Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Ein Neuzugang soll der Arminia im Derby gegen die U21 des 1. FCK helfen

Leon Zinnicke im Spiel des FC Arminia Ludwigshafen gegen Gau-Odernheim.
Leon Zinnicke im Spiel des FC Arminia Ludwigshafen gegen Gau-Odernheim.

In der Oberliga trifft der FC Arminia Ludwigshafen auf die U21 des 1. FC Kaiserslautern. Beide haben zuletzt gewonnen. In Ludwigshafen liegt es auch an einem Neuzugang.

Zwei der formstärksten Oberliga-Mannschaften treffen aufeinander, wenn sich am Freitag (19 Uhr, Bezirkssportanlage Rheingönheim) der FC Arminia Ludwigshafen und der 1. FC Kaiserslautern II gegenüberstehen. Die Arminia hat die zurückliegenden vier Pflichtspiele gewonnen und fand Anschluss ans untere Mittelfeld. Der FCK siegte sechsmal in Folge und blieb in den vergangenen vier Begegnungen ohne Gegentor. Die Lauterer haben nur noch einen Zähler Rückstand auf die Tabellenspitze. Beste Voraussetzungen also für ein packendes Pfalzderby.

„Wenn der FCK ins Rollen kommt, ist er schwer zu stoppen“, weiß Arminia-Trainer Matteo Monetta. Dabei denkt er wohl an den vergangenen Samstag, als Kaiserslautern den SV Gonsenheim, der sicher zu den besseren Teams der Liga zählt, mal eben mit 7:0 wegputzte. Der FCK wird angeführt von Kapitän und Ex-Profi Jean Zimmer, hat zudem eine enorme individuelle Qualität in allen Mannschaftsteilen. Die jungen Spieler schauen gewiss mit einem Auge zu den Profis. Mika Haas und Leon Robinson haben den Sprung von der U21 in den Profikader geschafft und gezeigt, was möglich ist.

Akteur mit Zukunft

„Wir müssen dem FCK den Spaß am Spiel nehmen, in den Zweikämpfen immer präsent und eklig sein sowie früh stören. Darüber hinaus müssen wir versuchen, unser eigenes Spiel durchzubringen – zumindest phasenweise“, erklärt Monetta. Die vier Siege in Serie haben der Mannschaft mehr Selbstvertrauen und eine breitere Brust verliehen. Im vergangenen Jahr unterlag der FCA 1:2, stand allerdings vor dem Wechsel gegen einen wie entfesselt aufspielenden FCK auf verlorenem Posten. Der 1:2-Halbzeitstand war schmeichelhaft. Eine gut 30-minütige Unterzahl wegen einer Roten Karte für Shawn Blum im zweiten Abschnitt steckten die Roten Teufel ebenso ungerührt weg wie einen vergebenen Elfmeter.

Von all dem weiß Leon Zinnicke nur vom Hörensagen, weil der 19-Jährige damals noch nicht für die Arminia auflief. Der offensive Mittelfeldspieler, der am liebsten auf der Achter- oder Zehnerposition spielt, war im Sommer von den A-Junioren von Wormatia Worms gekommen und hat das Potenzial zum Stammspieler. „Leon ist technisch stark, hat spielerische Qualitäten und ist ballsicher. Wenn er in der Athletik und körperlich zulegt, werden wir noch viel Spaß an ihm haben“, beschreibt Monetta den jüngsten Spieler des FCA, den die Arminia in weiser Voraussicht mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet hat.

Fünf Spiele verletzt gefehlt

War sein erstes Saisontor gegen Emmelshausen-Karbach ob der 2:5-Niederlage bedeutungslos, so avancierte Zinnicke am vorigen Samstag beim 3:2-Erfolg bei Rot-Weiß Koblenz zum entscheidenden Akteur. Monetta wechselte ihn beim Stand von 1:2 in der 66. Minute ein, und als die Partie abgepfiffen wurde, hatten die Rheingönheimer dank eines Doppelpacks von Zinnicke 3:2 gewonnen. Vom „Matchwinner“ will der gebürtige Ludwigshafener, der im Stadtteil Mundenheim aufgewachsen ist, nichts hören. „Das war eine Teamleistung, und beide Tore waren auch schön herausgespielt und prima vorbereitet“, sagt der Rechtsfuß bescheiden.

Sieben der bisherigen zwölf Partien hat Zinnicke absolviert, stand viermal in der Startformation. Ohne die Oberschenkelverletzung, die ihn fünf Spiele auf Eis gelegt hatte, wären es sicher mehr. Pro Tor benötigte er 102 Einsatzminuten, das ist die beste Quote bei den Schwarz-Weißen. „Die neuen Spieler, von denen viele auch sehr jung sind, mussten sich erst aneinander gewöhnen und auf dem Platz finden. Das klappt nun immer besser und man sieht, was möglich ist. Deswegen müssen wir uns vor dem FCK nicht verstecken“, sagt Zinnicke, der beim FCA die Rückennummer 28 trägt.

Besondere Rückennummer

In frühester Jugend kickte er beim ESV, dem SV Südwest, LSC und JFV Ganerb. „Dann habe ich zwei Jahre beim FC Speyer 09 gespielt, bin zu Wormatia Worms und war eine Saison beim Karlsruher SC, wo ich aber mit einer Verletzung und einer Corona-Erkrankung zu kämpfen hatte“, berichtet der 19-Jährige. Einer seiner damaligen Mitspieler – Louey Ben Farhat – zählt heute zum Zweitligakader des KSC. Die A-Jugendzeit verbrachte er wieder in Worms, wo er Chris Chorrosch, dem Ex-Trainer der Arminen, aufgefallen war. So kam es zum Wechsel zu „einem sehr familiär geprägten Verein“.

Leon Zinnicke, ein offener, zugewandter und sympathischer Typ, wird zum Speditionskaufmann ausgebildet und schließt die Lehre im kommenden Jahr ab. Und wie bei vielen Spielern hat auch bei ihm die Rückennummer eine besondere Bedeutung. „Als mein Opa verstarb, spielte ich bei Ganerb mit der Nummer 28. Ich habe auch ein Trikot mit dieser Nummer in sein Grab gelegt“, erklärt Zinnicke. Der Opa wäre vermutlich stolz auf seinen Enkel.

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