Fußball
Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen vor schwierigem Kellerderby
Eine Woche nach den anderen Amateurklassen startet auch die Oberliga in die Rückserie. 14 Begegnungen stehen noch aus, in denen der FC Arminia Ludwigshafen den Klassenverbleib perfekt machen will. Zum Auftakt treten die Rheingönheimer bereits am Freitagabend, 19.30 Uhr, beim Mitkonkurrenten FV Dudenhofen an, der dasselbe Ziel verfolgt. Wie eng die Tabelle ist, lässt sich daran erkennen, dass die Dudenhofener mit einem Sieg die Arminia überflügeln würden. Das Derby ist auch das Debüt für den neuen Trainer Marco Laping.
Wobei die Begriffe Debüt und neuer Trainer eigentlich unzutreffend sind. Der 48-jährige Laping trainiert die Arminen bereits zum vierten Mal in dieser Spielklasse und war Bestandteil der FCA-Mannschaft, die 2011 erstmals in die Oberliga aufgestiegen ist. „Da hatte ich meine aktive Laufbahn eigentlich schon beendet und bin in der Winterpause gekommen“, erinnert sich der gebürtige Bad Dürkheimer. Acht Begegnungen bestritt der clevere und spielstarke defensive Mittelfeldspieler, von denen die Arminia keine verlor. „Der FCA war damals schon und ist auch heute noch eine Herzensangelegenheit für mich. Ich kenne die handelnden Personen seit Langem und fühle mich im Verein wohl“, erklärt Laping.
In der Zweiten Liga aktiv
In seiner besten Zeit war er Zweitligaprofi, spielte sieben Jahre beim 1. FC Saarbrücken. Zuvor und danach lief er für den FK Pirmasens und den SV Waldhof auf. Als erfolgreicher Trainer von A-Junioren-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern hat sich Marco Laping einen Namen gemacht. Er schaffte mit dem FCK dreimal in Folge den Klassenverbleib, zog 2018 ins DFB-Pokalfinale ein (1:2 gegen SC Freiburg) und entwickelte zahlreiche Akteure so weiter, dass sie im Profibereich Fuß gefasst haben. Lennart Grill (Dresden), Torben Müsel (Essen), Niklas Shipnoski (ehemals Saarbrücken), Paul Will (Darmstadt) oder Anas Bakhat (Braunschweig) sind Beispiele dafür.
Heute ist der mit seiner Frau Judit verheiratete Trainer Unternehmer und führt die Firma Absolute Teamsport, die viele Vereine mit Sportbekleidung ausrüstet. Aus beruflichen Gründen hat er nicht bereits in der Hinserie die Nachfolge von Chris Chorrosch angetreten. Dies übernahm der 41-jährige Matteo Monetta, der bei Laping angestellt ist, sich um den Bereich Textildruck kümmert und jetzt als Co-Trainer seines Chefs agiert. „Matteo denkt Fußball wie ich, wir haben ein blindes Verständnis. Das passt einfach“, erklärt Laping. Wieder an Bord ist auch Athletiktrainer Philipp Stiller (35), der den Job schon einmal innehatte und auch das Trikot der Arminia trug.
Durchwachsene Vorbereitung
„Das größere Trainerteam macht sich positiv bemerkbar. Wir können in Kleingruppen arbeiten, was uns weiterhilft“, verdeutlicht der 48-jährige Übungsleiter. Jedenfalls seien in der Vorbereitung immer über 20 Akteure im Training gewesen, darunter auch einige talentierte Spieler aus der Reserve. Es sei Zug und hohe Intensität in den Einheiten gewesen. „Nach langen sechs Wochen der Vorbereitung, die nicht so einfach waren, wird es Zeit, dass es endlich losgeht“, sagt Laping. Die Testspiele waren von unterschiedlicher Güte, nicht gut bei der 3:4-Niederlage in Kandel, stark gegen den FK Pirmasens, obwohl der FCA 2:4 verlor und gelungen bei der Generalprobe, dem 2:1-Sieg gegen Astoria Walldorf II.
Laping sieht den Kader nicht gut zusammengestellt und begründet dies mit einem Beispiel. „Für rechts hinten haben wir mit Ricardo Antonaci und Malte Moos zwei Topleute, dafür fehlt es auf der linken Seite, wo der 20-jährige Julian Malburg noch Zeit braucht“, hat der Coach erkannt und will Moos auf links ziehen. Das Team verstehe sich gut, mitunter aber zu gut, zumal einer fehle, der auf den Platz mal auf den Putz haue. Torwart Kevin Urban, Fabian Marx und Sebastian Beikert fallen verletzt aus, ansonsten stehen alle Spieler zur Verfügung, was auch zu dem einen oder anderen Härtefall führen kann. Taktisch will Laping flexibel bleiben, eine Viererkette ist ebenso möglich wie drei Akteure, die die hinterste Reihe bilden.
„In Dudenhofen besitzen Mentalität und Zweikampfverhalten oberste Priorität. Grundsätzlich wollen wir aber eine Spielidee implementieren, die auf Ballbesitzfußball und schnelles Umschalten nach Ballverlusten basiert“, erklärt der Coach, der gute Nachrichten parat hat: Flügelstürmer Bastian Hommrich, der noch ohne Saisoneinsatz ist, hat seine Schambeinverletzung auskuriert und ist fit. Torjäger Yassin Memokoh sei noch mal stärker geworden, dazu befinden sich Leon Zinnicke und Yakub Polat in guter Frühform. Lapings Resümee: „Die Mannschaft ist vorbereitet, hat zuletzt die nötige Spannung gezeigt. Das gilt es in Dudenhofen umzusetzen.“