Fußball
Oberliga: Arminias positiver Faktor im Abstiegskampf
Oberligist FC Arminia Ludwigshafen hat im Abstiegskampf den Strohhalm ergriffen und den Tabellenletzten FV Eppelborn mit 7:0 bezwungen. Dieser Erfolg war verbunden mit dem Sprung von Rang 17 auf Platz 15. Zudem war es der zweithöchste Sieg in der 14-jährigen Oberligageschichte der Rheingönheimer. Höher bezwang der FCA nur die SpVgg Burgbrohl in der Saison 2016/17, als der Gegner mit einer Truppe antrat, der jegliches Oberligaformat fehlte und mit 0:10 unterging. Am Samstag, 14 Uhr, gastiert die Arminia beim Tabellenachten Wormatia Worms, der am Mittwoch beim SV Gonsenheim mit 2:3 unterlag.
Seit dem Rücktritt von Marco Laping und dem seines Co-Trainers Matteo Monetta hat der FCA die sportliche Leitung neu besetzt. Neben Chefcoach Ralf Gimmy fungiert Kevin Selzer als spielender Co-Trainer, ist aber noch verletzt. Zusätzlicher Assistent ist der 50-jährige Frank Wieschalla. „Markus Impertro hatte mich angerufen und gefragt, ob ich helfen kann“, berichtet der frühere Klassestürmer. Wieschalla, der hin und wieder noch bei der Reserve als Spieler aushilft, sagte zu und stand am Abend auf dem Trainingsplatz. Er selbst sammelte Erfahrungen als Co-Trainer in Altrip und Lustadt sowie als Chefcoach beim SV Südwest, den er in die Landesliga führte und mit dem er die Hallen-Stadtmeisterschaft gewann. Letzte Station war der ASV Maxdorf.
Positive Atmosphäre
„Ich habe viele Begegnungen der Oberligamannschaft gesehen, kenne also den Verein und die Spieler“, verdeutlicht Wieschalla, der bis zum Saisonende unterstützend tätig ist und Teile des Trainings selbstständig übernimmt. Ralf Gimmy kannte er bereits aus der Zeit, als Joshua Horn, der Bruder von Wieschallas Frau Miriam, und Gimmys Sohn Louis gemeinsam in der Jugend des Ludwigshafener SC aufliefen. Als Spieler war der 50-Jährige bei vielen Vereinen der Region tätig, unter anderem beim damals Oberliga spielenden SV Südwest sowie zwischen 2005 und 2009 beim FC Arminia, der in diesen Jahren in der Verbandsliga angesiedelt war.
Frank Wieschalla ist ein offener Mensch, kommunikativ, meinungsstark und humorvoll. Einer, der sich aber nicht scheut, auch mal anzuecken. Trotzdem ist der Steuerfachangestellte, der bei einer großen Baumarktkette die betriebliche Altersvorsorge betreut, ein Typ, mit dem man gerne mal ein Bier trinken würde. Denn man kann sicher sein, dass der Abend unterhaltsam und nie langweilig werden würde. Die Vokabel extrovertiert könnte für ihn erfunden worden sein. Der ehrgeizige und temperamentvolle Wieschalla lebt mit seiner Frau, einer ehemaligem Miss LU, und der achtjährigen Tochter Anna Mathilda in Mundenheim. „Ich versuche auch, mit meiner Art eine positive Atmosphäre in der Kabine zu erzeugen“, sagt der neue Mann, der Schwung brachte.
Zwei ehemalige Arminen
Gimmy legt großen Wert auf die Mitarbeit Wieschallas, denn wenn Selzer wieder spielen wird, benötigt er einen Mann an der Linie. „Frank hat eine gute Ansprache an die Spieler und brennt für seine Aufgabe. Auch die Spielformen, die er ins Training integriert, sind gut“, betont der Chef. Das neue Trainertrio bekam allerdings im ersten Spiel gegen TuS Koblenz eine Belehrung vom Schiedsrichter-Assistenten. „Er hat uns gesagt, dass nur einer von uns dreien in der Coachingzone stehen und Anweisungen geben darf, die anderen beiden müssten auf der Bank sitzen“, blickt Gimmy zurück. Verständlich, die Unruhe bei drei Trainern ist einfach zu groß. Also haben sich die Übungsleiter in dieser Rolle abgewechselt.
„Die Qualität für die Oberliga ist da, das hat man gegen Koblenz gesehen. Gegen Eppelborn waren die sieben Treffer wichtig, weil das Torverhältnis aufpoliert wurde und der Erfolg Rückenwind verleiht. Auch wenn das Restprogramm sehr schwer ist, können wir es schaffen“, ist Wieschalla optimistisch. In Worms sei der FCA keineswegs chancenlos, zumal die Wormatia in der Rückserie ungewohnt schwach agiert und nur eins von zehn Spielen gewann. Beim FCA fehlen weiter Verteidiger Malte Moos, mit dem Gimmy im nächsten Heimspiel rechnet, sowie Philip Krischa, der zwar seine Gelb-Rot-Sperre verbüßt hat, aber ebenso an einer Zerrung laboriert wie Martin Amoako. Im Kader der Wormatia stehen mit Laurenz Graf und Noah Maier zwei ehemalige Arminen.