Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen holt Qualität und Erfahrung für neue Saison

Eine Konstante im Spiel der Arminia: Außenbahnspieler Steffen Straub.
Eine Konstante im Spiel der Arminia: Außenbahnspieler Steffen Straub.

Der FC Arminia Ludwigshafen startet nach einem großen Umbruch im Kader in die neue Oberligarunde. Warum die eigenen Ansprüche dennoch gleich bleiben.

Vor etwa einem Jahr hatte Chris Chorrosch, Trainer des Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen, eine Vision. In der ersten Saison der zunächst auf drei Jahre festgelegten Zusammenarbeit sollte der FCA nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Danach war für die zuvor runderneuerte Mannschaft mit acht Zu- und acht Abgängen vorgesehen, den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Mit dem Kader der Saison 2024/25 als Grundgerüst und nur wenigen Ergänzungen. Doch die Planung wurde im Laufe der Rückrunde konterkariert. Dem Umbruch vor einem Jahr folgte ein noch viel größerer vor dieser Spielzeit. Zwölf Akteure sind gegangen, 13 neue sind gekommen.

„Es ist schon ärgerlich, erneut am Anfang zu stehen und wieder einen Neuaufbau bewerkstelligen zu müssen“, sagt der 36-jährige Chorrosch. Doch dies lässt den Übungsleiter nicht hadern, denn das neue Team kann sich durchaus sehen lassen, auf der Zugangsseite stehen viele Spieler, die über eine ordentliche Qualität verfügen. „Deshalb weiche ich auch vom ursprünglichen Ziel nicht ab. Wir wollen mit dieser Mannschaft eine Platzierung zwischen Rang sechs und zehn erreichen“, ist der Coach optimistisch.

Drei Aufsteiger zum Start

Das Auftaktprogramm ist passabel. An den ersten vier Spieltagen soll der Grundstein für eine gute Runde gelegt werden. Allerdings ist es nicht ohne Tücken, zum Start gegen drei der vier Neulinge zu spielen, die erfahrungsgemäß zu Beginn von der Euphorie leben.

Im Tor gibt es nach der Rückkehr von Peter Klug (33) eine Neuauflage des Duos, das er mit Kevin Urban bildet. Die beiden Freunde spielen zum dritten Mal gemeinsam für den FCA. „Peter ist ein Supertyp, menschlich hervorragend und eine Bereicherung für die Arminia“, erklärt Chorrosch. Klug habe große Fähigkeiten im Spielaufbau, Urban sei bei Flanken stärker. Jedenfalls ist es ein offener Kampf zweier überdurchschnittlicher Oberligatorhüter. Dazu wurden die Kompetenzen von Torwarttrainer Michael Hauk erweitert. „Er ist dafür verantwortlich, dass immer zwei Keeper im Training sind. Außerdem gibt es eine enge Absprache mit ihm für die Nominierung am Spieltag“, informiert der Coach. Nummer drei bleibt Paul Gronau von der Reserve.

Klasse und Erfahrung

In der Abwehr kann der FCA wieder auf Lukas Hartlieb bauen, der seinen Kreuzbandriss auskuriert hat. „Lukas ist voll einsatzfähig. Mit ihm, dem noch angeschlagenen Wal Fall und Linksfuß Jhon Mosquera haben wir drei top Innenverteidiger“, lobt der Coach, der überlegt, mit einem Rechts- und einem Linksfuß zu spielen. Auch auf außen kann es in der Abwehr neue Gesichter geben: Rechts den erfahrenen Malte Moos (29), der nach Limburgerhof gezogen ist und mit Schnelligkeit, guter Technik sowie starker Spieleröffnung punktet. Dazu links Julian Malburg (19), der gute Flanken schlägt und bei Mainz 05 ausgebildet wurde. Sein Bruder Adrian hat auch schon bei der Arminia gespielt. Innen und außen kann Fabian Marx (21) verteidigen, der eine hohe Qualität am Ball habe.

Klasse und Erfahrung kommt im Mittelfeld dazu: Yakup Polat (29) und Kevin Selzer (31). „Yakup ist ein toller Fußballer, tut uns gut, hat aber mit dem Ball am Fuß oft seinen eigenen Kopf“, verdeutlicht Chorrosch. Selzer sei ein intelligenter Spieler mit erstklassiger Mentalität. Der Coach probiert den Ex-Mutterstadter, der ein Spiel lesen kann, derzeit auf dem Flügel aus. Sehr gute Ansätze zeige Leon Zinnicke (18), das Nesthäkchen in der Gruppe, ein dynamischer Zweikämpfer mit guten Tempodribblings, der aber noch zu fehleranfällig sei und sich an das erhöhte Tempo gewöhnen müsse. Er kann im zentralen Mittelfeld defensiv wie offensiv agieren. Die Brüder Felix (25) und Anton (19) Funk haben bei dieser Konkurrenz, zu der auch Philip Krischa zählt, nur Außenseiterchancen.

Im Angriff gab es für die Rheingönheimer den größten Bedarf, weil drei Stürmer gegangen sind. Gute Chancen auf einen Stammplatz hat der ehemalige Weinheimer Sebastian Beikert (20), ein extrem schneller Flügelstürmer, der das Pendant zu Steffen Straub sein könnte. „Er ist im direkten Duell stark, aber nicht der beste Techniker, was auch am hohen Tempo liegt“, erläutert der Trainer. Im Zentrum könnten der robuste und technisch gute, aber noch etwas verspielte Noah Hannawald (21) sowie die „Kante“ Maximilian Krämer (28) auflaufen. Der Mittelstürmer erzielte für den Verbandsligisten TB Jahn Zeiskam im Vorjahr 13 Treffer. „Max ist ein guter Typ mit Torinstinkt und Ruhe beim Abschluss. Er ist der ideale Abnehmer für Flanken“, charakterisiert Chorrosch den Neuner. Yassin Memokoh (18) vervollständigt die Riege.

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