Dass man diese Mannschaft nicht unterschätzen darf, zeigt der Blick auf die Rückrundentabelle. Die weist das Team aus dem Westerwald als Zweiten hinter dem 1. FC Kaiserslautern II aus. Nach der Winterpause hat Eisbachtal drei von vier Begegnungen gewonnen und blieb dabei jeweils ohne Gegentor. Damit haben die Sportfreunde den vorher abonniert scheinenden vorletzten Tabellenplatz verlassen. Die Arminia tut also gut daran, sich auf ordentlich Gegenwehr einzustellen. „Wir können fußballerisch noch so gut sein, wenn wir die Zweikämpfe und ein vielleicht ekliges Spiel nicht annehmen, gewinnen wir nicht“, rüttelt Laping sein Team wach.

50. Oberligapartie in Engers

Einer, der aktuell eine gute Form aufweist, ist Philip Krischa. Der defensive Mittelfeldspieler lief nach dem kurzfristigen Ausfall von Innenverteidiger Wal Fall in der Abwehr auf. „Auf der Sechserposition spielen ich schon ein bisschen lieber. Aber ich habe mich auch in der hintersten Reihe wohlgefühlt, hatte viele Ballkontakte“, blickt Krischa auf die Partie in Engers zurück, die zugleich sein 50. Oberligaspiel für die Arminia bedeutete. „Ich empfand die Niederlage als unglücklich. Nach schwächerer erster Hälfte haben wir nach der Pause alles rausgehauen, mutig nach vorne gespielt und ein deutliches Chancenplus erarbeitet“, verdeutlicht der 22-Jährige.

„Seine Stärken im Aufbauspiel sind in Engers gut zur Geltung gekommen. Es ist prima, einen Spieler zu haben, der beide Rollen ausfüllen kann“, sagt Laping. Krischa habe überragend agiert und sei der beste Mann auf dem Platz gewesen. Und vermutlich wird er noch stärker, wenn er voll im Rhythmus ist. Nachdem er in der vorigen Saison alle 34 Partien bestritt und immer in der Startelf stand, gab es in diese Runde schon mehrere Unterbrechungen. „Mal war ich krank, dann mit der Uni weg und schließlich habe ich mir den Zeh gebrochen“, listet er die Gründe auf. Zuletzt fehlte er in Gonsenheim nach einer Gelb-Roten Karte aus dem Derby in Dudenhofen.

Aus einer Handballfamilie

Den Nordbadener, der beim FCA die Rückennummer 15 trägt, zeichnet eine starke Technik, eine elegante Ballführung und einen guten Blick für die Situation aus. Fehler sind selten. „Er ist zweikampfstark, hat Tempo und eine hohe Spielintelligenz“, beschreibt Laping den vielseitigen Krischa. „An meiner Torgefährlichkeit muss ich noch arbeiten, auch wenn dies nicht meine Hauptaufgabe ist“, räumt der Mann mit gestalterischen Fähigkeiten ein. In der Oberliga gelangen ihm bislang nur zwei Treffer, beide in der vergangenen Runde. In Auersmacher war das Tor beim 1:1 sogar einen Punkt wert. Dazu traf er beim 6:1 in Idar-Oberstein ins Schwarze.

„Ich komme eigentlich aus einer Handballfamilie. Mein Vater hat gespielt, meine Mutter und auch mein Onkel“, berichtet der 22-jährige Krischa. Eine Zeit lang habe er beide Sportarten parallel betrieben, sich dann aber für Fußball entschieden. Offenbar eine gute Wahl, wenn man sieht, wie gut sich der in Edingen-Neckarhausen lebende Mittelfeldspieler bei den Rheingönheimern integriert und fast unersetzlich gemacht hat. Sein Vertrag läuft noch bis 2027. Am Standort von „Anpfiff ins Leben“ beim Ludwigshafener SC absolvierte Krischa sein Freiwilliges Soziales Jahr. Der frühere Arminia-Trainer Chris Chorrosch fädelte 2024 den Transfer des ballsicheren Aufbauspielers zum FCA ein.

Auch in Schifferstadt am Ball

An seinem Wohnort begann der kleine Philip mit dem Fußballspielen. „Weil ich keinen Zweikampf gescheut habe, wurde ich im Mittelfeld und als Innenverteidiger aufgestellt“, blickt Krischa zurück. Über die SpVgg Ilvesheim und den SV Schwetzingen führte ihn sein Weg in der B-Jugend erstmals in die Pfalz. Er spielte für Phönix Schifferstadt und den FC Speyer 09, ehe er in die U19 des SV Waldhof wechselte. Dort lief er nach seiner Jugendzeit in der zweiten Garnitur der Waldhöfer in der Verbandsliga auf und wurde zum Kapitän ernannt. Einen Unterschied zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar hat er festgestellt: „Hier geht es deutlich physischer zu, die Spieler sind robuster.“

In Heidelberg studiert Krischa Sportwissenschaften und Geografie auf Lehramt, schreibt gerade an seiner Bachelorarbeit. Das für jeden Fußball interessante Thema seiner Arbeit lautet „Derby-Rivalitäten im Südwesten“. Da gebe es beispielsweise mit Kaiserslautern/Waldhof oder Kaiserslautern/Karlsruhe einige Duelle vor der Haustür. Da ist die Ausstellung im Museum in Speyer zu dieser Thematik sicher hilfreich. „Im Sommer will ich mit dem Master beginnen und nach vier Semestern ins Referendariat gehen“, hat der junge Fußballer, dessen Vater häufiger bei den Spielen seines Sohne zuschaut, konkrete Vorstellungen.

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