Fußball
Oberliga: Arminia Ludwigshafens neuer Defensivallrounder
Kurz vor dem Ende der Transferzeit ist dem FCA ein Coup gelungen. Die Rheingönheimer holten den 31-jährigen Defensivallrounder Sebastian Lindner, der sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der Sechs spielen kann, zurück. Drei Jahre war Lindner, der zuvor schon zweimal das schwarz-weiße Trikot trug, weg gewesen. „Sportchef Markus Impertro hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könne, wieder für die Arminia zu spielen“, berichtet der Kriminalbeamte. Da er nach wie vor einen engen Bezug zum Verein hat und auch kein anderweitiges Engagement im Weg stand, sagte Lindner zu.
Damit hat der FCA zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. „Mein spielender Co-Trainer Matteo Monetta kam mit dem Wunsch auf uns zu, sich nur noch auf seine Aufgabe als Spieler konzentrieren zu wollen“, informiert Trainer Andreas Brill. Die Zustimmung konnte erfolgen, weil Lindner Monettas alte Rolle übernahm. Das Trainergeschäft ist für den Rückkehrer nicht neu. Er trainierte zweieinhalb Jahre lang Olympia Lorsch, das in Südhessen in einer mit unserer Bezirksliga vergleichbaren Klasse spielt.
Defensive Stabilität ist gefragt
„Vom 1. FC Kaiserslautern, bei dem ich schon in der Jugend und später auch für den FCK II gespielt habe, bekam ich im Winter ein Angebot, mit Benny Früh zusammen Co-Trainer der in der Oberliga spielenden U21 zu werden“, erzählt Lindner. Der gebürtige Bensheimer sagte zu, aber im Sommer ging es nicht weiter, weil die Stellen bereits anderweitig vergeben waren. Früh ist jetzt Coach des Ligarivalen VfR Baumholder, während Lindner in seiner zweiten Heimat vor Anker ging. „Die Zusammenarbeit mit ihm ist hervorragend. Es gibt einen regen Austausch, die Abstimmung passt und zudem hilft er als Spieler weiter“, sagt Brill. Lindner soll auf dem Feld eine Führungsrolle einnehmen und für Stabilität sorgen.
„Von den Spielern aus dem jetzigen Kader hatte ich zuvor nur mit Tim Amberger, Fabian Herchenhan, Matteo Monetta und Nico Pantano zusammengespielt“, blickt der 31-Jährige zurück. Er sieht eine Riesenqualität in der Mannschaft, „die das Team aber noch nicht auf die Platte bringt“. Deshalb hinke der FCA den Erwartungen hinterher. Die drei Gegentore, die die Arminia im Schnitt pro Partie einstecken muss, könne man auf Dauer nicht kompensieren. „Wir müssen alle gemeinsam verteidigen. Wenn wir das nicht in der nötigen Kompaktheit hinbekommen, wird es schwierig. Aber wir werden es schaffen“, verspricht der Defensivspezialist.
Fußballschule und Polizeidienst
Der Sport beschäftigt Sebastian Lindner auch außerhalb der Arminia. Mit einem Freund hat er in Lorsch eine Fußballschule gegründet. „Die Nachfrage ist groß. Wir haben im Sommer zwei Feriencamps veranstaltet und bieten Individualtraining an. Die Trainingstage für die fünf bis 14 Jahre alten Kinder stimme ich mit meinem Kompagnon und der Arminia ab“, erklärt der Sechser. Technik und der Ball mit Übungsformen in kleinen Teams und auf kleine Tore stünden im Vordergrund, die Straßenkicker-Mentalität dürfe nicht verloren gehen. „Die Jungs mach große und sichtbare Entwicklungsschritte“, freut sich Lindner.
Auch sonst ist sein Tag ausgefüllt. Seit neun Monaten sind er und seine Frau Vivien Eltern des kleinen Noel. Beruflich hat der Polizist den Schichtdienst beendet und arbeitet in Teilzeit bei der Kriminalpolizei. Fernsehkrimis seien mit dem Alltag nicht vergleichbar. „Der Großteil ist Schreibtischarbeit“, verdeutlicht der Fußballer. Bei der Frage, wann er denn seine letzte Verhaftung vorgenommen habe, kommt Lindner ins Schmunzeln. „Ich komme gerade aus der Elternzeit. Die letzte Verhaftung liegt also schon eine Weile zurück. Ich kann mich gar nicht daran erinnern“, sagt der Mann mit der Rückennummer 30 und lacht.