Fußball
Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen vor Duell mit Primus FK Pirmasens
Der FK Pirmasens ist in der Oberliga bisher das Maß aller Dinge. Das Team von Trainer Daniel Paulus ist allein noch ungeschlagen und hat erst sieben Gegentore eingesteckt. Die 2:4-Niederlage in Worms hat man beim FC Arminia abgehakt und schaut nun voller Vorfreude auf das Duell mit Traditionsklub FK Pirmasens, das am Sonntag, 15 Uhr, angepfiffen wird. „Pirmasens holt aus seinen Möglichkeiten das Maximum heraus. Die Mannschaft ist körperlich sehr stark und zeichnet sich durch großen Teamgeist und eine gute Einstellung aus“, gibt FCA-Trainer Chris Chorrosch die Eindrücke wieder, die er aus seinen Beobachtungen gewonnen hat. Ganz wichtig sei, bei Standardsituationen voll konzentriert zu sein. Das sei nämlich eine der großen Stärken des Gegners, der nach Freistößen und Eckbällen regelmäßig treffe. Gut möglich, dass deshalb der groß gewachsene Innenverteidiger Lukas Kebernik ins Team rückt.
Sehr gute Chancen aufzulaufen hat auch Angreifer Adnan Rizvanovic, der mit 18 Jahren der jüngste Akteur im Kader der Arminia ist. „Adnan bringt sehr viel mit. Er ist schnell und hat einen guten Abschluss. Dazu arbeitet er prima gegen den Ball und ist ein mannschaftsdienlicher Spieler“, beschreibt Chorrosch den dynamischen Mann mit der Rückennummer 21. Der Trainer kennt Rizvanovic aus seiner Zeit als Coach des A-Junioren-Regionalligisten Ludwigshafener SC. Dort gehörte der Stürmer zu den torgefährlichsten Angreifern der Liga. Mit 17 Treffern war der talentierte Rizvanovic Zweiter in der Torschützenliste der Regionalliga.
Noch Potenzial
Er hat aber auch – logisch in diesem Alter – noch Bereiche, in denen er sich verbessern kann. „Er ist im Zweikampf noch zu ungestüm, muss cleverer werden“, empfiehlt sein Trainer. Und auch in der Chancenverwertung könne Rizvanovic zulegen. Bisher gelangen ihm drei Treffer, zwei davon am Sonntag in Worms, wo er allerdings das erste Gegentor auf seine Kappe nehmen muss. „Da war ich noch nicht so gut im Spiel und habe die Situation falsch eingeschätzt“, räumt der Stürmer ein. Den Ausgleichstreffer bereitete Jannik Dörr vor, der mit ihm in der vorigen Runde bei den LSC-Junioren aufgelaufen ist. „Auch damals hat mir Jannik schon Tore aufgelegt“, erinnert sich Rizvanovic.
Der gebürtige Mannheimer spielte als Knirps zunächst beim SC Käfertal. „Da stand ich für kurze Zeit auch mal im Tor“, berichtet Rizvanovic und lacht. Doch das Stürmerblut setzte sich rasch durch. Nach dem Umzug der Familie nach Rheingönheim spielte er ab der C-Jugend beim LSC und machte mit vielen Toren auf sich aufmerksam. „Ab der B-Jugend hat sich mein Spielstil geändert“, erzählt der Deutsche mit bosnischen Wurzeln. Er hat sich zu einem aggressiven Balleroberer entwickelt und passt so gut ins Konzept von Chorrosch, der dem jungen Mann Zeit zur Entwicklung und Reife gibt. „Adnan ist ein super Junge. Er ist für jeden Spaß zu haben und sich für nichts zu schade. Egal ob er den Bus aufräumt oder Trainingsmaterialien holt“, verdeutlicht der Coach.
Drei Vorbilder
Adnan Rizvanovic spielt zwar lieber als zentrale Spitze, hat aber auch die Position als rechter Flügelstürmer angenommen. „Wichtig ist, Spielzeit zu bekommen“, weiß der 18-Jährige. Er bestritt elf von zwölf möglichen Oberligapartien, stand achtmal in der Startformation. Gefehlt hat er nur einmal, als er wegen eines Trauerfalls in die Heimat seiner Eltern reiste. „In der Oberliga ist das Tempo viel höher als in der Jugend, die Partien sind anstrengender, die Gegenspieler erfahrener und abgezockter“, hat er erkannt. Dass er einen beachtlichen Torinstinkt besitzt, zeigte er das erste Mal, als er zum 4:2-Sieg im Verbandspokalspiel in Mutterstadt drei Tore beisteuerte. Da habe ihm in die Karten gespielt, dass der Gegner eben nicht Oberliga spielt.
Seine sportlichen Vorbilder sind – kein Wunder – drei Vollblutstürmer. Weltfußballer Cristiano Ronaldo, die bosnische Legende Edin Dzeko und der Slowene Benjamin Sesko von RB Leipzig, dem er als Spielertyp am nächsten komme. Die Frage, wem er beim Spiel in der Nations League zwischen Bosnien und Deutschland die Damen gedrückt habe, beantwortet Rizvanovic clever: „Ich war neutral.“
Wichtig sei es auch, sich Ziele zu setzen. So will der Schüler an der BBS Technik in Ludwigshafen im Mai 2025 Abitur machen. Mit der Arminia soll der Klassenverbleib gefeiert werden, wobei er Platz acht für möglich hält, wenn das Team effizienter werde. Und ein persönliches Ziel habe er auch: „Zweistellig zu treffen, wäre super“, sagt Rizvanovic. Diesem Vorhaben kann er mit einem Torerfolg gegen Pirmasens einen Schritt näherkommen.