Fußball
Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen verschenkt Sieg in Koblenz
Für den neutralen Beobachter gab es beim 4:4 (2:2) zwischen den Oberligisten Rot-Weiss Koblenz und Arminia Ludwigshafen nicht viel zu bemängeln. In den Gesichtern der beiden Trainer war freilich nach dem offenen Schlagabtausch wenig Zufriedenheit zu erkennen. Was nicht weiter verwunderte, legten doch beide Mannschaften eine allzu großzügige Bereitschaft an den Tag, wenn es darum ging, Fehler zu machen. Für Arminia-Trainer Chris Chorrosch und sein Team war der Verlauf des Nachmittags besonders unglücklich, seine Mannschaft stand am Ende dieser Fehlerkette und erlaubte damit dem Gegner – trotz zwischenzeitlicher 4:2-Führung – noch das Unentschieden. Das 4:4 fiel in der Nachspielzeit, unbedrängt durfte der Koblenzer Stürmer Armin Sivic aus fünf Metern einköpfen. „Wenn mir vor der Partie jemand ein Unentschieden angeboten hätte, wäre ich sicher einverstanden gewesen. So aber bin ich schon ein wenig verärgert“, gestand Chorrosch und ergänzte: „Das müssen wir einfach besser verteidigen.“
Im ersten Durchgang sah alles nach einer deutlichen Angelegenheit für die Koblenzer aus, nachdem Younes Azahaf Rot-Weiss in Führung gebracht hatte (14.). Vom hoch gelobten Angriffsspiel der Arminia war nichts zu sehen. Die Ludwigshafener Spielgestalter Nico Pantano und Ricardo Antonaci bekamen kaum Raum zur Entfaltung. Und doch stand es plötzlich 2:1 für die Arminia, weil das RW-Team zweimal individuell patzte. Nach einem zu kurzen Rückpass konnte der heranstürmende Pantano nur noch mit einem Foul gestoppt werden – es gab Elfmeter. Den verwandelte Antonaci sicher zum 1:1 (21.). Nur zwei Minuten später stand Giuliano Cultrera nach einem Abwehrfehler allein vor dem Tor und hatte wenig Mühe, zum 2:1 einzuschießen (23.). Für einen kurzen Moment schien das Momentum aufseiten der Arminia zu sein. Doch Rot-Weiss hatte eine schnelle Antwort und kam durch Rachid Tchadjei zum 2:2 (26.). „Wir haben die Fehler des Gegners in Halbzeit eins eiskalt ausgenutzt. Aber insgesamt hatten die Koblenzer heute sicher die bessere Spielanlage“, gab Torschütze Antonaci unumwunden zu und meinte: „Am Ende können wir mit dem Punkt gut leben, auch wenn das 4:4 spät fiel.“
Rechte Seite als Schwachpunkt
Immer wieder kam Rot-Weiss zu Beginn der zweiten Halbzeit über die viel zu offene rechte Defensivseite der Ludwigshafener zu Chancen. Erst als Chorrosch reagierte, stand die Arminia besser. „Das war sicher ein entscheidender Zug. Danach ist Koblenz kaum noch zu Chancen gekommen“, analysierte Chorrosch. Im Gegenteil: Ludwigshafen war auf einmal am Drücker und erzielte zwei sehenswerte Treffer. Beim 3:2 verwertete Noah Maier im zweiten Anlauf einen schönen Ball in die Schnittstelle (68.). Das 4:2 resultierte aus einem als Flanke gedachten Ball von Steffen Straub (72.).
Alles sah nach dem dritten Ludwigshafener Sieg im dritten Meisterschaftsspiel dieses Jahres aus. Doch passend zu diesem ereignisreichen Nachmittag hielt die Partie noch eine Schlusspointe bereit. Während Chorrosch nach dem 4:4 die orangefarbenen Wasserflaschen wütend auf die Tartanbahn kickte, bejubelten die Rot-Weiss-Spieler den späten Punkt.