Fußball Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen braucht dringend Punkte
Die Arminia muss aufgrund des schlechten Torverhältnisses noch vier Punkte einfahren, denn Karbach und Mechtersheim ist es zuzutrauen, dass sie aufgrund ihres passablen Restprogramms die 50-Punkte-Hürde überspringen. „Wir brauchen gar nicht zu rechnen, ein Sieg ist Pflicht“, sagt FCA-Trainer Andreas Brill mit Blick auf die Partie bei der SpVgg Quierschied (Sonntag, 15 Uhr).
Die Saarländer sind Vorletzter und haben die wenigsten Tore erzielt, zuletzt aber aufhorchen lassen. Auersmacher wurde 3:0 geschlagen und in Diefflen hat Quierschied ein 2:2 erreicht. „Ich möchte auch daran erinnern, dass wir uns in der Vorrunde beim 1:1 im Südweststadion unglaublich schwergetan haben“, betont der Coach. Damals gelang dem eingewechselten Giuliano Cultrera erst in der Nachspielzeit der Ausgleich. Trotz aller Warnung ist klar: Will die Arminia in der Liga bleiben, gibt es im Saarland keine Alternative zu einem Sieg. Gegen den 1. FC Kaiserslautern II und bei Wormatia Worms hängen die Trauben für die Rheingönheimer höher.
Stichwort: Chancenverwertung
Wenn der FCA den überlebenswichtigen „Dreier“ einfahren will, muss er an die Leistungen der zurückliegenden neun Partien anknüpfen. Von denen hat er nur eine verloren. „Wir brauchen das spielerische Selbstverständnis, das uns gegen Cosmos stark gemacht hat, dazu die Mentalität und Einstellung aus den vergangenen Spielen“, fordert Brill. Auf Gier, Bereitschaft und Siegeswille käme es an. Und ganz wichtig: Der große Aufwand und der eher kleine Ertrag müssen in einem besseren Verhältnis zueinanderstehen. Stichwort: Chancenverwertung. Nicht mithelfen kann Wal Fall, der schon den vierten (!) Platzverweis verzeichnete. Beim Foul vor der Gelb-Roten Karte hat er sich in den Dienst der Mannschaft gestellt, „Gelb“ vor der Pause war unnötig.
Dabei ist aber Robert Langer. Der 20-jährige Außenverteidiger ist die Entdeckung der Rückrunde. Zu Beginn kam er nur zu Teileinsätzen, 13 bei 30 möglichen Spielen. Zuletzt stand der gebürtige Heidelberger fünfmal in Folge 90 Minuten auf dem Platz und überzeugte mit Tempo, Biss und Offensivdrang. „Robert hat Zeit gebraucht, war anfangs kein Faktor. Er hat den Jugendfußball abgeschüttelt, sich gut entwickelt und gibt im Training richtig Gas“, lobt Brill den Mann mit der Rückennummer 26. Langer habe riesige Voraussetzungen, einen guten linken Fuß, eine prima Flankentechnik und ordentliche Geschwindigkeit.
Ehrgeiziger Typ
„Das Entscheidende im Fußball ist Vertrauen. Das spüre ich aktuell vom Trainer und den Mitspielern“, sagt Langer. Vertrauen führt zu Selbstvertrauen, was dem Linksfuß derzeit anzumerken ist. Er spielt mutig nach vorne, traut sich etwas zu, was seine beiden Distanzschüsse gegen Cosmos Koblenz belegen. „Ich bin ein ehrgeiziger Typ, der über das Läuferische kommt“, berichtet der 20-Jährige. Dies wird bei einem Spiel in der Vorrunde deutlich. Langer kommt nicht zum Einsatz und während die Kollegen nach dem Abpfiff in der Kabine verschwinden, zieht Langer auf dem Platz etliche Sprints an.
Robert Langer lief in der Jugend für Handschuhsheim, Sandhausen, SGK Heidelberg und den SV Waldhof auf. Dort durfte er als A-Junior bei der ersten und zweiten Garnitur mittrainieren und wurde in Testpartien eingesetzt. „Mein Vater kennt jemanden bei Wormatia Worms, der FCA-Sportchef Markus Impertro kennt. So kam der Kontakt zustande“, erzählt der Verteidiger, der noch ein Jahr unter Vertrag steht. Sein Vater ist sein größter Fan, besucht nach Möglichkeit jedes Spiel der Arminia, auch wenn er vom Eishockey und Rugby kommt. Er ist auch Arbeitgeber seines Sohnes im Bereich Zubehör für exklusive Herrenschuhe.