Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen auf der Suche nach Form und Trainer

Nicht mehr verantwortlich: Marco Laping (links) und Matteo Monetta.
Nicht mehr verantwortlich: Marco Laping (links) und Matteo Monetta.

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen steht ohne Trainer da. Der Sportchef ringt nach Worten, und der Kapitän nimmt die Mannschaft in die Pflicht.

Nach nur fünf Spielen ist Trainer Marco Laping, der große Hoffnungsträger des Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen im Abstiegskampf, nicht mehr im Amt. Der 48-jährige Coach trat am Samstagabend nach der desillusionierenden 2:4-Niederlage gegen die Sportfreunde Eisbachtal zurück. Mit ihm beendete auch sein Co-Trainer Matteo Monetta seine Arbeit beim FCA. Der Verein wird von dieser Entscheidung im Mark und zudem völlig unvorbereitet getroffen.

Die katastrophale Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Eisbachtal sei der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. „Die Mannschaft ist leblos, leer, und ich kann ihr nicht helfen“, sagt Laping. Der erfahrene Übungsleiter hatte eine Spielweise implementiert, die auf Ballbesitz und Kombinationsfußball basiert. Dies setzte der FCA am Samstag bis zur Pause ordentlich um, kam aber nur zu drei guten Möglichkeiten. „Im letzten Drittel waren wir nicht gefährlich genug“, nennt der Coach einen Grund dafür. Außerdem habe dem Team nach Wiederbeginn unter anderem Überzeugung und Biss gefehlt. Paradebeispiel dafür sei das 3:2 von Olbrich, der dieses Tor unbedingt erzielen wollte und auf wenig Gegenwehr stieß.

Vorgaben nicht umgesetzt

Auch die letzten Anweisungen kurz vor Schluss nach der „Verletzung“ von Torwart Peter Klug, als Laping das Team an der Außenlinie zusammentrommelte, verpufften. „Ich komme an die Mannschaft, die nicht gut zusammengestellt ist, keine Struktur und kaum Führung hat, nicht ran, finde keinen Draht“, bilanziert der ehemalige Profi und klingt resigniert. Nach der Partie in Engers sei sein Entschluss gereift, aufzuhören. Das Team setze die Vorgaben nicht um. Ein Beispiel: „In der Pause haben wir besprochen, wie wir uns verhalten, wenn Eisbachtals Torhüter das Spiel mit einem Diagonalball eröffnen will. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff haben wir ihn bei einer solchen Aktion einfach gewähren lassen“, schildert Laping eine Szene.

Sein Co-Trainer Monetta, der die Arminia bis zum Dezember trainierte, bläst in dasselbe Horn: „Wenn wir Gruppen- oder Einzelgespräche geführt haben, kam kaum eine Resonanz, keine Rückmeldung. Die Mannschaft kann auch nicht mit Widrigkeiten umgehen.“ Da er dieselbe Auffassung vom Fußball habe wie Laping, habe auch er sich zum Rücktritt entschlossen. Bei allem Ärger über das Team räumt Laping aber auch eine Veränderung bei sich selbst ein: „Ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr das Feuer früherer Tage habe, nicht mehr brenne. Ich hätte den Job nicht annehmen dürfen. Auch deswegen bin ich nicht der richtige Mann für diese Aufgabe.“

Sportchef sucht Worte

Arminias Sportchef Markus Impertro rang am Sonntag nach Worten: „Ich bin sprachlos und verstehe Marco nicht. Wenn er gesagt hätte, dass er von seiner Zusage für die kommende Saison entbunden werden möchte, aber die wenigen Wochen der aktuellen Runde zu Ende macht, hätten wir damit notgedrungen leben können.“ Impertro traf sich am Sonntagvormittag mit der Mannschaft, die sich nach dem Gespräch mit dem Sportchef zurückzog um untereinander Tacheles zu reden. „Dieser Rücktritt trifft uns auf dem falschen Fuß“, verdeutlicht der Sportliche Leiter.

Kapitän Ricardo Antonaci ist anzumerken, dass ihn die Situation mitnimmt. „Marcos Rücktritt trifft uns hart und unerwartet. Ich selbst bin schwer getroffen, weil ich viel von ihm halte und hätte mir gewünscht, dass er weitermacht“, sagt der Spielführer. Die zweite Halbzeit gegen Eisbachtal hänge ihm sehr nach, weil man sich so nicht präsentieren dürfe und die drei Punkte regelrecht hergeschenkt habe. Wenn Spieler keine intrinsische Motivation hätten – also einen inneren Antrieb aus Freude, Interesse oder Überzeugung, könne auch Guardiola an der Linie stehen und wäre erfolglos. „Die sportliche Misere ist unsere Schuld. Wir erkennen Situationen auf dem Platz nicht, sind vom Kopf her nicht da. Eine Wende muss von uns kommen“, fordert Antonaci.

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